Von wie vielen Beziehungen hat man gehört, die mit Hass beginnen und zunehmend der Liebe weichen? Wieso wird die Zeitung genau ab dem Zeitpunkt stetig schlechter, nachdem man sich zu einem Abo entschlossen hat? Wieso sind Fortsetzungen vom Lieblingsfilm eigentlich immer blöd? Und die neuesten Alben der alten Lieblingsband sind sowieso scheiße.
Alles wird schlecht. Das ist nicht etwa Pessimismus, sondern eine nüchterne Beobachtung. Genauer gesagt: Alles, was man mag, wird schlecht. Wann beginnt man denn (freiwillig) eine Beziehung? Wenn man gefallen an etwas findet. Das kann eine Beziehung zu einem Menschen sein, gleichermaßen aber auch eine Fernsehsendung, eine Band oder sonst was. Umso toller man das dann findet, desto wichtiger ist einem das Objekt der Begierde. Leider ist es auch so, das umso toller man etwas findet, desto weniger Möglichkeit besteht dass es noch toller wird. Stattdessen ist der Weg nach unten umso größer. Natürlich ist das alles einfach eine Sache der Wahrnehmung. Man nimmt den Verlust von etwas Tollem intensiver wahr als die Steigerung von etwas Blödem.
Doch es gibt Hoffnung. Eben so wenig, wie etwas Tolles in eine Starre verfällt und sich nicht verändert (und daher fast zwangsläufig schlechter werden muss), so ist entsteht mit dem Verfall auch ein wachsendes Verbesserungspotential: Was scheiße wird, kann auch wieder gut werden. Beziehungen müssen also nicht zwangsläufig steil starten und nach dem Höhepunkt steil den Bach runtergehen, sondern können hoch und runter gehen wie eine Achterbahn. Also: weniger kotzen, mehr die Fahrt genießen.
Pro.
