Conan der Barbar

4010324021687Abteilung: Filme, mit denen ich aufgewachsen bin.

Unter-Abteilung: Filme, die eigentlich mies sind, aber eigentlich auch Klassiker und deswegen eigentlich doch gar nicht so mies sein können…oder doch?

Ich rede nicht etwa von Mad Max II, der gestern gen Mitternacht noch kurz am heimischen Fernseher dahin blechelte, sondern von einer anderen Stilikone. Eine, die ihren Hauptdarsteller ebenso bekannt machte und genau wie das postapokalyptische Gibson-Vehikel ein ganzes Genre aus der Taufe hob: Conan der Barbar. *grunz*

Conan war noch vor Terminator das große Karrieresprungbrett für den einzigartigen Governator, Arnold Schwarzenegger. Der war bis dato vor allem Bodybuilder und spielte in einigen wenigen, lachhaften Werken wie „Herkules in New York“ mit (passender Künstlername: „Arnold Strong“).

Der Film zog zwei Fortsetzungen nach sich sowie eine kurzlebige TV-Serie mit Ralf -ich habe in Gladiator mitgespielt – Möller. Conan ist dafür verantwortlich, dass in den 80ern eine ganze Welle minderwertiger Barbarenfilme auf das Volk losgelassen wurden, die alle etwas vom Erfolgs-Kuchen Conans abhaben wollten.

It's always sunny in California!

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Die Story passt auf einen Bierdeckel und bedient jedes Fantasy-Klischee: Klein-Conans Dorf wird ausgelöscht, Klein-Conan wird in der Sklaverei zu Groß-Conan, Conan rächt sich. Dazwischen gibt es Zauberer, Diebe, Könige, Sekten, jede Menge Tote. Conan redet wenig, Conan macht. Dieser Film porträtiert einen Arche-Typen, eben den Barbaren. Barbaren sind nicht kompliziert. Daher ist es folgerichtig, dass der Film sich ganz auf seine Inszenierung konzentriert.

Und die sitzt. Der Soundtrack von Basil Poledouris ist mitreißend und dominiert zusammen mit den Bildern den ganzen Film. Natürlich kann das Design der Ausstattung nicht mit dem Kaliber eines “Herr der Ringe” mithalten, aber es ist durchaus interessant, wie hier nordische und asiatische Elemente verknüpft werden. Der Film zeichnet ohne viel Dialog das Bild einer grausamen, gewalttätigen Zeit. Schwarzeneggers physische Präsenz ist wie geschaffen für diese Rolle, filigrane Schauspielkunst wäre hier meines Erachtens sogar fehl am Platz. Kurz gesagt: Das Gesamtbild ist einfach stimmig.

Lando Calrissian war nicht der einzige Schwarze in Star Wars!

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Conan ist ein Beispiel dafür, dass ein Film nicht intelligent sein muss, um gut zu sein bzw. zu unterhalten. Natürlich gereicht der Anti-Held Conan nicht zum Vorbild und es ist leider wahr, dass viele den Film genau deswegen mögen, weil sie es richtig finden, wie der Barbar die Dinge regelt. Auge um Auge, Zahn um Zahn. Wer in diesem Film am meisten redet, sind die Bösen, die Täuscher. Conan ist somit der Vertreter des einfachen Volkes und eine Ausgeburt männlicher Allmachtsfantasien, stark und unaufhaltsam. Regisseur und Hauptdarsteller machen im Audiokommentar sogar klar: Jeder will wie Conan sein. Er kriegt die Frauen, er besiegt das Böse. Damit reiht er sich ein in die Reihe der männlichen Actionhelden der 80er, zu denen auch Rambo oder eben Mad Max gehören.

Fazit: Ein Film, der einen geistig nicht weiterbringt, aber als Stilikone mal gesehen werden sollte. Schön für die Ohren, etwas 80er Jahre Trash, and last but not least: Arnold Schwarzenegger.

P.S. Der Audiokommentar von Regisseur John Milius und Schwarzenegger ist zwar reichlich inhaltsarm, aber die beiden präsentieren sich derart bescheuert, das hat durchaus Unterhaltungswert! Wie würde Arnie sagen: Exactly!

Pro.