Ich liebe Blogs. Und das sage ich nicht nur, weil die Aktion Ein Herz für Blogs dazu aufruft, an der ich hiermit teilnehme. Oder auch nicht. Denn eigentlich galt es, genau gestern im eigenen Blog über Blogs zu informieren, die man selber gerne liest. Weil bei mir aber gestern offizieller Kopfschmerztag war, gibts die gleiche Aktion ohne Rahmung eben heute. I‘m such a rebel.
Ich liebe Blogs deswegen, weil sie in Verbindung mit RSS-Readern (in meinem Fall der Google Reader) die tollste Möglichkeit darstellen, immer auf dem neuesten Stand zu sein. Und zwar zu Themen, die mich persönlich interessieren. Und das beinhaltet eben nicht nur die üblichen Journalismusriesen, sondern eben auch jeden kleinen, privaten Schreiberling. Und weil dank Abo die Infos zu mir fliegen anstatt abgeholt werden zu müssen, muss ich mich nicht selbst motivieren bestimmte Seiten zu besuchen, wo vielleicht alle paar Jubeljahre mal etwas Interessantes steht.
Und nun, ohne weitere Umschweife, dem Prinzip des Follower-Friday bei Twitter entsprechend, hier eine kleine Auswahl meiner liebsten Blogs, grob alphabetisch und thematisch sortiert:
Ich selbst bin kein professionell ausgebildeter Designer, habe aber häufig mit Designaufgaben zu tun. Da ist es nett, wenn man Profis zuhören kann, wie sie bestimmte Entwürfe beurteilen. Das Design Tagebuch stellt häufig Redesigns von Marken, Websiten etc. vor und bewertet diese. Da kriegt man nicht nur als erster mit wenn eine große Firma ihr Äußeres verändert, sondern lernt auch gleich noch, mit welchen Mitteln und wieso. Prägnanz ist der Blog von Gerrit van Aaken, der häufig über Websitegestaltung und Webanwendungen spricht, aktuelle Trends analysiert, den Sinn und Unsinn bestimmter Fonts aufschlüsselt etc.
Meines Erachtens nach DAS Medienmagazin in Deutschland schlechthin. Wirklich alles wichtige, was sich in der deutschen Medienlandschaft so tut, findet man hier. Personalwechsel, Quoten, Querelen und so weiter. Besonders sympathisch ist die menschliche Schreibe, vor allem beim Twitter-Account. Gewachsen aus einem studentischen Projekt ist DWDL heute nicht nur wichtig, sondern auch integer.
Blog um alles, was mit Filmen zu tun hat. Neue Trailer, Reviews etc. Höchst subjektiv und lebensnah, weil eben als Hobby nebenbei betrieben. Nett, um auch bei den Gerüchten auf dem neuesten Stand zu bleiben, ohne selbst die amerikanischen Foren durchforsten zu müssen. Von Filmfans für Filmfans, ohne das ganze professionelle Drumrum. Besonders schön, wenn die Macher sich untereinander nicht einig sind, ob ein Film nun toll oder scheiße ist.
Ein zweischneidiges Schwert. Der Blog eignet sich wunderbar, um alle neuesten Entwicklungen von Google im Blick zu behalten. Die Artikel lassen jedoch häufig eine kritische Sicht vermissen und wirken insgesamt wie Werbung für den Konzern. Die Macher betonen zwar, sie seien unabhängig von Google selbst. Aber selbst wenn es sich bei ihnen einfach um Fanboys handelt, so ist die Berichterstattung doch etwas zu einseitig. Man kriegt zwar alles mit, aber seine Meinung sollte man doch lieber mit Hilfe anderer Quellen bilden.
Least I Could Do, Ape, not monkey und Saturday Morning Breakfast Cereal
Im Grunde gilt das gleiche wie bei einer Tageszeitung: Eine kleine Dosis Comic jeden Tag kann nicht schaden. LICD ist super gezeichnet und dreht sich um einen erfolgreichen Kindskopf á la Charly Harper (Two and a half men). Ape, not monkey spielt in einem Zoo und thematisiert den ewigen Zwist zwischen Religion und Atheismus/Wissenschaft. SMBC…dreht sich um alles, ist häufig stark übertrieben, aber oftmals saukomisch.
Der Blog von David Bordwell, seines Zeichens wissenschaftlicher Filmguru. Mal davon abgesehen, dass sich mein Studium zu starken Teilen auf das Zeug stützt, was er schreibt, ist das Zeug halt auch wahnsinnig interessant. Man muss aber auch damit leben, dass es öfters mal um das vietnamesische Kino der 40er Jahre o.ä. geht. Und dass die Einträge meist riesig lang ist, da er laut eigener Aussage den Blog als Kompensation dafür nutzt, nicht mehr hauptberuflich an Unis zu lehren bzw. Bücher zu schreiben.
Steht in meiner Gunst derzeit ganz weit oben. Kaum ein anderer Blog schafft es so ausführlich und treffend alle möglichen Diskussionen um Urheberrecht, Internetstoppschilder usw., eben alle netzpolitischen Themen auf einen Punkt zu bringen. Immer super recherchiert und kritisch. Weiter so!
Mitbegründer des Bildblogs (entlarvt allen Unsinn, den die Bildzeitung so verzapft) und vermutlich mit bekanntester Blogger in der Medienlandschaft. Hat gerade die duMont-Affäre mit einem Blogeintrag losgetreten (nachzulesen auf DWDL). Hat eine sehr ehrliche, überzeugende Schreibe, aber wird auch zu übertrieben gehyped von manchen Leuten. Ist auch nicht alles Gold, was er schreibt.
Tjoa, das war eine kleine Auswahl von Blogs, die mich täglich informieren und amüsieren. Würd mich freuen, wenn ihr mal reinschaut und vielleicht was nettes findet, mit dem ihr auch was anfangen könnt.

