Punk Rock scheint tatsächlich ein Altersphänomen zu sein. Als Teenager genießt man die rebellische Attitüde, die trotzdem mit jede Menge Spaß verknüpft ist und meist weichgespült genug, um trotzdem leicht ins Ohr zu gehen. Mitsingen kann jeder, wenn laut genug aufgedreht wird. Dann fängt man (hoffentlich) irgendwann an, seinen musikalischen Horizont zu erweitern, schnuppert in komplexere Musikformen oder stöbert zumindest abseits des Geschmacks der Clique oder der *keuch* Charts.
Das heißt nicht, dass man Punk Rock mit zunehmenden Alter automatisch schlecht finden muss. Ein guter Song bleibt ein guter Song. Aber es ist ein Unterschied ob man so etwas fabriziert, oder einfach nur das Genre mit 08/15-Songwriting bedient. Ich rede von der Single-Auskopplung des kommenden Albums “21st Century (edit:)Breakdown” von Green Day: “Know Your Enemy”. Die Big-Brother-Überwachungsstaat-Anklage mag für die junge Zielgruppe seine Daseinsberechtigung haben, bestimmte Thematiken sollte man ja jeder neuen Generation nahebringen, egal wie alt das Thema ist. Aber das Lied hat vom Musikalischen her wirklich gar nichts zu bieten…Strophe und Refrain sind fast nicht zu unterscheiden, fast jede Zeile des Liedes klingt gleich, die Bridge kommt wo sie kommen muss und ist absolut uninspiriert und irgendwie von den eigenen Songs zusammengeklaut?
Ein Erfolg wird es wohl trotzdem wieder werden, weil radiotauglich und Bombast-Rebellentum und so. Punk und Charts lassen sich halt doch verbinden. Was Nickelback dem Rock, das ist Green Day dem Punk Rock. Klar, das American Idiot Album und einige andere Songs fand ich klasse, aber die waren auch besser und ich jünger. Vielleicht bin ich “einfach zu alt für diesen Scheiß”:
Kontra.
