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	<title>Moosbett &#187; District 9</title>
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		<title>District 9</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Sep 2009 11:48:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tomhartig</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p style="TEXT-ALIGN: justify"><img class="size-full wp-image-600 alignleft" title="district-9-poster" src="http://tomhartig.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/district-9-poster.jpg" alt="district-9-poster" width="215" height="275" />Okay, ich bin mit gemischten Gefühlen ins Kino gegangen. Auf der einen Seite wusste ich, dass <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/District_9" target="_blank">District 9</a> eine Art Überraschungshit ist, mit dem keiner gerechnet hatte. Quasi ein Underdog aus Südafrika, aber dennoch in kostspieliger Optik, wobei das Budget immerhin um die 30 Millionen Dollar betragen hat. Möglich gemacht hat das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Jackson" target="_blank">Peter Jackson</a>, der einen Kurzfilm des Regisseurs Neill Blomkamp gesehen hatte und ihm daraufhin das Geld für die Umsetzung eines größeren Films zur Verfügung gestellt hat. Herausgekommen ist dann ein Science Fiction Film mit Aliens, der eigentlich ein Gleichnis auf die Apartheid darstellt. Das klang soweit alles sehr nett für mich, bis ich schließlich aber kurz vor wenigen Tagen dann einige sehr negative Kritiken gesehen habe. Der Film sei überbewertet, zusammengeklaut und sehr plakativ in seinen Anspielungen auf die Rassenprobleme in Südafrika. Man kann sagen, ich habe mir wirklich Sorgen gemacht, dass der Film nicht die willkommene Abwechslung im Alien-Einheitsbrei wird, die ich mir erhofft hatte.</p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify">Der Film erzählt in einem pseudodokumentarischen Stil, wie vor 20 Jahren ein großes Raumschiff über Johannesburg aufgetaucht ist, dessen Insassen dann in einem abgesperrten Distrikt der Stadt zusammengepfercht wurden und dort bis zum heutigen Tag leben. Entsprechend realer Slums leidet der Distrikt unter Gewalt, Armut und Polizeiwillkür. Generell wird den Aliens eine große Abneigung durch die Bevölkerung und auch dem Staat entgegengebracht. Nigerianer betreiben Schmuggelhandel und Prostitution, die Regierungsbehörden erforschen die Waffen der Aliens und führen medizinische Experimente durch.</p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-606" title="district9" src="http://tomhartig.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/district9-150x150.jpg" alt="district9" width="150" height="150" />Soweit das durchaus originelle Szenario, welches der Film zeichnet. Die eigentliche Story soll hier nicht allzu stark verraten werden. Grob geht es darum, dass der Regierungsmitarbeiter Wikus van de Merve gezwungenermaßen die Seiten wechselt und sich in District 9 vor seinen ehemaligen Arbeitgebern verstecken muss. Dabei lernt er den Außerirdischen Christopher Johnson  und dessen Kind kennen und muss mit diesen gegen die Verfolger zusammenarbeiten.</p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify">Zunächst einmal die Punkte, die mir an District 9 sehr gut gefallen haben. Da wäre zum einen natürlich die originelle Idee. Klar, etablierte Aliens unter Menschen gab es auch schon in Men in Black, aber hier wirkt das Szenario um einiges realistischer. Schließlich geht es hier auch um ein Actiondrama, nicht um eine Komödie. Ich bin dem Film sehr dankbar, dass er nicht zu sehr im Pathos versinkt. Leicht hätte die Story im Kitsch landen können: Bei Spielberg wären die Aliens herzensgut und missverstanden gewesen, Wikus hätte sich vom Alienhasser zum Superfreund der Außerirdischen gewandelt. Alles schon hundertmal da gewesen. District 9 behält eine angenehme Ernsthaftigkeit bei, bei der sogar Wikus alles andere als ein strahlender Held ist, aber auch kein cooler Antiheld. Er ist anfänglich ein unsympathischer Wicht, der sich unter zunehmend extremen Bedingungen zu beweisen hat, ohne am Ende wirklich als Sieger hervorzugehen. Jede Figur handelt nach den eigenen Interessen, sei das Sadismus, Machtgewinn oder nur die Rettung der eigenen Haut.</p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-607" title="district_9_advertising-1" src="http://tomhartig.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/district_9_advertising-1-150x150.jpg" alt="district_9_advertising-1" width="150" height="150" />Das Look and Feel des Films ist sehr angenehm. Handkamera scheint in Hollywood in den letzten Jahren stark in Mode gekommen zu sein, wird hier aber zum Glück nicht zu exzessiv eingesetzt. Stattdessen wurde ein sehr passender Mix aus Dokumentarbildern und klassischen Filmeinstellungen gefunden, der das Ganze äußerst realistisch wirken lässt, als wäre man mitten im Geschehen. Leichte Unschärfen, Wackler, Zooms etc., die oft nervig wirken könnten, sind gut eingesetzt. Besonders effektiv ist diese Methode, wenn sie mit digitalen Effekten kombiniert wird. Animierte Außerirdische, die in klassischen Filmbildern immer zu einem gewissen Grad künstlich sind, wirken durch die Amateurkamera glaubhaft: Wenn das Bild nicht inszeniert ist, können es die Aliens auch nicht sein. Ich glaube noch nie hat mich ein Film so sehr vergessen lassen, dass die Aliens nicht wirklich mit den Menschen interagieren. Danke, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Weta_Workshop" target="_blank">WETA</a>! Das sieht nach sehr viel mehr als den verwendeten 30 Millionen Dollar aus.</p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify">Für Splatterfans gibt es auch einige Dinge, die sehr unterhaltsam daherkommen. Die Waffen sind teilweise einfach amüsant <em>over the top</em>. Da werden abgefeuerte Kugeln einfach per Magnetfeld in einem Ball gesammelt, und auf die Angreifer zurückgeschossen. Da dienen Schweine als Projektile. Menschen zerplatzen bei einem Treffer einfach wie Seifenblasen. Ein Alien tritt einem zudringlichen Polizisten mal eben den Arm ab. Es gibt jede Menge „Autsch!“-Momente, die einen bei Laune halten.</p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify"><img class="alignright size-medium wp-image-608" title="district9_feature_screen2" src="http://tomhartig.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/district9_feature_screen2-300x158.jpg" alt="district9_feature_screen2" width="241" height="142" />Wo Licht ist, gibt es auch Schatten. In diesem Fall sind das zu aller erst die bösen Menschen in dem Film. Ich weiß, Menschen sind oft böse, aber hier sind die Bösen schon unrealistisch grausam. Die Wissenschaftler blocken jedwede Kommunikation mit den Aliens ab, nutzen sie als lebendige Zielscheiben, verweigern sich jeglicher Vernunft, die sie auch selbst einfach sehr viel weiter bringen würde. Obwohl etabliert wird, dass die Menschen die Sprache der Außerirdischen, abfällig Schrimps genannt, verstehen können und umgekehrt, werden Kommunikation, Argumente etc. einfach ignoriert. Mir ist klar, dass die Situation beim Thema Rassenhass tatsächlich so unglaublich sein kann. Völkermord wie in Ruanda z.B. lässt sich von außen nur schwer nachvollziehen, aber District 9 driftet hier leider etwas in comicartige Bösartigkeit ab. Und wo ist die internationale Staatengemeinschaft? Es wird zwar angedeutet, dass die Behörden nach außen darauf achten, nicht zu viele Aliens umzubringen, aber im Großen und Ganzen wirkt es so, als könnten die südafrikanischen Behörden mit den Außerirdischen machen was sie wollen, ohne dass es den Rest der Welt kümmert. Das mag auf Schwarze und Weiße zutreffen, aber nicht auf Menschen und Aliens. Ich bin mir nicht ganz sicher ob dass sogar eine gewollte Übertreibung ist, um noch stärker auf die Probleme in Südafrika und anderen Teilen der Welt aufmerksam zu machen. Generell gibt es sehr viele Kleinigkeiten des Szenarios, die mir erst hinterher als Gemeinsamkeit mit dem Thema Rassenhass aufgefallen sind. Zu nennen wäre da der verpönte Sexualverkehr zwischen Menschen und Aliens. Oder die Stigmatisierung eines Menschen, der sich mit einer Art Virus infiziert und somit automatisch zu einem restlichen, minderwertigen Abschaum gezählt wird: Stichwort Aids. Oder das unfaire, brutale Vorgehen der Polizei gegen die Aliens, die zwangsumgesiedelt werden sollen. Sie werden geschuppst, geschlagen, erschossen ohne überhaupt zu wissen, was vor sich geht. Man könnte sicherlich noch viele weitere, interessante Parallelen finden.</p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify"><img class="alignleft size-full wp-image-609" title="district-9-20090511011811346_640w" src="http://tomhartig.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/district-9-20090511011811346_640w.jpg" alt="district-9-20090511011811346_640w" width="189" height="115" />Alles im allen ist District 9 sehr empfehlenswert. Nicht nur, weil mich das eigentliche Thema in Filmen sehr berührt: Wie wenig ist das Leben in gewissen, realen Milieus wert (siehe auch Filme wie Blood Diamond oder Lord of War teilweise)? Die Story ist originell, schwer vorhersehbar, bietet etwas andere Heldenfiguren und präsentiert sich in einem aufregenden Look. Es gibt kurzweilige Action, Realismus trotz Aliens und viele WTF-Momente. Wer etwas schleimige, insektoide Aliens und einige abgetrennte Gliedmaßen und dergleichen nicht sehen kann, muss sich ab und zu die Augen zuhalten. Gut ist der Film trotzdem. Gut und ungewöhnlich.</p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify">Pro.</p>
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