Lebenszeichen

Tagelang Stillstand hier, ein Unding. Ein Umzug, Semesterbeginn etc. sind unzureichende Gründe für die Schreibfaulheit. Und noch unbefriedigender wird der Ausgleich, der nun in Kürze bis zum nächsten richtigen Eintrag vertrösten soll. Es folgt in Tweet-Kürze meine Meinung zu ein paar aktuellen(?) Themen, die vielleicht(!) in naher Zukunft ausführlicher untermauert werden:

Friedensnobelpreis Barrack Obama
Na und?

Verhaftung von Roman Polanski
Ziehmlich fragwürdig. Opfer hat ihm verziehen, die halbe Welt hat ihm verziehen, nur juristische Bürokratie will den Mann noch hinter Gittern sehen.

Google Wave
Witzig, wie alle um eine Einladung betteln. Nach 3 Tagen liegt es dann wieder in der Ecke. Vielleicht. Die Über-Nerd-Blogger nennen das Teil ja übertrieben.

Fußball: Deutschland – Moskau 1:0
Lasst uns angeregt über Kunstrasen diskutieren!

Ab heute bin ich Google-Hure

e-mailen_mit_Das Problem mit Webdiensten ist ja, dass sie uns das Denken abnehmen. Soziale Netzwerke ersetzen ersparen die lästige Kommunikation im echten Leben, Twitter und RSS erspart das mühselige Durchforsten des Webs. Ich mache weniger, ich lasse machen. Das ist bequem. Und gefährlich. Wer Hilfe will, muss Daten angeben. Die sind dann im Netz, mehr oder weniger vertrauenswürdig gesichert. Zwar bemüht man sich, ein sicheres Verhalten im Netz zu lehren, aber mal abgesehen davon, wer sich daran hält: Wenn man sich nicht total verweigert, kann man auch nicht mehr als das Mindeste tun. Wer sagt mir denn, dass meine “geheimen” Angaben nicht hinterrücks weiterverkauft werden? Das Stichwort heißt hier Vertrauen.

Vertrauen sollte man nicht leichtfertig verschenken. Aber man ist darauf angewiesen, weil man sonst an der Welt nicht teilnehmen kann. Das führt dann nämlich zur Paranoia. Klar kann es sein, das Google meine Daten verkauft. Es kann auch sein, dass die Ampel an der Kreuzung falsch geht oder der Staat mich ausspioniert. Trotzdem begebe ich mich täglich in den Verkehr und wandere nicht aus. Es ist also ganz dem persönlichen Empfinden überlassen, ob man einem Anbieter vertraut oder nicht. Mächtige Konzerne haben selten einen guten Ruf, denn wer reich ist, muss ja Dreck am Stecken haben, oder?

Seit heute nutzte ich die Google-Dienste. Kalender, Mail, Photos, RSS-Reader, Schreibprogramme. Ein unsicheres Gefühl ist da, ja. Aber auch Sicherheit in Hinblick darauf, dass meine Daten schön verwaltet werden. Tut der PC ja auch, nur jetzt ist das ganze halt ins Netz ausgelagert. Wer es dort angreift und ausspioniert, könnte es vielleicht auch auf meinem PC tun, wenn der am Kabel hängt. Meine Dozenten, ihres Zeichens Vorbilder, tun es ja auch. Also Google-Apps nutzen nun, nicht hacken. Und ich denke, dass langfristig ein Umzug der Gesellschaft von ihren lokalen Netzwerken ins Netz ohnehin unvermeidlich ist. Da kann man das ja zumindest einmal ausprobieren. Auch als Vorbereitung auf Google Wave.

Ob ich Google auch nur mehr als einen Tag die Treue halte, wird sich zeigen. Ich bin auch gespannt, wann die erste Spam-Nachricht bei Google Mail eintrifft, ohne dass ich die Adresse irgendwo angegeben hätte.

Ich erwarte Nachrichten wie “Du Idiot wie kannst du nur” und “Viel Spaß beim Ausverkauf deiner Seele” in 3…2…1…Jetzt.