Manchmal braucht man Pausenclowns. Gerade im Sommer. Da kommen einem politische Witzfiguren gerade recht, die sich mit populistischer Hirngrütze lächerlich machen und die Medien und die Bevölkerung auf den Prüfstein legen. Die Menschen sind nämlich trotz allem öffentlichen Anschein nach meist doch zu einem gewissen grad fremdenfeindlich. Es folgt eine Kurz(!)zusammenfassung zum Thema Thilo Sarrazin. Weiterlesen
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Kruzifix in Schulen
Ich bin wie immer einige Tage zu spät, möchte aber gern trotzdem meinen Senf zur Kruzifix-Debatte beitragen, ausgelöst von Niedersachsens neuer Sozialministerin Aygül Özkan (die, man glaubt es kaum, von der CDU kommt).
Deutschland in schwarz-gelber Hand

Na Prost Mahlzeit.
Unser zukünftiger Außenminister IchsprechkeinEnglisch:
Willi wählen? Willi wählen? Und Biene Maja noch dazu? Nein danke.
Und wenns der Wirtschaft noch so gut tun sollte kurzfristig…der Abbau von Bürgerrechten geschieht schleichend, hoffentlich hakt die FDP da ein wenig ein. Wenn sie schon sonst für eine Politik steht, die in die Wirtschaftskrise geführt hat. Der dt. Wähler ist paradox. Und die Bildungspolitik? Man o Meter. Da kommt was zu, auf die Nichtreichen des Landes…
Aber ich bin nicht so pessimistisch was den Ausgang der Wahl angeht. Davon geht Deutschland nun auch nicht unter. Nicht das, was ich gewollt habe, aber man muss die Kirche auch im Dorf lassen. Und es wird auch immer schwerer, eine der großen/kleinen anderen Parteien zu wählen.
Immerhin 2% für das Anliegen der Piraten, das ist schön. Aber die Wahlbeteiligung im Osten und die Stärke der Linken? Absolutes FAIL. Da muss man sich nicht wundern, wenn die Wessis die Ossis für Idioten halten.
Soweit der Mischmasch einiger meiner Gedanken zur Wahl.
Kontra.
Rette deine Freiheit
Auch wenn das langsam etwas monothematisch wird, nochmal was zum Thema Internet und Freiheit: Ein sehr überzeugendes Video zum Thema Kinderpornosperren. Übersichtlicher und klarer auf den Punkt geht das kaum. Unbedingter Anschaubefehl.
Weitere Infos, Unterstützungsmöglichkeiten etc. gibt es auf www.rettedeinefreiheit.de.
Pro.
Freiheit statt Angst
Parteien, Demonstranten und etwas Polizeibrutalität, fertig ist der Vorwahlscocktail. Rund 20.000 Menschen haben gestern in Berlin unter dem Motto “Freiheit statt Angst” demonstriert, für den Datenschutz, gegen einen Überwachungsstaat. Drei Gedanken dazu:
1. Ich begrüße das ja sehr, das eine lange Zeit stumme Lobby mehr in die Öffentlichkeit rückt. Die Medien reden von der sog. C64-Generation, also Leute, die mit dem Internet aufgewachsen sind (im Gegensatz zu den meisten, regierenden Politikern). Ich kenne einige Menschen, die das Thema, selbst wenn es sie selbst als Netzuser betrifft, nicht allzu wichtig finden für die Politik. Solche Demos zeigen, dass da durchaus ein nicht zu unterschätzendes Interesse besteht. Wichtig ist, was die Bürger für wichtig erachten und nicht die Politiker.
2. Die Parteien hatten Redeverbot, was das Ganze angenehm loslöst von einer reinen Wahlkampfveranstaltung. Natürlich waren Parteivertreter vorort und vor allem die Farben Grün und Orange (Piraten) dominierten und werden so sicherlich gut auf sich aufmerksam gemacht haben.
3. Polizisten sind auch nur Menschen. Trotzdem bestürzen folgende brutalen Bilder, vor allem wenn man das Motto der Veranstaltung bedenkt. Man kann nicht genau wissen, was da abgelaufen ist, aber wirken tut das ganze nicht gerade positiv für die Berliner Polizei. Ich kenne das Verfahren zur Einstellung von Polizisten nicht, aber scheinbar herrscht da ein Mangel an psychologischer Eignung für diesen Beruf. Wär ich ein aggressiver Schläger würde mich eine Laufbahn als Polizist schon ein wenig reizen…
Youtube-Beschreibung: “Dieses Video von der FSA09 ist dem CCC zugesteckt worden. Hintergrund ist, dass der Fahrradfahrer im blauen Hemd Anzeige gegen einen anderen Polizisten erstatten wollte, weil der einen Freund von ihm unter unfreundlichen Umständen (“aggro-zecke trifft aggro-polizist”) festgesetzt wurde. In dem Video sieht man, wie die Polizisten gegen ihn und diverse unschuldige Passanten handgreiflich werden.”
Ironie natürlich, dass das Geschehen von dutzenden Kameras der Passanten/Demonstranten aufgenommen wurde, statt der Kameras des “Überwachungsstaates”.
Piraten – Propaganda
Ich habe ein wenig mit Photoshop herumprobiert. Inspiriert durch den aktuellen Wahlkampf sollte ein Wahlplakat entstehen, das an die Propaganda der 40er und 50er angelehnt ist. Und weil die Partei etwas Aufmerksamkeit verdient und sich ihr Leitmotiv eh hervorragend für Bearbeitungen eignet, fiel die Wahl auf die Piratenpartei:

Im Grunde hat der Stil nicht viel Aufwand erfordert. Als Hintergrund diente ein brauner Umschlag, der dem Ganzen etwas Struktur verpasst und zudem die Farbrichtung vorgegeben hat. Die schwarzen Menschenumrisse wurden zweimal nebeneinander kopiert und darüber ein vorher freigestellter Captain Jack Sparrow gelegt.
Dieser ging für seinen verfremdeten Look durch den Kunstfilter Farbpapier-Collage. Für den weißen Umriss hab ich die Jack-Ebene einmal dupliziert, etwas vergrößert, komplett weißgefärbt und unter die Original-Ebene gepackt.
Im Hintergrund wurde das Logo der Piratenpartei eingesetzt sowie ein gespiegeltes Copyright-Zeichen, beide mit einer Deckkraft von ca. 30%.
Am längsten hat eigentlich der Schriftzug gedauert. Richtige Schriftgröße, Abstände, Winkel etc.. Die Farbwahl erforderte farbige Balken, die Jack untenrum abtrennen und etwas klarere Linien in das Bild bringen. Alles (bis auf das Copyright) wurde im Winkel von etwa 30° angekippt um dynamischer zu wirken (Lesrichtung von links nach rechts: Es geht aufwärts).
Anschließend wurde das Plakat noch schwarz gerahmt. Schmale, hellbraune Linien wurden grob an alle 4 Seiten gepappt um das Ganze etwas wilder aussehen zu lassen.
Zum Schluss folgten noch ein paar mit einem Spezialpinsel aufgetragene Risse und Flecken. Farbbearbeitung etc. war nicht notwendig, da mir die Farben und der Kontrast schon so ganz gut gefielen.
Kommentare? Tipps? Immer her damit!
Pro.
"Kerstin Kullmann & Internet"-Video: Viel Rauch um Nichts
Ich habe gerade über Twitter von einem Video erfahren, welches Kerstin Kullmann, Spiegel-Mitarbeiterin, in einer Frühstückssendung im Interview zeigt. Thema: Aktuelles Spiegel-Titelthema Internet & mögliche Regulierungen. Zunächstmal das Video:
Alle schreien rum, wie doof das sei. YouTube zeigt mal wieder das beste Niveau seiner Nutzer: Da wird das scheinbare Unvermögen der Frau mit ihrer Haarfarbe, ihrem Geschlecht und ihrer Sitzhaltung(!) begründet.
Meine Meinung dazu: Eine Interview-Situation, gerade mit einer vielleicht nicht geübten Rednerin, führt nunmal dazu, dass man seine Gedanken missverständlich ausdrückt. Normalerweise wird darüber wohlwollend hinweggesehen und der gesunde Menschenverstand lässt einen schlussfolgern, was die Person ausdrücken wollte. Wenn eine Debatte aber heißläuft, wird jede kleine Schwäche gnadenlos ausgenutzt um die eigene Position zu behaupten. Die Leute hören nur das, was sie hören wollen.
Ja, sie hat gesagt, das Internet wäre ein rechtsfreier Raum.
Ja, sie hat gesagt, Vergewaltigungen etc. fänden im Internet statt und wären im RL nicht möglich.
Nun möchte ich mal 3 Missverständnisse aus der Welt räumen, wie ich die Situation interpretiere:
1. Zunächstmal fordert Frau Kullmann NICHT rechtliche Regulierungen für das Internet. Sie schildert lediglich, womit sich der Artikel ihrer Kollegen beschäftigt und dass es darum geht, dass zurzeit die Rufe nach Regulierungen lauter werden.
2. Im Gesprächszusammenhang wird klar, dass sie meinte, dass das Internet als rechtsfreier Raum wahrgenommen wird. Leute begehen Straftaten und kommen evtl. damit durch, wo sie im echten Leben größere Hindernisse überwinden müssten. Zudem SEHEN die Leute hier die Straftaten, das heißt nicht, dass sie häufiger sind als im nicht virtuellen Leben.
3. Ich denke sie wollte ausdrücken, dass solche Straftaten im echten Leben nicht so präsent, zugänglich etc. sind wie im Netz. Natürlich findet Kindesmisshandlung im realen Leben statt. Aber das Netz ist der Ort, wo dies verbreitet wird und zu finden ist. Hier nimmt auch Otto Normalbürger dieses Geschehen war, welches er sonst im nichtvirtuellen Leben nicht kennt, außer über Berichterstattung in den anderen Medien. Wie kann irgendjemand tatsächlich denken, dass Frau Kullmann glaubt, Straftaten seien rein virtuell und real nicht existent?
Leute, kommt runter, regt euch nicht sofort über jede vermeintliche Dummheit auf und bedenkt, unter welchen Bedingungen bestimmte Äußerungen zu Stande kommen. Regt euch lieber über konkret ausgearbeitete Zensurpläne von der Leyen und Co. auf als über kleine Versprecher im Frühstücksfernsehen.
Kontra.
Politik und das Internet
In diesem SPON-Artikel lässt sich nochmal übersichtlich das Problem mit der Diskrepanz zwischen Politik und Internet nachlesen, inklusive Onlinepetitionen und Kinderpornosperren.
Um noch mal einen Kritikpunkt aufzugreifen: “Die Sperren funktionieren nicht” ist ein ziemlich dämliches Argument für jene, die aus Prinzip gegen Zensur wettern. Das hieße ja im Umkehrschluss, dass die Sperren okay wären, wenn sie denn funktionierten. D’oh!
Kontra.

