Ich habe gestern Roland Emmerichs Umweltkinohit „The Day After Tomorrow“ gesehen. Zwar mit 5 Jahren Verspätung, aber immerhin. Erwartet habe ich nicht viel. Was habe ich bekommen? „Independence Day“ in Grün, wie erwartet.

Dass die ganze Klimawandelproblematik nicht erst durch diesen Film zum Thema wurde, ist soweit klar. Aber ich meine mich entsinnen zu können, dass sein Erscheinen 2004 zumindest in die Anfänge der populären Diskussionen fiel und diese ziemlich angeheizt hat. Eine positive Wirkung für das Umweltbewusstsein der Leute würde ich diesem Blockbuster also durchaus zugestehen. Dass „The Day After Tomorrow“ dabei maßlos übertreibt und sich auf pseudowissenschaftliche Thesen stützt, ist geschenkt. Ist halt Entertainment, wenn auch mit Botschaft.

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Aber die Message wird, wie man es von Emmerich (Godzilla) gewohnt ist mit dem Holzhammer präsentiert. Ein krebskrankes Kind hier, ein Vater auf der Suche nach seinem Sohn dort: Schicksale vor Katastrophenkulisse. Das gehört zwar zum Genre wie die Kuh auf die Alm, wird aber äußerst klischeebeladen präsentiert. Der Kumpan, der sich für die anderen opfert, eine junge Liebe, ein Penner als Comic Relief Charakter…und als das Drehbuch schließlich in eine Sackgasse gerät (Vater findet seinen Sohn. Und nun?), klatscht ein Pseudohappyend von der Decke: Auf einmal kommen die Rettungshubschrauber, alle werden gerettet, selbst das krebskranke Kind (umsorgt von der Mutter unserer Heldenfamilie…also mal im ernst, die komplette Familie besteht aus selbstlosen Helden?), das sonst nix weiter mit der Story zu schaffen hat, wird in Sicherheit gebracht. Ein wenig pathetische Klage für mehr Umweltbewusstsein vom Präsidenten, aber im großen und ganzen ist Jubel, Trubel, Heiterkeit.

Trotz den stereotypen Methoden von Emmerich finde ich seine Filme generell aber gar nicht so schlecht. Wenn man über den Schmalz hinweg sieht, bekommt man zwar nichts neues, aber 90 Minuten runde Schauwerte. Ich konnte mich über „Godzilla“ und „Independence Day“ auch nie so wirklich aufregen wie viele andere, und wenn es noch so viele Logikfehler gibt. Ebenso bei „The Day After Tomorrow“. Man hat nette Katastrophen, ein Schiff in den Straßen New Yorks, kleine Seitenhiebe auf die Politik („Millionen Amerikaner versuchen illegal über die Grenzen nach Mexico zu flüchten!“) und Stars (Dennis QuaidJake Gyllenhaal, Ian Holm), die zwar bei weitem nicht ihre Bestleistung abliefern, aber auch nicht nerven. Und irgendwie ist das ganze ja für eine gute Sache. Also:

Pro.