iPad, die Zweite

ipadSeit gestern ist es nun (in den USA) erhältlich: Das iPad. Und Apple-Jünger und Medienfuzzies feiern ihe ganz eigene Auferstehung. Es wundert mich schon ein wenig, dass bei der relativen Skepsis bei der Vorstellung des Geräts nun doch ein so großer Hype entstanden ist. Die völlige Verblendung einiger Tester kann man sehr schön in diesem Spiegel-Artikel nachlesen. Da ist unter anderem zu lesen

Der 1GHz-A4-Chip des iPads sorgt dafür, dass hier alles enorm viel schneller flutscht als beim iPhone oder sogar beim MacBook Pro [...]

[...] und mit Lautsprechern kann es das iPad mit jeder raumfüllenden Stereoanlage aufnehmen

Sorry, aber ich muss das Ding nicht selbst getestet haben um zu wissen, dass das ausgemachter Blödsinn ist. Selbst wenn die viel bessere(!) Hardware in einem MacBook Pro ein komplexeres Betriebssystem stemmen muss; schon mein billigstes MacBook reagiert schneller als das, was ich in iPad-Demonstrationen gesehen habe. Und dass die nicht dafür ausgelegte Hardware in der Größe mal eben nebenher den gleichen Sound produziert wie genau dafür ausgelegte, 30x größere Geräte…na klar.

Wie ich schonmal gesagt habe: Ich bin alles andere als ein Apple-Hasser (wie es soviele PC-Nutzer sind, die noch nie einen Mac angefasst haben). Ich liebe meinen iPod und ich liebe mein MacBook. Mag sein, dass ich mehr Leistung / Krimskrams für weniger Geld kriegen könnte, aber Apple-Produkte machen offensichtlich im Groß der Fälle glücklicher. Warum das so ist, ist da ja fast schon nebensächlich (ich schiebe es auf das hervoragende Design und die Bedienung von sowohl Soft- als auch Hardware). Jedenfalls meckern (noch) mehr Windows-Nutzer über ihren PC. Nungut, davon gibt es ja auch (noch) mehr.

Müsste ich 3 große Schlagworte für das iPad auswählen, währen es wohl folgende:

  • (Relativ) Sinnlos: Wozu ein Gerät, was keine neuen Funktionen gegenüber Smartphones und Netbooks bietet, sogar weniger hat? Klar, es verbindet auch deren Vorteile in einem Gerät, aber ist das mindestens 360€ zusätzlich wert?
  • Spaßig: Das iPad ist ein Spielzeug – Man braucht es nicht unbedingt, aber es macht sicher Spaß. Die Euphorie der Tester kommt sicherlich daher. Apple beherrscht sowas wunderbar. Wieder die Frage: Bezahlt man dafür 360€?
  • Gefährlich: Ich verweise auf den sehr guten Artikel der FAZ – das iPad ist Vorreiter einer Entwicklung, die den Einzelnen entmündigt und Institutionen stärkt. Apple kontrolliert, was auf dem Gerät geht und was nicht. Ich könnte an dieser Stelle eigentlich nur Argumente des Artikels wiederholen, also: Lesen! Sehr schön auf den Punkt gebracht ist vor allem die absurde Folge, man müsse Apple mit Google austreiben…ein Übel steckt in allem, aber Google bietet den Nutzern wenigstens die Chance, sich unabhängig zu entwickeln.

Fazit: Gebe ich ca. 360€ für ein Spielzeug aus welches wegen des genannten Gefahrenpotentials lieber nicht erfolgreiches Vorbild werden sollte? Nö. Wenn man allerdings das Geld gut übrig hat, habe ich auch Verständnis. Wie in dem FAZ-Artikel beschrieben: Ich warte gerne ab, was Google da nachliefert.

Und nun zu etwas (nicht ganz) vollkommen Anderem:

  • Christopher

    Der Meinung zum Spiegel-Artikel kann ich mich nur anschließen. Selten so etwas dummes gelesen. Okay, mag sein, dass die Photo-App etwas “snappier” ist (dafür kann man auch die Fotos auf dem iPad nicht nachbearbeiten), aber das dann zu generalisieren ist schon ein dickes Ding.
    Es gibt durchaus auch Artikel mit einer gewissen Tiefe zum Gerät (auch kritischer und berechtigter Natur). Ich persönlich bin immer noch der Meinung, dass das iPad mehr als nur ein Spielzeug oder reines Komsumgerät ist. Natürlich ist es kein Gerät, dass derzeit sehr komplexe Aufgaben erledigen kann. Aber für meine Arbeiten (meist Text und IR) reicht es durchaus aus. Man muss auch sehen, dass sich mit dem iPad durchaus komplexere Programme (im Vergleich zum iPhone) realisieren lassen (siehe iWork).
    Und na klar will Apple mit diesem Gerät gut Geld machen. Das liegt wohl jedem Unternehmen am Herzen. Von daher kann man zwar warnen, aber letztlich entscheidet der Käufer ob das Gerät zu ihm passt oder vielleicht doch ein Netbook o.Ä. Ich persönlich sehe neben Risiken auch die Möglichkeiten. Schaut man sich das iPhone an, so sieht man auch im Bereich der Apps sehr viele kreative Lösungen. Daher ist das Modell meiner Meinung nach ein sehr cleveres. Okay…die iBooks-Blätterfunktion (oft erwähnt in Reviews…hahaha) ist für mich nun kein Kaufargument.
    Aber der Rest hat mich wirklich überzeugt und ich werde mir das Gerät für Uni und Unterwegs zulegen.

  • http://www.moosbett.de tomhartig

    Im studentischen Umfeld ist das iPad, wie du ja schon selbst ausgeführt hattest, sehr gut denkbar. Surfen und iWorks, schnell und handlich, was will man mehr? Die Frage die sich jeder selbst stellen muss ist, ob man für die Ideallösung soviel Geld ausgeben will, wenn man die nicht ganz so ideale Lösung (Laptop) eh schon besitzt. Und wer nichts von beidem besitzt würde eher zum Laptop greifen weil er einige Funktionen halt doch mal brauch für andere Anwendungsbereiche.

    Neidisch werd ich auf jeden Fall sein wenn du damit in den Seminaren auftauchst. Ich erwarte einen ausführlichen Testbericht.^^

    Langfristig muss man auch bedenken, dass Google ja mit Chrome OS ähnliche Wege beschreiten will, weg vom Lagern/Bearbeiten auf dem Rechner hin zum Lagern/Bearbeiten im Netz. Apple scheint aber die zweite Alternative nicht sonderlich zu forcieren…und was bleibt dann übrig?

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