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	<title>Moosbett &#187; Brad Pitt</title>
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		<title>Tree of Life</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Jun 2011 10:32:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tomhartig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Brad Pitt]]></category>
		<category><![CDATA[Roger Ebert]]></category>
		<category><![CDATA[Stanley Kubrick]]></category>
		<category><![CDATA[Terrence Malick]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Eltern bekommen einen Anruf: Einer ihrer Söhne ist gestorben. Eine Welt bricht zusammen. Doch was für eine Welt? Und was wird nun? Tree of Life ist kein einfacher Film. Er stellt die ganz großen Fragen und lässt dem Zuschauer viel Zeit, darüber nachzudenken. Wo kommen wir her? Wo gehen wir hin? Und wieso machen wir uns das Leben so kompliziert? Meisterregisseur Terrence Malick hat sich damit auseinandergesetzt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p style="text-align: center;"><a title="Tree of Life" href="http://tomhartig.de/wordpress/tree-of-life"><img class="aligncenter size-full wp-image-1277" title="Tree of Life" src="http://tomhartig.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/06/tree1.png" alt="" width="560" height="150" /></a></p>
<p>Die Eltern bekommen einen Anruf: Einer ihrer Söhne ist gestorben. Eine Welt bricht zusammen. Doch was für eine Welt? Und was wird nun? Tree of Life ist kein einfacher Film. Er stellt die ganz großen Fragen und lässt dem Zuschauer viel Zeit, darüber nachzudenken. Wo kommen wir her? Wo gehen wir hin? Und wieso machen wir uns das Leben so kompliziert? Meisterregisseur <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Terrence_Malick" target="_blank">Terrence Malick</a> hat sich damit auseinandergesetzt.<span id="more-1275"></span></p>
<p><strong>Alles wird kompliziert</strong></p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/The_Tree_of_Life" target="_blank">Tree of Life</a> zeigt die Welt in 3 Phasen, die trotz ihrer zeitlichen Trennung miteinander verbunden sind. Zunächst ist dies der Ursprung allen Seins, die Entstehung der Welt, des Lebens. Ein Chaos in prächtiger Schönheit. Wir sehen Minuten lang die Entwicklung vom Urknall, von den Vulkanlandschaften der frühen Erdgeschichte bis zur Entwicklung des Lebens in den Meeren und die Gewinnung des Festlandes durch die ersten Dinosaurier. Natur pur, sozusagen.</p>
<p>Es folgt die Geburt und das Aufwachsen von Jack O’Brien (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hunter_McCracken" target="_blank">Hunter McCracken</a>) in der harmonischen Kulisse des mittleren Westens in den 50er Jahren. Worte sind nicht wichtig, die Faszination für die Welt und das Leben steht im Vordergrund. Stets präsent ist seine feengleiche Mutter (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jessica_Chastain" target="_blank">Jessica Chastain</a>), voller Liebe und Geborgenheit. Es sind glückliche Erinnerungen.</p>
<p>Mit dem Alter wächst die Verantwortung. Der Vater (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Brad_Pitt" target="_blank">Brad Pitt</a>) nimmt eine immer größere Rolle ein. Er ist Lehrmeister der drei Söhne, will sie auf das Leben vorbereiten. Bringt ihnen bei, wie sie sich zu verhalten haben. Sagt ihnen, sie müssen hart sein, bringt ihnen den Boxkampf und die Musik nahe. Er selbst wollte immer Musiker werden, hat es aber selbst im Leben scheinbar zu nichts gebracht. Am Ende verliert er seine Arbeit. Wie sagt man seinem Kind, es könne alles erreichen, wenn man selbst kein Vorbild sein kann?</p>
<p>Beim Schwimmen stirbt ein Junge und Jack fragt seinen Vater: „Müssen wir alle sterben?“ Jack lernt: Darüber spricht man nicht. Weil es keine Antworten gibt? Die Welt wird komplizierter, die Regeln des Vaters und der Gesellschaft werden in Frage gestellt. Die Eltern sind nicht mehr nur das, sie sind Menschen wie alle anderen auch. „Er ist ein Lügner. Er sagt uns wir sollen die Ellenbogen vom Tisch nehmen, hält sich aber selbst nicht dran.“ Es ist eine Phase, die jeder Mensch durchmachen muss: Die heile Welt der Eltern zerbricht und man muss sich neu orientieren. Welche Regeln gelten für mich?</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://tomhartig.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/06/tree2.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-1280" title="Jack in der Klammer seines Vaters" src="http://tomhartig.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/06/tree2.png" alt="Jack in der Klammer seines Vaters" width="560" height="300" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Rebel without a cause</strong></p>
<p>Es wird kein konkreter Grund präsentiert, warum Irgendetwas schiefläuft. Man spürt die zunehmende Bedrohung der Familie, das Auseinanderbrechen. Der Sohn begehrt gegen den Vater auf, denkt sogar daran, ihn zu töten. Er hört nicht mehr auf die Mutter, weil diese ja auch nur dem Vater hörig sei. Streit zwischen den Eltern, bisher nur durch die Fenster der Nachbarhäuser gesehen, zieht ins eigene zu Hause ein. Jack verstößt bewusst gegen Regeln, testet seine Grenzen. Er verletzt seinen Bruder mit dem Luftgewehr. Bricht in ein fremdes Haus ein, zerschmeißt Fenster, bindet Frösche an Raketen. Jack fragt: „Wie sollen wir etwas lernen, wenn wir nichts ausprobieren dürfen?“ Und doch ist es nicht so einfach. Jack hasst seinen Vater nicht, er liebt ihn. Trotz aller Probleme ist er als Vater sein Vorbild. Manchmal werden wir wie unsere Eltern, mit all ihren Fehlern. „Vater und Mutter, stets ringt ihr in mir.“</p>
<p>Schließlich sehen wir Jack als Erwachsenen (Sean Penn), welcher ziellos durch ein Labyrinth von Hochhäusern und Glaspalästen irrt. Das einzige Stück Natur ist hier ein Baum in einer großen Halle, überdacht von Glas. Scheinbar hat Jack es zu etwas gebracht, wie sein Vater es immer wollte. Glücklich ist er nicht. Er trauert um seinen toten Bruder, bereut seinen Neid auf ihn, steckt in einer Sinnkrise. Die Welt wird vom Menschen künstlich geordnet, sich Untertan gemacht und trotzdem erhalten wir keine Antworten. Jack ist so verloren wie nie zuvor.</p>
<p>Am Ende finden alle Menschen in einer weiten Landschaft wieder zueinander. Ist dies das Jenseits? Die bildliche Darstellung der Sehnsüchte, wieder zum Ursprung zurückkehren zu können? All das Vergessen zu machen, was an irgendeinem Punkt im Leben schiefgelaufen ist? Wir wissen es nicht.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://tomhartig.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/06/tree4.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-1281" title="Jack ist verloren" src="http://tomhartig.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/06/tree4.png" alt="Jack ist verloren" width="560" height="300" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>(Zu) Große Fragen?</strong></p>
<p>Der Film ist eine große Meditation über das Leben. Man muss kein spiritueller Mensch sein, um das faszinierend zu finden. Es gibt wunderschöne Bilder, sphärische Musik. Wir sehen keine große, zusammenhängende Story. Lediglich Fragmente werden gezeigt, einzelne Situationen. Diese reichen aus, um die Fragen aufzuwerfen, die dieser Film verfolgt. Die Verknüpfung des Universums, der Natur und den  O’Briens ruft die universalen Zusammenhänge ins Bewusstsein. Was ist das Leben des einzelnen im Vergleich zum Sein? Alles? Nichts? Wir sind winzig im Hinblick auf die Geschichte der Welt und doch riesig gegenüber dem kleinsten Atom. Und wieso sollte das menschliche Leben nichts mit der Entstehung allen Seins zu tun haben, nur weil da ein großer Zeitraum zwischen ist? Der Film versteht es, solche banalen Grenzen zu durchdringen.</p>
<p>Tree of Life ist nicht unterhaltsam im Sinne von kurzweiligem Vergnügungen. So sehr ich die Funktion der Endlosbilder von Flüssen, Wäldern etc. auch verstehe &#8211; mir war es ab und an etwas zu viel. ABER: Das ist subjektiv und immer davon abhängig, wie weit die Gedanken des Zuschauers derweil wandern können. Ich nehme an, das nennt sich Anspruch.  Viele werden verprellt sein und fragen: „Was soll der Scheiß? Ich wollt nen schönen Film mit Brad Pitt sehen und dann über 2 Stunden nur zusammenhangslose Bilder vom Weltall, spielenden Kindern und Kirchengesang!“</p>
<p>Zu Recht hat <a href="http://rogerebert.suntimes.com/apps/pbcs.dll/article?AID=/20110602/REVIEWS/110609998" target="_blank">Roger Ebert Tree of Life mit Stanley Kubricks 2001: Odyssee im Weltraum verglichen</a>: Wir haben hier einen meditativen Film, in dem auf der Handlungsebene nicht viel passiert, der aber unglaublich tiefgründig ist, wenn der Zuschauer den entsprechenden Hintergrund besitzt und die Bilder mit seinen eigenen Gedanken füllen kann. Und wo 2001 noch kalt und künstlich erschien, besitzt Tree of Life eine Wärme und Menschlichkeit, die ihres Gleichen sucht.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://tomhartig.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/06/tree31.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-1294" title="Neid" src="http://tomhartig.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/06/tree31.png" alt="Neid" width="560" height="300" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Nix für jeden</strong></p>
<p>Man kann sagen: Eine Gewisse Vorliebe für Philosophie ist von Nöten. Oder einfach die Einstellung: Ich lass mich nicht von einem Film berieseln sondern nutze diese Stunden, um über mein Leben, meine Kindheit, meine Kinder, meine Eltern etc. nachzudenken. Ich fands dufte. Aber vielleicht braucht man auch eine gewisse Erfahrung mit Filmen, um sich nicht von der ungewöhnlichen Erzählweise verwirren zu lassen, so dass man sich auf das Wesentliche konzentrieren kann? Leichte Kost ist der Film nicht, aber auf jeden Fall etwas für die Kritiker.</p>
<p>Zitat einer Freundin: „Den möchte ich noch einmal sehen, um ihn besser zu verstehen.“ Das schaffen nicht viele Filme und ich bin immer froh, wenn so einer auftaucht.</p>
<p>P.S. Der Film ist ein super Beispiel dafür wie Leute oft sagen „Der Film ist scheiße“ wenn sie eigentlich meinen „Der Film hat mir nichts gesagt“. Das ist schon ein Unterschied. So mies und undurchdacht kann Tree of Life nicht sein, wenn einige Menschen darüber stundenlang diskutieren können. Leider gibt es auch da die arrogante Haltung: „Das sind Kunstschnösel die sich wichtigmachen wollen.“ Seufz.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><iframe width="560" height="349" src="http://www.youtube.com/embed/E6n_eEuo2is" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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		<title>Quentin Tarantino: Inglourious Basterds</title>
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		<pubDate>Thu, 27 Aug 2009 11:18:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tomhartig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
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		<category><![CDATA[Quentin Tarantino]]></category>

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		<description><![CDATA[Tarantino hat einen WWII-Film gemacht. Also: Pulp Fiction mit Nazis? Auf jeden Fall außergewöhnlich. Die Story einmal kurz erwähnt, falls sie jemand noch nicht kennen sollte: Aldo Rayne (Brad Pitt) schart einen Haufen Soldaten um sich, um ins von den Nazis besetzte Frankreich zu gehen und dort Nazis umzubringen. Derweil sorgt der Soldatenheld Frederick Zoller [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p style="text-align: justify;">Tarantino hat einen WWII-Film gemacht. Also: Pulp Fiction mit Nazis? Auf jeden Fall außergewöhnlich.</p>
<p style="text-align: justify;"><img class="alignright size-full wp-image-512" title="inglourious_basterds_plakat_2" src="http://tomhartig.files.wordpress.com/2009/08/inglourious_basterds_plakat_2.jpg" alt="inglourious_basterds_plakat_2" width="200" height="283" />Die Story einmal kurz erwähnt, falls sie jemand noch nicht kennen sollte: Aldo Rayne (Brad Pitt) schart einen Haufen Soldaten um sich, um ins von den Nazis besetzte Frankreich zu gehen und dort Nazis umzubringen. Derweil sorgt der Soldatenheld  Frederick Zoller (Daniel Brühl) dafür, dass im Kino der getarnten Jüdin  Shosanna Dreyfus (Mélanie Laurent) die Premiere der Verfilmung seiner Heldentaten stattfinden soll, inklusive aller hohen Nazi-Tiere samt Hitler. Nicht nur Raynes Bastarde wollen das Kino dabei in die Luft jagen, sondern auch Shosanna, welche noch eine Rechnung mit den Nazis offen hat: SS-Standartenführer Hans Landa (Christoph Waltz) hat Jahre zuvor ihre Familie ermorden lassen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Krieg geht anders</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Zunächst einmal: Das ist KEIN Action-Film. Es gibt so gut wie keine großartigen Schießereien. Wenn sie auftauchen, dann nur kurz und plötzlich. Und das ist gut so. Der Film besteht, Tarantino-typisch, aus langen, intensiven Dialogen. Die sind mal dramatisch, mal unheimlich komisch. Wie man das erwarten kann. Die große Leistung des Films ist, dass er sich von allen anderen Filmen über den 2. Weltkrieg abhebt. Es geht nicht darum, möglichst detailgetreu die Geschehnisse von damals zu verdeutlichen oder packend den Krieg zu inszenieren. Es geht darum, die Emotionen und Wunschvorstellungen aus heutiger Sicht zu bedienen. Die Nazis werden nicht dämonisiert. Die Amerikaner nicht glorifiziert. Und trotzdem sind ihre Charaktere grotesk überzeichnet: Die Bastarde wollen den Nazis in den Arsch treten, wie es wohl jeder gerne tun würde. Und die Führungsriege der Nazis ist so übertrieben böse, das sie einfach der Lächerlichkeit preisgegeben sind. Der Film erlaubt, ähnlich wie „Der große Diktator“ oder „Mein Führer“, sich vom Ballast der Geschichte zu befreien und ein ungezwungenes Verhältnis zum Thema aufzubauen. Und doch gibt es da diese kleinen Nuancen, die Tarantino vom Vorwurf der Schwarzweißmalerei befreien: Da gibt es den Nazi, der gerade Vater geworden ist. Oder Zoller, der zunächst als charmanter, bescheidener Held in Erscheinung tritt und schließlich doch zur Bedrohung wird, wenn er nicht bekommt, was er will. Das macht die Figuren glaubwürdig.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Charakter(e)</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Stichwort Figuren: Christoph Waltz ist GÖTTLICH in diesem Film. Völlig zu Recht hat er die goldene Palme von Cannes gewonnen und hat meiner Meinung nach einen Oscar für seine Interpretation von Hans Landa verdient. Dieser SS-Führer, genannt „Judenjäger“, ist ein eigenwilliger Analytiker, emotional wie kalt, humorvoll wie ernst, geduldig. Sein nuancenreiches Spiel fasziniert in jedem Moment und überstrahlt alle anderen Charaktere. Er ist eindeutig der Star des Films. Wo er auftaucht, kann die Maskerade der Verschwörer nicht lange Bestand halten. Jeder ist ihm ausgeliefert. Er ist ein Spezialist, der seine Fähigkeiten losgelöst von der Ideologie der Nazis verstanden wissen will. Er macht dem Zuschauer Angst und in anderen Augenblicken bringt er ihn zum Lachen. Chuzpe!</p>
<p style="text-align: justify;">An zweiter Stelle ist Mélanie Laurent zu nennen. Ihre Shosanna ist stark, wütend und doch kontrolliert. Sie lässt sich nicht vom Charme Zollers umgarnen, sie hält ein minutenlanges Gespräch mit dem Mörder ihrer Familie aus um erst nach seinem Abgang die Fassung zu verlieren. Sie ist schön und sie ist ein Racheengel. Und an ihr sieht man, wie oberflächlich Uma Thurmanns Verkörperung dieser Figur in „Kill Bill“ war.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Rest des Casts macht seinen Job solide. Brad Pitt ist sympathisch direkt wie Tyler Durden in „Fight Club“, Til Schweiger guckt in die Gegend und darf zum Glück auch nicht mehr machen, Daniel Brühl ist mal wieder er selbst. August Diehl gibt als SS-Mann mal wieder seine Paraderolle, aber verblasst natürlich gegen Christoph Waltz übermächtiger Präsenz. Achja, Diane Krüger: Ist langweilig und überfordert.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Filmkunst in your face</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Tarantino hat wie selten zuvor seine großen Vorbilder perfekt kopiert. Allen voran ist hier Sergio Leone zu nennen: Die Szenen sind lang und wirken dennoch nur durch Dialog und Blicke sehr bedrohlich. Und so lang, wie sich die Spannung aufbaut, so schnell wird sie am Ende auch wieder aufgelöst. So beginnt der Film mit einer einzigen langen Szene, in der Hans Landa einen französischen Milchbauern besucht, ihn zu seiner Familie beglückwünscht, um ein Glas Milch bittet, in Ruhe seine Akten herausnimmt, seine Pfeife ansteckt. Beiläufig wandert die Kamera nach unten und offenbart die jüdische Familie, die sich unter den Dielen versteckt. Das ist Hitchcock at his best, das ist Leone wie bei der ähnlichen Anfangsszene von „The Good, the Bad and the Ugly“. Vielen Szenen ist dieses bedrohliche Katz-und-Maus-Spiel mit den Nazis gemein, welches sich um scheinbar harmlosen Small Talk herum abspielt. Und doch gehen diese Bedrohungen stets mit Humor einher. Man fühlt sich selten wie in einem Drama, sondern stets in einem unterhaltenen Film. Unzählige Momente, in denen das ganze Kino gelacht hat. Zum Glück macht Tarantino nicht den Fehler, den die vielen Pulp-Fiction-Kopisten gemacht haben: Er übertreibt nicht mit vermeintlich coolen Effekten. Nichtmal Blenden sind mir aufgefallen. Er lässt seinen Figuren Raum zum Atmen, er schneidet hart, er wählt gute Bildausschnitte, den Rest machen die Charaktere. Umso effektiver ist es dann, wenn er den Film an wenigen Stellen dann unerwartet doch noch mit eingekritzelten Namen, Splitscreens und ungewöhnlicher Musik unterlegt. Tatsächlich ging jedes mal ein amüsiertes Raunen durch die Kinositze, wenn z.B. mal eben bei Erwähnung der Name eines Bastards in übergroßen Pulp Fiction Lettern auf der Leinwand erscheint und für eine Minute dessen Hintergrundgeschichte erläutert wird. Tarantino mischt seine Filme einfach perfekt und weiß: Zuviel des Guten ist schlecht.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Zur Story</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Filmisch super, Charaktere fein, kann man da noch was bemängeln? Ich weiß einfach nicht warum, aber irgendwie kann ich mich nicht ganz mit der Story anfreunden. Die Neuschreibung der historischen Ereignisse ist natürlich super. Die Anspielungen und die Symbolik, dass das Kino dritte Reich zu Fall bringt, ebenfalls. Prinzipiell ist auch die Unterteilung in 5 Kapitel, die dann tatsächlich auch fast nur 5 große Szenen zeigen, sehr beeindruckend und geht in Richtung Kammerspiel (ohne dessen Staubigkeit, versteht sich). Aber ähnlich wie es <a href="http://www.spoonyexperiment.com">Spoony</a> gesagt hat: Es sind zuviele Charaktere, deren einzelne Hintergrundgeschichten nicht genug gezeigt wird. Die Konsequenz: Entweder man sollte Figuren entfernen. So sind die namensgebenden Bastarde eigentlich für den Storyverlauf völlig unerheblich. Man hätte ebenso einen ausführlicheren Film über Shosanna machen können. Umgekehrt würde das genauso gelten, auch wenn ich die Bastarde für weniger interessant halte. <a href="http://www.aintitcoolnews.com">AintItCoolNews</a> schlägt alternativ vor, dass man den Film noch länger hätte machen sollen: Man will einfach mehr von jeder der Figuren wissen. Ich wäre wohl eher für erstere Variante, da der Film trotz seiner genialen Szenen doch teilweise Längen hatte. Meist waren das allerdings auch die Szenen, in denen Christoph Waltz nicht dabei war. Es könnte aber auch sein, dass der Film ohne das Hin- und Herspringen von den Bastarden und Shosanna an Fahrt verlieren würde. Humor (Bastarde) und Drama (Shosanna) &#8211; sie scheinen einander zu bedingen, um das Beste aus beiden Welten präsentieren zu können.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Fazit</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Nun, dieses Review scheint in genau umgekehrter Reihenfolge abzulaufen. Das hat aber auch seine Gründe: Ich möchte wirklich nicht durch mein innkonkretes Unbehagen was die Story angeht den Film herab werten. Immerhin ist das ein Tarantino-Film und sowas lebt von einzelnen Szenen. Diese sind toll umgesetzt, im Dialog superb und schauspielerisch MEINGOTTGEBTWALTZDENOSCAR. Ich hätt mir ab und zu etwas mehr Tempo gewünscht, aber man muss einfach den Hut ziehen vor der großartigen Inszenierung von Tarantino.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich glaub, das ist der beste Tarantino-Film. Und ich bin selbst überrascht, das zu sagen. So sehr ich auch alle anderen seiner Werke mag, irgendwie ist dieser einfach intensiver. Und trotz der comicartigen Groteske irgendwie sein erwachsenster Film. Ernsthaftigkeit schwächt hier Coolness nicht ab, sondern macht es zu etwas Besonderem. Einfach glorreich.</p>
<p style="text-align: justify;">Pro.</p>
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