Parteien, Demonstranten und etwas Polizeibrutalität, fertig ist der Vorwahlscocktail. Rund 20.000 Menschen haben gestern in Berlin unter dem Motto „Freiheit statt Angst“ demonstriert, für den Datenschutz, gegen einen Überwachungsstaat. Drei Gedanken dazu:

1. Ich begrüße das ja sehr, das eine lange Zeit stumme Lobby mehr in die Öffentlichkeit rückt. Die Medien reden von der sog. C64-Generation, also Leute, die mit dem Internet aufgewachsen sind (im Gegensatz zu den meisten, regierenden Politikern). Ich kenne einige Menschen, die das Thema, selbst wenn es sie selbst als Netzuser betrifft, nicht allzu wichtig finden für die Politik. Solche Demos zeigen, dass da durchaus ein nicht zu unterschätzendes Interesse besteht. Wichtig ist, was die Bürger für wichtig erachten und nicht die Politiker.

2. Die Parteien hatten Redeverbot, was das Ganze angenehm loslöst von einer reinen Wahlkampfveranstaltung. Natürlich waren Parteivertreter vorort und vor allem die Farben Grün und Orange (Piraten) dominierten und werden so sicherlich gut auf sich aufmerksam gemacht haben.

3. Polizisten sind auch nur Menschen. Trotzdem bestürzen folgende brutalen Bilder, vor allem wenn man das Motto der Veranstaltung bedenkt. Man kann nicht genau wissen, was da abgelaufen ist, aber wirken tut das ganze nicht gerade positiv für die Berliner Polizei. Ich kenne das Verfahren zur Einstellung von Polizisten nicht, aber scheinbar herrscht da ein Mangel an psychologischer Eignung für diesen Beruf. Wär ich ein aggressiver Schläger würde mich eine Laufbahn als Polizist schon ein wenig reizen…

Youtube-Beschreibung: „Dieses Video von der FSA09 ist dem CCC zugesteckt worden. Hintergrund ist, dass der Fahrradfahrer im blauen Hemd Anzeige gegen einen anderen Polizisten erstatten wollte, weil der einen Freund von ihm unter unfreundlichen Umständen („aggro-zecke trifft aggro-polizist“) festgesetzt wurde. In dem Video sieht man, wie die Polizisten gegen ihn und diverse unschuldige Passanten handgreiflich werden.

Ironie natürlich, dass das Geschehen von dutzenden Kameras der Passanten/Demonstranten aufgenommen wurde, statt der Kameras des „Überwachungsstaates“.