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	<title>Moosbett &#187; Politik</title>
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		<title>Gauck &#8211; Die Sau im global village?</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Feb 2012 14:25:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tomhartig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespräsident]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Joachim Gauck]]></category>
		<category><![CDATA[Wulff]]></category>

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		<description><![CDATA[Bei der Hatz gegen Wulff ging es darum, ob er das Amt trotz seiner Verfehlungen bekleiden darf. Bei der Hatz gegen Gauck geht es darum, ob die Hetzer den Kanidaten wählen würden. Und das steht gar nicht zur Debatte. <a href="http://tomhartig.de/wordpress/gauck-die-sau-im-global-village">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Wullf ist (endlich!) gegangen. Ersatzbundespräsident soll <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_Gauck" target="_blank">Joachim Gauck</a> werden. Der Konsenskandidat, den kaum eine Partei für sich genommen tatsächlich will. War ja auch zu erwarten: Bei der Bundespräsidentschaftswahl 2010 hatte Wulff Gauck erst im dritten Wahlgang knapp geschlagen&#8230;was die gesetzlich vorgeschriebene Höchstgrenze ist. Warum sollte Gauck da nicht der logische Kandidat 2012 sein, falls die veränderte Parteipolitik nicht dagegen spricht? Doch darum geht es nicht.</p>
<p>Ich war damals für Gauck, zumindest in der Wahl zwischen ihm und Wulff. Besonders fundiert war diese Entscheidung nicht, da war viel Bauchgefühl und grobe Darstellung durch die Medien dran schuld. Nach Wulffs Abgang führte Gauck die meisten Volkskumfragen als Wunschkandidat an. Dann ist ja nun verspätet alles wunderbar?<span id="more-1421"></span></p>
<h2>Hin und her und hin und her</h2>
<p>Nicht ganz. Schnell verbreiteten sich im Netz Zitate von Gauck, die nicht zum vermittelten Bild des Bürgerrechtlers passten: Gauck fände Sarrazin toll, HartzIVler doof und sei im übrigen für Vorratsdatenspeicherung. Und eigene Stasiakten habe er damals als Beauftragter für die Stasiaufarbeitung auch verschwinden lassen. Das Netz hat also aufgedeckt: Gauck ist eigentlich böse?</p>
<p>Nicht ganz. Die nächste Evolutionsstufe des vernetzten Bürgers ist natürlich clever und durchschaut was hier vor sich geht: Das Web ist viel Pöbel und Pöbel jagt gerne Säue durch&#8217;s Dorf. <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,816601,00.html" target="_blank">Die Zitate von Gauck seien natürlich aus dem Zusammenhang gerissen</a> und überhaupt seien die Netzleute zu faul und dumm für die größeren Zusammenhänge und verteilten einfach gerne Halbwahrheiten ohne den Aufwand zu betreiben, sich mal ausführlicher mit Gaucks Positionen auseinanderzusetzen. Gauck ist also eigentlich doch dufte?</p>
<p>Nicht ganz. Noch einen drauf setzen dann die Leute, die auch den Netzverstehern Selbstverliebtheit attestieren: Nur weil man das System durchschaue, wie der Pöbel kommuniziere, hat er nicht automatisch unrecht. Anders ausgedrückt: <a href="http://www.scilogs.de/wblogs/blog/sprachlog/kultur/2012-02-21/der-boese-gauck-und-das-netz" target="_blank">Auch mit Kontext würden Gaucks Positionen nicht besser</a>. Er ist nicht der Teufel, aber nachwievor nicht tragbar für progressive Bürger. Gauck ist also doch doof?</p>
<h2>Die Diskussionen gehen am Thema vorbei</h2>
<p>Ich find das ja alles ziemlich interessant. Nicht ob Gauck nun kleine Kinder frisst oder so. Sondern wie sich die Leute in ihrem Kampf um Deutungshoheit gegenseitig zerfleischen, wer jetzt besser mit der Wahrheit und ihrer Verteilung umgehen kann.</p>
<p>Ob Gauck als Bundespräsident geeignet ist, hat nichts damit zu tun, wer im Netz nun recht hat! Bei der Hatz gegen Wulff ging es darum, ob er das Amt trotz seiner Verfehlungen bekleiden darf. Bei der Hatz gegen Gauck geht es darum, ob die Hetzer den Kandidaten wählen würden. Und das steht gar nicht zur Debatte.</p>
<p>Ein häufiges Argument gegen die Gauck-Kritiker lautet:</p>
<p><em>Erst habt ihr Wulff aus dem Amt geekelt wegen Sachen, die für das Amt unerheblich sind, den Job hat er doch gut gemacht</em> (Wer mag, kann &#8220;Wulff&#8221; durch &#8220;Gutti&#8221; ersetzen) <em>und nun wollt ihr schon Gauck fertig machen, bevor er auch nur das Amt angetreten hat!</em></p>
<p>Das ist gar nicht so weit weg von der Wahrheit, auch wenn ich den ersten Teil nicht richtig finde. Die Blogger, Twitterer etc. haben gemerkt, dass sie politisch etwas verändern können. Nun tun sie das auch, sie versuchen darzustellen: Gauck ist nicht unser Kandidat. Aber das ist halt kein ausreichendes Argument, ihm das Amt zu verwehren. Das ist als würde ich fordern die CDU aus dem Bundestag zu schmeißen, weil ich sie nicht wähle.</p>
<p>Kurz: Die Kritik an Gaucks Strahlemann-Image ist wohl berechtigt. Die Kritik an seinen Kritikern auch. Aber letzteres hat keine Folgen für die Frage, ob Gauck Bundespräsident werden kann. Das kann er, auch wenn er nicht mein Wunschkandidat ist. Die Ereiferer sollten sich jenseits vom aufregenden <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Shitstorm" target="_blank">Shitstorm</a> (Anglizismus des Jahres 2011, yeah!) bewusst machen: Nicht der Bundespräsident macht die Politik im Land. Alles halb so wild.</p>
<div class="shr-publisher-1421"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic -->]]></content:encoded>
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		<title>ACTA und der ganze Rest</title>
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		<pubDate>Sun, 12 Feb 2012 15:36:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tomhartig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[ACTA]]></category>
		<category><![CDATA[Anonymus]]></category>
		<category><![CDATA[Heveling]]></category>
		<category><![CDATA[Netzsperren]]></category>

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		<description><![CDATA[Das freie Verbreiten digitaler Güter ist nicht ohne eine massive Einschränkung der Bürgerrechte zu verhindern. Wenn man das nicht will, muss man den Zustand der freien Verbreitung akzeptieren. <a href="http://tomhartig.de/wordpress/acta-und-der-ganze-rest">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p style="text-align: center;"><a href="http://tomhartig.de/wordpress/acta-und-der-ganze-rest"><img class="aligncenter size-full wp-image-1373" title="acta1" src="http://tomhartig.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/02/acta1.jpg" alt="ACTA und der ganze Rest" width="560" height="150" /></a></p>
<p>Gestern waren ja europaweit Demonstrationen gegen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anti-Counterfeiting_Trade_Agreement" target="_blank">ACTA</a> (Anti Counterfeiting Trade Agreement). Wenn man sich so die Berichterstattung und Meinungen dazu anhört, werden häufig zwei Punkte herausgestellt: Erstens die sehr große Menge an Leuten, die trotz Minusgrade auf die Straße gegangen sind, zweitens das relativ junge Durchschnittsalter.</p>
<p>Ich fand das jetzt nicht so überraschend. Die Menge erklärt sich schon allein dadurch, dass das Internet wohl die effektivste Möglichkeit ist, Massen zu mobilisieren. Und wenn das Thema lautet „Die wollen unser Internet kaputtmachen!“, fühlen sich die meisten Leute in diesem Medium natürlich angesprochen. Und umso jünger das Publikum, umso stärker ist das Netz in seine Lebenswelt eingebunden. Wenn diese Welt bedroht wird, regt sich Widerstand. Von Politikverdrossenheit der Jugend kann hier keine Rede mehr sein.<span id="more-1366"></span></p>
<div id="attachment_1374" class="wp-caption aligncenter" style="width: 570px"><img class="size-full wp-image-1374" title="Magdeburg, Hauptbahnhof" src="http://tomhartig.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/02/acta2.jpg" alt="Magdeburg, Hauptbahnhof" width="560" height="300" /><p class="wp-caption-text">Magdeburg, Hauptbahnhof</p></div>
<p><strong>Schwarze Schafe machen keine schwarze Herde</strong></p>
<p>Es gibt Leute wie Ansgar Heveling, die eine „Netzgemeinde“ als homogene Masse ansehen und <a href="http://www.handelsblatt.com/meinung/gastbeitraege/gastkommentar-netzgemeinde-ihr-werdet-den-kampf-verlieren/6127434.html" target="_blank">diese zum Feindbild stilisieren</a>, als würde man gegen diese Krieg führen. Als gäbe es normale Menschen und die bösen Netzmenschen. Das Problem mit solchen Ansichten ist u.a., dass sie einer Gruppe von Menschen einheitliche Ansichten und Ziele unterstellen. Die Unterstellung könnte in etwa so lauten: Das sind alles radikale, linke Idioten, die alles für umsonst haben wollen und keine Ahnung von der Wirklichkeit haben.</p>
<p>Die Sache ist die: Da sind radikale, linke Idioten, die alles für umsonst haben wollen und keine Ahnung von der Wirklichkeit haben. Sie sind uninformiert, schreien am lautesten und generieren dadurch auch die meiste Aufmerksamkeit. Menschen wie Heveling <a href="http://www.stern.de/digital/computer/cdu-web-kritiker-fuehlt-sich-von-reaktionen-bestaetigt-1780489.html" target="_blank">fühlen sich dann in ihren Aussagen bestätigt</a>. Sie picken sich aus dem massiven Protest über ihre Aussagen das Schlimmste heraus und sagen: Schaut her, ich hatte Recht als ich gesagt habe, dass das alles doofe Chaoten sind, die keinen Anstand haben.</p>
<p>Aber: Da gibt es auch eine Menge anderer Leute. Menschen mit guten Argumenten, denen kaum Gehör geschenkt wird, weil sie nicht so radikal in Erscheinung treten. Auf den ACTA-Demonstrationen trat keine einheitliche politische Gruppe auf, die eine spezifische Meinung vertritt (außer der, ACTA sei abzulehnen). Es ist nicht (mehr) die „Netzgemeinde“, sondern ein Querschnitt der Bevölkerung. Demzufolge wurden auf den Demos nicht nur grundsätzlich begrüßenswerte Statements zum Thema Freiheit und Bürgerrechte geliefert, sondern es wurde auch viel Blödsinn verbreitet. Das sollte die Wichtigkeit des Protestes nicht schmälern, <a href="http://digitalegesellschaft.de/portfolio-items/acta-stoppen/" target="_blank">ACTA ist aus genügend Gründen abzulehnen</a>.</p>
<div id="attachment_1375" class="wp-caption aligncenter" style="width: 570px"><img class="size-full wp-image-1375" title="acta3" src="http://tomhartig.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/02/acta3.jpg" alt="Leitspruch vieler Plakate: ACTA? Ad acta!" width="560" height="300" /><p class="wp-caption-text">Leitspruch vieler Plakate: ACTA? Ad acta!</p></div>
<p><strong>Die Wahrheit? Wen interessiert die Wahrheit, wir wollen gewinnen!</strong></p>
<p>Im Vorfeld der ACTA-Demos verbreitete sich ein Aufklärungsvideo von Anonymus, was in bester Propagandatradition ACTA als den Teufel persönlich darstellte:</p>
<p><iframe width="560" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/9LEhf7pP3Pw?rel=0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Es werden darin viele Behauptungen aufgestellt, die nicht zutreffen. Das Video war ein großer Erfolg, viele Leute argumentierten fortan mit jenen Behauptungen, obwohl sie falsch sind. Siehe <a href="http://www.ferner-alsdorf.de/2012/02/das-anti-counterfeiting-trade-agreement-acta-und-das-deutsche-recht/wettbewerbsrecht/strafrecht/rechtsanwalt/verkehrsrecht/" target="_blank">hier</a>, <a href="http://www.internet-law.de/2012/02/ist-die-acta-hysterie-berechtigt.html" target="_blank">hier </a>und in diesem Antwortvideo:</p>
<p><iframe width="560" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/g1eUF7qD5FA?rel=0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Dass man auf Fehlinformationen hereinfällt ist die eine Sache. Was mich überraschte: Eine Aufklärung danach wurde von Teilen der ACTA-Gegner abgelehnt. Dass ACTA unser aller Freiheit rauben wolle ist halt ein zu schönes Argument für den Kampf gegen das Böse, das wollen sich einige natürlich nicht von der Wahrheit kaputt machen lassen. Es gibt nur noch Schwarz oder Weiß, für uns oder gegen uns.</p>
<p>Es ist, als wären wir in der Zeit zurückgereist: Schon in den Siebzigern wehrte sich die Jugend gegen veraltete Politik. Heute wie damals nahm diese den Protest oft nicht ernst, außer als Bedrohung der Ordnung. In der Folge radikalisierte sich ein Teil der Bevölkerung: Wenn es mit gutem Zureden nicht funktioniert, dann eben durch flammende Reden und Gewalt. Herausgekommen ist dabei unter anderem die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rote_Armee_Fraktion" target="_blank">RAF</a>.</p>
<div id="attachment_1376" class="wp-caption aligncenter" style="width: 570px"><img class="size-full wp-image-1376" title="acta4" src="http://tomhartig.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/02/acta4.jpg" alt="Auf dem Weg durch die Magdeburger Innenstadt" width="560" height="300" /><p class="wp-caption-text">Auf dem Weg durch die Magdeburger Innenstadt</p></div>
<p>Ich unterstütze das auf keinen Fall. Aber es zeigt die Konsequenzen, die sich ergeben können, wenn die Politik das Volk nicht ernst nimmt. Ich will nicht, dass die Politiker nur die schlechten Argumente der Idioten nehmen und deswegen den gesamten Protest ins Lächerliche ziehen. Gegen schlechte Argumente kann sich jeder verteidigen. Ich will, dass sie sich die guten Argumente sucht und diese bei Gesetzgebungen aufgreift, auch wenn sie die eigenen Ansichten über den Haufen werfen. ACTA mag vieles nicht sein, was von den Schreihälsen der Demos verbreitet wird. Aber es ist eine Richtungsentscheidung, die aussagt: Das Urheberrecht ist gut wie es ist. Wir müssen es nicht anpassen, sondern die Freiheiten der Bürger einschränken um es durchzusetzen.</p>
<p>Ein Urheberrecht, das so unpraktisch geworden ist, dass selbst die stärksten Verfechter härterer Strafen <a href="http://blog.odem.org/2012/01/urheberrechtstrolle.html" target="_blank">es regelmäßig brechen</a>. Tagtäglich machen sich millionen Menschen strafbar, ohne es auch nur zu wissen.</p>
<p>Die Demos waren friedlich. Die Hacking-Aktionen von Anonymus und anderen radikalen Gruppen finden weniger auf Demos statt als eben im Netz. Dadurch entsteht realer Schaden. Anstatt den digitalen Krieg heraufzubeschwören wie es Heveling getan hat, sollte man den Dialog suchen.</p>
<div id="attachment_1377" class="wp-caption aligncenter" style="width: 570px"><img class="size-full wp-image-1377" title="acta6" src="http://tomhartig.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/02/acta6.jpg" alt="Memes als Ausdruck einer neuen Kultur" width="560" height="300" /><p class="wp-caption-text">Memes als Ausdruck einer neuen Kultur</p></div>
<p><strong>Reformen statt Zementierung</strong></p>
<p>Dafür gehört für mich eine gemeinsame Reformierung des Urheberrechts an die Welt, in der wir heute leben. Das freie Verbreiten digitaler Güter ist nicht ohne eine massive Einschränkung der Bürgerrechte zu verhindern. Wenn man das nicht will, muss man den Zustand der freien Verbreitung akzeptieren. Und wenn man dies tut, muss man Bedingungen schaffen, unter denen es sich für Urheber noch lohnt, Güter zu produzieren.</p>
<p>Zu häufig behaupten Politiker vorschnell, dies sei nicht möglich. Unter Einfluss eben jener Lobbyisten, die zwischen Urheber und Nutzer stehen, das meiste Geld kassieren und nun über Verträge wie ACTA versuchen, ihre Haut zu retten. Die sagen: Das Angebot soll die Nachfrage bestimmen. Weil man sie in einer Welt, in der Urheber und Nutzer sich direkt austauschen können, nicht mehr so stark braucht. Wenn ich nicht mehr die Produktion von CDs, die Werbemaßnahmen über Plakate etc. mitbezahlen muss, ist der Konsum von Musik gleich sehr viel kostengünstiger, ohne dass der Urheber weniger Geld verdienen würde. Menschen sind bereit angemessene Beträge zu bezahlen, wenn sie nicht das Gefühl haben, über den Tisch gezogen zu werden. Dass es auch Leute gibt die gar nix bezahlen, geschenkt. Wenn das Signal der Politik aber ist „Die müssen wir einsperren! Das sind alles Verbrecher!“, dann werden das einfach immer mehr. Dann kann man irgendwann das ganze Volk einsperren. Das Volk sollte der Souverän sein und die politischen Instanzen seine Vertreter. Wenn die Menschen das Gefühl haben, dass die Politik von Firmen gemacht wird, dann werden sie sauer. Und teilweise auch radikal.</p>
<div id="attachment_1378" class="wp-caption aligncenter" style="width: 570px"><img class="size-full wp-image-1378" title="acta7" src="http://tomhartig.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/02/acta7.jpg" alt="Nicht nur Heveling mag Mittelerde" width="560" height="300" /><p class="wp-caption-text">Nicht nur Heveling mag Mittelerde</p></div>
<p>Ich freue mich über die zahlreiche und kreative Beteiligung an den Demonstrationen und hoffe, dass dies ein Umdenken in der Politik fördert. Es gibt viele Bestrebungen dorthin, einige sind ehrlich, andere nur symbolisch. Es wäre schön, wenn die Ablehnung von ACTA ein Zeichen setzt, wo wir NICHT hinwollen.</p>
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		<title>Troja und Piraten</title>
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		<pubDate>Wed, 26 Oct 2011 18:24:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tomhartig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Friedrich]]></category>
		<category><![CDATA[Piratenpartei]]></category>
		<category><![CDATA[Staatstrojaner]]></category>

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		<description><![CDATA[Ja ich weiß. Mal wieder Monate lang keine Einträge auf Moosbett. Und keine Beiträge bedeutet den Tod, zumindest aber das Koma für jeden Blog. Also probier ichs heute mal mit einer Senfsammlung zu mehreren Themen der Weltgeschichte, möglichst kurz gehalten. <a href="http://tomhartig.de/wordpress/troja-und-piraten">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p><a title="Troja und Piraten" href="http://tomhartig.de/wordpress/troja-und-piraten"><img class="aligncenter size-full wp-image-1337" title="Troja und Piraten" src="http://tomhartig.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/10/troja.png" alt="Troja und Piraten" width="560" height="150" /></a></p>
<p>Ja ich weiß. Mal wieder Monate lang keine Einträge auf Moosbett. Und keine Beiträge bedeutet den Tod, zumindest aber das Koma für jeden Blog. Also probier ichs heute mal mit einer Senfsammlung zu mehreren Themen der Weltgeschichte, möglichst kurz gehalten. <em>Edit: Ist mir nicht gelungen, deswegen doch eher einen monothematischen Rant.</em></p>
<p><span id="more-1330"></span></p>
<p><strong>Staatstrojaner-Affäre</strong></p>
<p>Wer nicht weiß um was es geht, belese sich z.B. auf <a href="http://netzpolitik.org/?s=staatstrojaner&amp;amp;searchsubmit=Suchen" target="_blank">Netzpolitik.org</a>.</p>
<p>Unbelehrbare werden sagen, die Aufregung wäre übertrieben. Es ginge hier ja nicht um die totale Überwachung, Diktatur etc. sondern um Verbrechensbekämpfung, die in den heutigen Zeiten keine andere Wahl hat. Dass der Staat keine Skrupel haben darf die neuen technologischen Möglichkeiten zu nutzen, Kriminelle hätten sie ja auch nicht. Zuerst kommt das Überleben, danach die Moral. So argumentieren in etwa auch die entblößten Beamten derzeit.</p>
<p>Achtung, ich hole jetzt vielleicht ein völlig unpassendes Beispiel aus dem Keller: Mit dem gleichen Argument wurde die Mauer gebaut. Noch heute sagen mir Ex-DDRler „Der Staat hatte ja keine andere Wahl, es sind ja alle abgehauen!“. Es ist ein Denken, dass den Staat über seine Bürger stellt. Als dienen die Menschen dem System, und nicht umgekehrt. Es sollte gelten: Wenn das System nicht funktioniert, muss es geändert werden. Es ist erschütternd und macht mich unendlich wütend, wenn „unser“ Bundesinnenminister Friedrich im Grunde sagt, das Gesetz gelte für den Staat nicht. Auch wenn er es etwas netter verpackt, indem er meint die Gerichte seien halt der einen Meinung, und die Behörden einer anderen. Geht’s noch?</p>
<p>Nennt mich Gutmensch oder weltfremd. Aber man muss sich nur den Diskurs über den Staatstrojaner anschauen, um sich relativ einfach positionieren zu können. Auf der einen Seite die Bürger, welche mit unzähligen Argumenten stichhaltig nachweisen können, dass der Staat illegal Spähsoftware eingesetzt hat. Die noch dazu so schlampig programmiert, unkontrolliert von einer Privatfirma produziert  (welche vor wenigen Jahren in einen Bestechungsskandal verwickelt war) wurde, dass sie von Laienhackern gekapert werden kann um die gewonnenen Daten zu missbrauchen. Auf der anderen Seite der Staat, welcher den Doktor a.D. zu Guttenberg macht: Lügen, immer nur soviel zugeben wie eh schon  bewiesen ist und diesmal dann lächerlicherweise nicht einmal mehr das: Nämlich schlichte Realitätsverweigerung trotz klarer Tatsachen. Friedrich und Co. Präsentieren nicht nur völlige Inkompetenz, sondern einen verdorbenen Charakter sondergleichen, der das eigene Überleben über das Grundgesetz stellt.</p>
<p>Bürger: Sie haben das Gesetz gebrochen.</p>
<p>Behörden: Wir finden, das Gesetz ist blöd.</p>
<p>Argumentationen für oder gegen Überwachungsmaßnahmen sind sicherlich Aufgabe der Legislative, aber völlig fehl am Platz wenn es um Rechtsbruch durch die Exekutive geht. Da hilft auch Friedrichs Mantra: <em>Es gab kein Rechtsbruch -&gt; Es gab keinen Rechtsbruch durch Bundesbehörden -&gt; Es gibt kein Rechtsbruch der mir unterstellten Behörden -&gt; Von einem Rechtsbruch ist mir grad nichts bekannt.</em></p>
<p>Ich weiß bei diesem Thema nicht, ob ich mich zu sehr echauffiere oder zu wenig. Meine primären Quellen sind ja nun mal Digital Natives mit relativ homogener Meinung zu solchen Themen. Und sie regen sich gerne sehr stark auf, was vom restlichen Teil der Bevölkerung vielleicht eher belächelt wird, sofern er etwas davon mitbekommt. Wenn auch zunehmend weniger, wie der Erfolg der Piratenpartei ja zeigt.</p>
<p><strong>Erfolg der Piratenpartei</strong></p>
<p>Ich freue mich sehr über den Erfolg, aus verschiedenen Gründen.</p>
<p>1.	Sie repräsentieren sowohl einen großen Teil bisheriger Nichtwähler, welche offensichtlich nicht zwangsläufig politikverdrossen sind, sondern lediglich keine Lust auf die Art und Weise haben, wie zur Zeit Politik gemacht wird. Zum anderen zeigen sie das steigende Interesse an Themen wie Datenschutz, Bürgerrechten etc.</p>
<p>2.	Ihr Grundverständnis keine Ansammlung von Experten für alle Probleme dieser Welt zu sein, sondern die Stimme des Volkes, bläst erfrischenden Wind in die Segel der aktuellen Politik. Ich sehe auf keinen Fall die Piratenpartei zur Zeit als eine Partei an, die Deutschland regieren kann. Sie stellt aber ein bedeutsames Korrektiv für den Bundestag dar: Meinetwegen können die Piraten wieder verschwinden, wenn sie ihre Botschaft in den etablierten Parteistrukturen hinterlassen haben: Nehmt euer Volk ernst, redet mit ihm in einer Art, die der heutigen Zeit angemessen ist und vor allem: Habt keine Geheimnisse vor eurem Volk und lasst sie teilhaben!</p>
<p>Übrigens hat die Piratenpartei &#8211; wie <a href="http://blog.fefe.de/" target="_blank">Fefe</a> richtig sagte &#8211; ihre Chance gründlich in den Sand gesetzt, die ganze Trojaneraffäre für sich zu nutzen. Immerhin haben sie u.a. den <a href="http://www.internet-law.de/2011/10/strafanzeige-wegen-bayerntrojaner.html" target="_blank">Staatsminister von Bayern angeklagt</a>, für das Verbrechen, was er allem Anschein nach begangen hat. Wenn man den Behörden schon nicht mit Argumenten gut zureden kann, muss man sie eben mit den eigenen Mitteln zur Räson bringen. Sollte dies nicht mehr möglich sein, muss man fast schon über gewaltsamen Widerstand nachdenken. Die Judikative sehe ich hier als letzte halbwegs vertrauenswürdige Instanz. Doch selbst deren Handlungsoptionen werden zunehmend eingeschränkt, wie sich in unzähligen Fällen von vertuschter Polizeibrutalität etc. gezeigt hat.</p>
<p>Tja, nun konnt ich mich doch nicht kurz halten. Naja, vielleicht verheißt das ja in Zukunft weitere Einträge? <img src='http://tomhartig.de/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>P.S. Sehe grad: <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,794126,00.html" target="_blank">Aktuellere Trojanervariante aufgetaucht und analysiert</a>, immer noch Mist, Behörden dementieren nach rekordverdächtigen 9 Minuten. Es ist einfach traurig.</p>
<div class="shr-publisher-1330"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic -->]]></content:encoded>
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		<title>Mein Gott, wie ich die BILD verachte</title>
		<link>http://tomhartig.de/wordpress/mein-gott-wie-ich-die-bild-verachte</link>
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		<pubDate>Wed, 22 Jun 2011 12:53:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tomhartig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<category><![CDATA[Euro]]></category>
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		<category><![CDATA[Krise]]></category>

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		<description><![CDATA[Bild-Schlagzeile zum Thema Griechenland und Eurokrise: Kommt mir vor wie: Mehr Infos unter http://www.stefan-niggemeier.de/blog/und-die-eulen-wollen-wir-auch-zuruck/ Nuff said, dieses Blatt ist einfach nur zu verachten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Bild-Schlagzeile zum Thema Griechenland und Eurokrise:</p>
<p><a href="http://tomhartig.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/06/euroluege.jpeg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1270" title="euroluege" src="http://tomhartig.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/06/euroluege.jpeg" alt="Quelle: BILD" width="330" height="334" /></a></p>
<p>Kommt mir vor wie:</p>
<p><a href="http://tomhartig.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/06/euroluege2.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-1271" title="euroluege2" src="http://tomhartig.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/06/euroluege2.png" alt="Quelle: Ich" width="330" height="334" /></a></p>
<p>Mehr Infos unter <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/und-die-eulen-wollen-wir-auch-zuruck/">http://www.stefan-niggemeier.de/blog/und-die-eulen-wollen-wir-auch-zuruck/</a></p>
<p>Nuff said, dieses Blatt ist einfach nur zu verachten.</p>
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		<title>Killerspiele doch gefährlich! Wuff!</title>
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		<pubDate>Sun, 03 Apr 2011 10:55:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tomhartig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Videospiele]]></category>
		<category><![CDATA[EA]]></category>
		<category><![CDATA[Killerspiele]]></category>
		<category><![CDATA[Neue Rheinische Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Videogames]]></category>
		<category><![CDATA[www.nrhz.de]]></category>

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		<description><![CDATA[Hey, ich habe eine neue Zeitung, die ich nicht mögen darf! Die Neue Rheinische zeitung, ein Webmagazin in Marxscher Tradition. Wo die Autoren ohne Bezahlung arbeiten, sich also vermutlich genauso gern über Herzensangelegenheiten ereifern wie meinereiner in diesem Blog. Diesmal geht es mal wieder gegen "Killerspiele". <a href="http://tomhartig.de/wordpress/killerspiele-doch-gefahrlich-wuff">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p><a href="http://tomhartig.de/wordpress/killerspiele-doch-gefahrlich-wuff"><img class="aligncenter size-full wp-image-1212" title="mario" src="http://tomhartig.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/04/mario.png" alt="" width="555" height="150" /></a></p>
<p>Hey, ich habe eine neue Zeitung, die ich nicht mögen darf! Die Neue Rheinische Zeitung, ein Webmagazin in Marxscher Tradition. Wo die Autoren ohne Bezahlung arbeiten, sich also vermutlich genauso gern über Herzensangelegenheiten ereifern wie meinereiner in diesem Blog. Diesmal geht es mal wieder gegen &#8220;Killerspiele&#8221;.<span id="more-1208"></span></p>
<p>Der Artikel heißt: &#8220;<a href="http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=13254" target="_blank">Killerspiele doch gefährlich!</a>&#8220;. Ziemlich endgültig. Und mit Ausrufezeichen. Kann man nichts mehr sagen, zu dem Thema. Oder doch? Ich versuchs mal, gehe den Artikel Stück für Stück durch und reg mich auf.</p>
<p>Der Aufmacher spricht davon, dass ein Skandal ein neues Licht auf die sog. &#8220;medienpädagogische&#8221; Verharmlosung der Wirkungen von &#8220;Killerspielen&#8221; werfe. Journalistische Objektivität kann man also gleich nach dem ersten Satz in die Tonne schmeißen, diese Zeitung kennt die Wahrheit meine Damen und Herren &#8211; und sie wird sie uns aufs Brot schmieren!</p>
<p>Innerhalb des Aufmachers scheint der Skandal daraus zu bestehen, dass Nintendo Deutschland und EA ein &#8220;Institut zur Förderung von Medienkompetenz&#8221; an der FH Köln mit 250.000 Euro gefördert hat. Man ahnt in welche Richtung das Ganze geht&#8230;Lobbyismus, klar. Der Artikel fängt an, die wirtschaftliche Größe von EA zu beschreiben. Direkt danach:</p>
<blockquote><p>Von 1994 bis 1999 entwickelte EA unter der Bezeichnung &#8220;Jane’s Series&#8221; eine Reihe von militärischen Simulationen und erhielt dafür eine Lizenz der Jane’s Information Group, einem &#8220;militärwissenschaftlichen“ Verlag, der u.a. Jane’s Defence Weekly herausgibt.</p></blockquote>
<p>Dem uninformierten Leser wird damit suggeriert, EA hätte nichts anderes gemacht als Militärsimulationen zu entwickeln. Und allein damit seine Marktgröße erreicht. Okay, mächtiger Spielekonzern, Militärsimulationen (wir vermeiden hier noch das Wort &#8220;Spiele&#8221;), Lizenz eines militärwissenschaftlichen Verlags&#8230;wir müssen diese Firma hassen, Leute!</p>
<p>Jetzt macht der Autor einen (absichtlich?) verwirrenden Gedankenprung zurück zum Aufmacher: Man redet von einer Kooperation zwischen Forschern und Industrie, welche dem Wissenschaftsethos zuwider läuft. Der Direktor des Instituts Prof. Winfried Kaminski&#8230;moment&#8230;achso&#8230;jetzt reden wir wieder über die Förderungsgeschichte in Deutschland, nicht über den bösen Großkonzern in den USA und diesem Militärverlag dort.</p>
<p>Jedenfalls wirft der Autor den Professoren des Instituts die Verharmlosung von Gewaltspielen vor. Freilich ohne Quellen oder Zitate (außer nicht verlinkten Verweisen auf eigene Artikel). Er sagt, die Texte der Forscher lesen sich wie Werbeschriften der Computer(!)industrie und meint, dadurch wirken sie wie Lobbyisten der Games(!)industrie. Müssen wir ihm einfach mal so glauben.</p>
<p><strong>Die Politik steckt auch mitdrin!</strong></p>
<p>Im nächsten Absatz wird gejammert (&#8220;Skandalös&#8221;), dass die Bundeszentrale für politische Bildung das alles unterstützt und deren Vertreter auf Kongressen auftreten, die (&#8220;u.a.&#8221; füge ich hier gedanklich mal dazu) von Computerspielkonzernen gesponsert werden. Ähem. Klar, Mitarbeiter in öffentlichen Ämtern dürfen auf keinen Fall irgendwas mit der Wirtschaft zu tun haben. Die müssen gefälligst in ihrem steuerfinanzierten Kabuff sitzen und Urteile über die Wirtschaft abliefern, die sie nicht kennen, nicht mehr und nicht weniger!</p>
<p>Nächstes Thema ist Kritik an einem der Professoren, Prof. Fritz. Plagiatsfälle, weil das grad so Mode ist. Mag berechtigt sein, hat aber mit dem Artikelthema soviel zu tun wie Angela Merkel mit Hannah Montana. Desweiteren würde er krude sozialdarwinistische Thesen verbreiten&#8230;siehe vorheriger Satz.</p>
<p>Nach einem Absatz FH-nichtstaatlich-buhu wird durch Anführungszeichen und geschickte Wortwahl (&#8220;&#8221;Kulturgut&#8221;", &#8220;ganz offen&#8221;, &#8220;hofiert&#8221;) suggeriert, dass der Staat aus Profitgier und wider besseren Wissens Computerspiele kulturell anerkennen wolle. Der eben runtergemachte Fritz wird als Gutachter für den Staat vorgestellt, der o wunder, keine neuen Verbote oder Verschärfungen für nötig hält. Skandal! Da wird Teufelszeug in den Adelsstand gehoben!</p>
<p>Nun wird es vollends lächerlich und perfide. Der Artikel zitiert Fritz indirekt:</p>
<blockquote><p>Die USK, die herstellereigene (!) Alterskennzeichnung von Computerspielen, funktioniere wunderbar.</p></blockquote>
<p>Das Ausrufezeichen soll den Todesstoß für die Glaubwürdigkeit der Aussage bedeuten: Hey Leser, das ist doch lachhaft, die Gamehersteller bestimmen selber, ab wann ihr Spiel ist?</p>
<p>Wenn der Autor sich auch nur den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Unterhaltungssoftware_Selbstkontrolle" target="_blank">Wikipedia-Artikel zur USK</a> durchgelesen hätte, wüsste er, dass die USK</p>
<p>1. nichts mit dem Hersteller zu tun hat</p>
<p>2. Sachverständige des Landes dabei sind. Nennt sich halbstaatliche Selbstkontrolle. Ne Firma macht die Kontrollen und der Staat passt auf und prüft das.</p>
<p>Wenn ein Hersteller sein Spiel NICHT freiwillig zur USK schickt, dann kriegt es einfach gar keine Freigabe und kann nur an Personen ab 18 verkauft werden. Und darf nicht beworben bzw. öffentlich ausgestellt werden, nennt sich Indizierung. Vermutlich weiß der Autor das sogar. Aber würde ja seinem Artikelziel widersprechen, wenn er nicht das Gegenteil suggerieren würde.</p>
<p>Es folgt Gewäsch, das darauf abzielt Computerspiele grundsätzlich als zu gewalttätig darzustellen, auch viele Spiele ab 12. Fassungslos wird zitiert, wie Fritz sage, Formen von Gewalt gehören zum Wesen fast aller Spiele, eben das Überwinden von Hindernissen. Für den Artikelautor ist Gewalt vermutlich immer gleichbedeutend mit Tod, Brutalität etc. Tenor vor allem zum Schluss: Eigentlich sind fast alle Spiele schlimm, müsste man verbieten, aber das böse Industrie-Politik-Gespann traut sich das nicht weil es ihrer eigenen Profitgier schadet. Seufz.</p>
<p><strong>Computerspiele als Ausbildungsstätten für Kindersoldaten</strong></p>
<p>Es geht weiter: Alle, die gegen Verbote sind, sind Lobbyisten. Dann wird es richtig lustig:</p>
<blockquote><p>Die verheerenden Auswirkungen sind längst klar belegt und in der Praxis offensichtlich. Killerspiele sind den Trainingssimulatoren der US-Armee nachempfunden, mit denen die Soldaten emotional desensibilisiert und auf reflexartiges Töten konditioniert werden – warum sollte dies bei Kindern nicht genauso wirken?</p></blockquote>
<p>Erster Satz: Keine Quelle, einfach ne Behauptung, die alle Diskussionen der letzten Jahrzehnte ignoriert. Muahaha. Danach: Schwachsinn, vielmehr ist das Umgekehrte der Fall. Und was die angeblich gewollte emotionale Desensibilisierung, die Konditionierung auf reflexartiges Töten angeht&#8230;alles ohne Quellen, alles Schwachsinn. Man wird nicht aufs Töten konditioniert, allenfalls auf schnelles Reagieren auf Bedrohungssituationen. Das sind Fähigkeiten, die im Krieg sicherlich von Nutzen sind, aber für den Nicht-Soldaten allenfalls sinnlos, und wenn nicht, dann nicht im schädlichen Sinne. Ähnliche Reflexe werden beim Fußball trainiert. Auch wenn der Autor es nicht wahrhaben will: Ja, Gewalt und Macht gehört in verschiedenen Formen zu unserem Alltag und zu unserer Natur. Das hat nichts mit Sozialdarwinismus zu tun.</p>
<p>Und natürlich sind Eltern verwirrt, weil die bösen Lobbyleute überall zu Wort kommen (Das Wort &#8220;Wissenschaftler&#8221; wird gleich in Gänsefüßchen gesetzt), weil sich die Medien ja meist durch Werbung finanzieren. Hey, und wer macht Werbung? Genau, die nichtstaatlichen Game-Firmen! Verschwööörung! Und was soll dieses Gewäsch von &#8220;monokausalen&#8221; Schlussfolgerungen? Ihr belabert uns doch alle nur und seit auf Schotter aus! Doppelseufz.</p>
<p><strong>Wird Zeit, dass wir was dagegen tun!</strong></p>
<p>Und nun der Glanzpunkt des Artikels: Ein Aufruf, was dagegen zu tun. Für die Kinder! Der <a href="http://www.nrhz.de/flyer/media/13254/Aufruf_gegen_Computergewalt.pdf" target="_blank">Kölner Aufruf gegen Computergewalt</a> (PDF). Ein Klassiker des KeineAhnungHabens! Zeichnet sich zumeist durch emotionales Gerede ohne Argumente aus. Und steckt wie üblich voller Suggestion. Beispiel:</p>
<blockquote><p>Wir lassen nicht zu, dass Kinder und Jugendliche zu Tötungsmaschinen auf den virtuellen und realen Schlachtfeldern dieser Welt abgerichtet werden.</p></blockquote>
<p>Ja, find ich auch. Außerdem lass ich nicht zu, dass auf Dinosauriern reitende Nazis meine Innenstadt verwüsten!</p>
<p>Dann wird da noch gefordert, dass kriegsverherrlichende und gewaltfördernde Spiele u.a. für Erwachsene verboten werden. Bullshit. Spiele die sowas im Extremen tun, werden eh schon beschlagnahmt (indiziert sowieso). Ansonsten wird hiermit gefordert, dass erwachsene Bürger entmündigt werden. Wir wissen besser was gut für euch ist. Achja.</p>
<p>Soviel zum Artikel &#8220;<a href="http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=13254" target="_blank">Killerspiele doch gefährlich!</a>&#8220;. Man kann ja von dem Thema halten was man will. Aber dieser Beitrag (wie so viele andere aus der Kontra-Fraktion) in seiner polemischen, reißerischen Subjektivität trägt weder zur Aufklärung über den Sachverhalt bei, noch sammelt er für seine Seite Stimmen&#8230;bei einigermaßen aufgeklärten Leuten. Zielgruppe ist offensichtlich, Bild-like, der uninformierte Wutbürger. Es wird sich eine Verschwörung konstruiert, durch Formulierungen Dinge suggeriert (Topwort dieses Blogposts) die halt nicht stimmen, Befürworter der Gegenseite werden niedergemacht, Quellen zum Selbstinformieren werden weggelassen. Und völlig verschiedene Themen angedeutet (so das man jeweils nichts weiß, aber ne Meinung hat) und miteinander verquirlt zu einem großen Stimmungsmacherbrei. Im Grunde ist es ein großer Meinungsbeitrag ohne Hintergründe objektiv zu erläutern. Ganz übler Schund das Ganze. Meiden!</p>
<p>(via <a href="http://twitter.com/Bombilein" target="_blank">Bombilein</a>, thx!)</p>
<p>P.S. Muaha, ich sehe gerade, dass der Autor sich unter anderem bei Texten von Dr. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Pfeiffer" target="_blank">Christian Pfeiffer</a> informiert hat. Ja, der Typ den kaum ein Wissenschaftler ernst nimmt, weil er unsauber arbeitet, zielgerichtet gegen Videospiele agiert und möglichst seine Meinung in alle Medien verbreitet, so wenig Ahnung er auch hat. Dann ist ja alles klar.</p>
<p>P.P.S. Und mal wieder zur eigenen Absicherung: Natürlich bin ich auch gegen Lobbyismus. Und gegen nicht altersgerechte Gewaltdarstellungen. Aber die Methoden, mit denen öffentlichkeitswirksam dagegen mobil gemacht wird, sind lächerlich, schaden der Glaubwürdigkeit der Sache und sind kontraproduktiv. Dagegen vorgehen, ja, aber nicht so. Anders als häufig dargestellt, ist man nicht automatisch für Gewalt, wenn man gegen zu umfassene Restriktionen ihrer Darstellung ist.</p>
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		<title>Innenminister Friedrich? Spalter!</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Mar 2011 09:49:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tomhartig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<category><![CDATA[Fremdenhass]]></category>
		<category><![CDATA[Hans-Peter Friedrich]]></category>
		<category><![CDATA[Innenminister]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich kann gar nicht so viel fressen wie ich kotzen möchte. Ja, das wird ein kleiner Politik-Rant. Und ja, es geht mal wieder um die Integrationsdebatte. Ich habe gerade diesen Artikel über Innenminister Friedrich auf der Islamkonferenz gelesen und danach im dazugehörigen Forumsthema gestöbert. Ich lerne auch nicht wirklich aus meinen Fehlern, denn wie üblich habe ich dabei den Glauben an die Menschheit verloren. Aber hey, wenn man das nicht immer wieder schaffen würde, wäre man ja Zyniker. <a href="http://tomhartig.de/wordpress/innenminister-friedrich-spalter">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p><a href="http://tomhartig.de/wordpress/innenminister-friedrich-spalter" target="_blank"><img class="aligncenter size-full wp-image-1198" title="friedrich" src="http://tomhartig.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/03/friedrich.png" alt="Innenminister Friedrich" width="555" height="150" /></a></p>
<p>Ich kann gar nicht so viel fressen wie ich kotzen möchte. Ja, das wird ein kleiner Politik-Rant. Und ja, es geht mal wieder um die Integrationsdebatte. Ich habe gerade <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,753953,00.html" target="_blank">diesen Artikel</a> über Innenminister Friedrich auf der Islamkonferenz gelesen und danach im <a href="http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=32501" target="_blank">dazugehörigen Forumsthema</a> gestöbert. Ich lerne auch nicht wirklich aus meinen Fehlern, denn wie üblich habe ich dabei den Glauben an die Menschheit verloren. Aber hey, wenn man das nicht immer wieder schaffen würde, wäre man ja Zyniker.<span id="more-1196"></span></p>
<p>Der Sachverhalt ist relativ klar und führt zu den logischen Folgen: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Peter_Friedrich" target="_blank">Innenminister (und CSU-Hardliner) Friedrich</a> sagt auf der Islamkonferenz: Moslems, guckt euren Glaubensbrüdern mal auf die Finger ob die net vll. Terroristen sind.<br />
Die Muslime fühlen sich natürlich angepisst.</p>
<p>Nach der Konferenz sagt Friedrich dann noch:</p>
<blockquote><p>&#8220;Selbstverständlich sind die vielen Muslime, die in diesem Land leben, ein Teil dieser Gesellschaft.&#8221;</p></blockquote>
<p>Und:</p>
<blockquote><p>&#8220;Dieses Land ist ein christlich-abendländisch geprägtes Land, &#8230; daran bestand und besteht hoffentlich auch kein Zweifel.&#8221;</p></blockquote>
<p>Zur Erinnerung: Herr Friedrich hatte vor einigen Wochen für Aufregung gesorgt, als er Bundespräsident Wulff widersprach, der Islam gehöre zu Deutschland, weil sich dies historisch nicht belegen ließe.</p>
<p>Okay, wo fange ich an? Erstmal ein grundsätzliches Problem, was sich Herr Friedrich u.a. mit der Bildzeitung und Sarrazin teilt: Er spricht manchmal (streitbare) Wahrheiten aus. Menschen, die verzweifelt Argumente für ihre rechte Gesinnung suchen, jubeln dann und nehmen das zum Anlass, einen neuen Helden der Meinungsfreiheit zu feiern.</p>
<p>Aber: Es geht gar nicht darum, ob eine Aussage der Wahrheit entspricht. Es geht darum, was diese Aussage bewirkt und welchem Geist sie entspringt. Stellen wir uns vergleichsweise mal einen Politiker in den USA vor der den lieben langen Tag herumzieht und in die Kameras sagt: &#8220;Der größte Teil der Kriminellen in unserem Land ist schwarz!&#8221; Ja, das ist faktisch richtig. Hilft aber nicht die Bohne. Führt dazu, dass Toleranz abgebaut wird, was in seinen sozioökonomischen Folgen nur zu mehr Straftaten durch ausgegrenzte Bevölkerungsgruppen führt. Setzen, 6.</p>
<p>Friedrich verstärkt ein ohnehin zu stark verankertes Gedankenbild in der Bevölkerung, das &#8220;Wir&#8221; gegen &#8220;Die Anderen&#8221;. Die meisten Leute wissen nicht so genau, was das &#8220;Wir&#8221; eigentlich ist, es definiert sich durch die Abgrenzung vom Anderen. Das Andere wird kategorisch ausgezeichnet durch Symbole: Kopftuch, Döner, Terror etc. Und weil diese Symbole alle gleichberechtigt mit dem Anderen verknüpft sind, werden sie in der Debatte zu einem Brei verrührt. In dem o.g. Forum wird u.a. die Meinung vertreten, dass Moslems natürlich in &#8220;ihren Kreisen&#8221; auch radikale Leute kennen&#8230;gehts noch?</p>
<p>Viele Menschen haben keine Ahnung, kennen keinen Moslem persönlich (&#8220;weil DIE sich ja selber ausgrenzen blabla&#8221;). Sie hören von Muslimen nur im Zusammenhang mit Terror, Unterdrückung der Frau etc., da kann auch kein Verständnis, keine Toleranz entstehen. Im Notfall beruft sich &#8220;der Deutsche&#8221; auf den Koran (den er nie gelesen hat) und sagt, die Religion sei halt schon per se böse. Und ignoriert dabei den Unterschied zwischen Fundamentalismus und alternativer Auslegung von Glaubensschriften. Das Christentum hat doch schon vorgemacht, wie unterschiedlich Religion gelebt werden kann. Von den Kreuzzügen und der Inquisition bis zu Kinderdörfern in Afrika. In der Bibel steht auch, dass Kinder, die nicht auf ihre Eltern hören, zu Tode gesteinigt werden sollen (5. Mose 21,18-21). Whatever.</p>
<p>Aufmerksamkeit richtet sich immer auf das Extreme, da machen Medien keine Ausnahme. Wenn man keine Moslems kennt, dann kennt man nur die Terroristen aus dem Fernsehen. Dass die Weltanschauung dadurch absolut unfair ist, ist logisch. Ich bin beispielsweise in einem unchristlichen Umfeld aufgewachsen und sehe bestimmte Handlungen der Kirche deswegen auch mal kritisch&#8230;aber ich maße mir deswegen nicht an, eine ganze Religion oder ihre Glaubensanhänger zu verurteilen.</p>
<p>Die selektive Darstellungen in den Medien/Debatten führt zu einer verzerrten Wahrnehmung der Verhältnisse. Wieviele aktiv gewordene Terroristen gabs so in absoluten Zahlen in den letzten Jahren? 100? Wieviele Moslems gibts auf der Welt? <a href="http://www.islam-verstehen.de/aktuelles/58-islam-aktuell/127-ein-viertel-der-weltbevoelkerung-ist-muslimisch.html" target="_blank">Ca. 1.6 Milliarden</a>. Selbst wenn man die große Dunkelziffer an radiaklen Moslems dazunimmt ist das doch kein Verhältnis, welches das Misstrauen zwischen &#8220;den Deutschen&#8221; und &#8220;den Moslems&#8221; rechtfertigen würde. Über die schwachsinnige Einteilung von Nationalität A und Religion B hab ich ja schonmal geschrieben.</p>
<p>Am schlimmsten sind die latenten Rechten. Sie argumentieren stets mit &#8220;Ich bin tolerant und habe nichts gegen Ausländer, die sich integrieren. ABER&#8230;blabla&#8230;DIE..blabla&#8230;SELBER SCHULD&#8230;&#8221;. Sie sind sich gar nicht bewusst, dass sie in ihren Reden gegen die sog. &#8220;Gutmenschen&#8221; sich selbst als Schlechtmenschen entlarven und Fremdenhass fördern. Auch wenn sie sich dessen nicht bewusst sind. Hallo, Herr Friedrich!</p>
<p>Ich könnt mich ewig weiter aufregen&#8230;</p>
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		<title>Euer Terror kotzt mich an</title>
		<link>http://tomhartig.de/wordpress/euer-terror-kotzt-mich-an</link>
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		<pubDate>Sat, 27 Nov 2010 15:03:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tomhartig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
		<category><![CDATA[Orwell]]></category>
		<category><![CDATA[Terror]]></category>

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		<description><![CDATA[Die schlimmsten Dinge passieren nicht, weil sie jemand will. Sondern weil jemand keine Ahnung hat. Oder noch schlimmer: Weil er glaubt, das richtige zu tun. Tun zu müssen. Und so wird der Terror ins Volk getragen. <a href="http://tomhartig.de/wordpress/euer-terror-kotzt-mich-an">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p><a href="http://tomhartig.de/wordpress/euer-terror-kotzt-mich-an"><img class="aligncenter size-full wp-image-1131" title="1984" src="http://tomhartig.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/11/1984.png" alt="1984" width="555" height="150" /></a></p>
<p>Die schlimmsten Dinge passieren nicht, weil sie jemand will. Sondern weil jemand keine Ahnung hat. Oder noch schlimmer: Weil er glaubt, das Richtige zu tun. Tun zu müssen. Und so wird der Terror ins Volk getragen.<span id="more-1130"></span></p>
<p>Auslöser für diesen Eintrag ist der Artikel <a href="http://berlinnow.org/?p=719" target="_blank">„Wie ich unter Terrorverdacht geriet“</a> von Berlin Now!. Er beschreibt darin, wie er aufgrund der Musik, die er hört, von einer Bürgerin den Behörden gemeldet wurde, woraufhin er und der Inhalt seines Rucksacks von Polizisten kontrolliert wurde. Meine erste Reaktion: WTF?</p>
<p>Man muss dazu sagen: Im Vorfeld hat Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) die Bevölkerung <a href="http://www.welt.de/politik/deutschland/article11025734/Berlins-Innensenator-ruft-auf-Verdaechtige-zu-melden.html" target="_blank">dazu aufgerufen, verdächtige Leute den Behörden zu melden</a>. Dazu zählen vor allem Leute die eine andere Sprache sprechen und nicht viel unter Menschen gehen.</p>
<p>Es wird also offiziell zur Denunziation aufgerufen. Dazu passt super, dass in den vergangenen Monaten in den Debatten erstmal gegen arabisch aussehende Menschen regelrecht mobil gemacht wurde, die alle als muslimisch, wenn nicht gleich als islamistisch abgestempelt wurden. Und nun soll man „solche“ Menschen also den Behörden melden, sie könnten ja eine Bombe dabei haben. Wo hab ich sowas alles schonmal gehört&#8230;achja, vor etwa 80 Jahren. Nur halt mit Juden, nicht mit Arabern. Erst schafft man ein Feindbild und dann wird an die Restbevölkerung appelliert, doch die gemeinsamen Werte, ach was, das eigene Leben zu verteidigen. Und dabei kriegt man super alle möglichen Kontrollgesetze für den Staat durch. Juchee.</p>
<p>Nicht die Terroristen bringen den Terror nach Deutschland. Das besorgen vor allem die Politiker und Medien. Der Bevölkerung, die es oftmals nicht besser weiß, wird Angst gemacht. In einem vollkommen übertriebenen Maße, welche in keiner Relation zur tatsächlichen Gefahr steht.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="555" height="441" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/BjQj05Mr8oU?fs=1&amp;hl=de_DE" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="555" height="441" src="http://www.youtube.com/v/BjQj05Mr8oU?fs=1&amp;hl=de_DE" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Laut dem Quarksbeitrag gab es 247 Anschlagstote in Europa seit 2001,  256 Sturmopfer im selben Jahr und 9000 Tote bei der Hitzewelle 2003. 50.000 Tote in Krankenhäusern wegen falschen Medikamenten seit 2001. Die Chance bei einem Terroranschlag zu sterben ist damit geringer, als einen 6er im Lotto zu haben.</p>
<p>Selbst WENN ein Anschlag in Deutschland geplant ist und vielleicht sogar durchgeführt wird: Das kann man nicht einfach verhindern und darf es nicht auf die geplante Art und Weise. Ein Volk in Angst zu halten und zu kontrollieren nur weil es Böses auf der Welt gibt (und schon immer gab): Nein! Ursachen darf und soll man gerne bekämpfen. Das heißt: Blindem Hass in den Krisengebieten der Welt entgegenwirken. Nicht weitere Menschen gegen sich aufbringen, weil man die Früchte des Zorns fürchtet.</p>
<p>Terror tangiert den Bundesbürger nicht im geringsten. Was ihn aber tangiert, sind die Maßnahmen, die die Regierungen beschließen. Überwachung, die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/1984_(Roman)" target="_blank">orwellsche Züge</a> annimmt. Der Terror wird aus Absicht oder aus purem Aktionismus heraus als Vorwand genutzt, um u.a. die <a href="http://www.vorratsdatenspeicherung.de/static/portal_de.html" target="_blank">Vorratsdatenspeicherung</a> (entgegen dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichtes) zu legitimieren. Verdachtsunabhängige Überwachung. Na toll.</p>
<p>Und die Terroristen selbst<a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,730301,00.html" target="_blank"> lachen sich ins Fäustchen</a>, weil sie ihr Ziel erreicht haben. Denn die Länder sind auch wirtschaftlich in großem Rahmen geschwächt. Aus eigenem Verschulden.</p>
<p>Um eins klarzustellen: Ich halte nichts von Verschwörungstheorien. Und ich unterstelle auch nicht jedem Politiker/Medienmacher, er würde Böses im Schilde führen. Viele handeln nach bestem Gewissen. Aber viele kleine Rädchen können zu einer bösen Maschine zusammenwirken. Es ist wichtig, dass man solche Muster erkennt und vor allem WIEDERerkennt. Es hat solche Entwicklungen in der Fiktion und auch in der Weltgeschichte oft genug gegeben. Wir sollten nicht so blöde sein, wieder darauf hereinzufallen. Es fängt im Kleinen an. Und sollte dort gestoppt werden.</p>
<p><a href="http://wirhabenkeineangst.de/" target="_blank">Wir haben keine Angst!</a></p>
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		<title>Feinde, Feinde, überall</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Oct 2010 13:15:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tomhartig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>
		<category><![CDATA[MDR]]></category>
		<category><![CDATA[Muslim]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[shitstorm]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>
		<category><![CDATA[Udo Reiter]]></category>

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		<description><![CDATA[Gestern gab es einen 1A Shitstorm. Zuvor twitterte MDR-Intendant Udo Reiter folgenden Text:

Einheitstag 2030: Bundespräsident Mohammed Mustafa ruft die Muslime auf, die Rechte der Deutschen Minderheit zu wahren. <a href="http://tomhartig.de/wordpress/feinde-feinde-uberall">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p style="text-align: center;"><a href="http://tomhartig.de/wordpress/feinde-feinde-uberall"><img class="size-full wp-image-1053  aligncenter" title="shit" src="http://tomhartig.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/10/shit.jpg" alt="" width="555" height="150" /></a></p>
<p>Gestern gab es einen 1A Shitstorm. Zuvor twitterte MDR-Intendant <a href="http://twitter.com/mdrreiter" target="_blank">Udo Reiter</a> folgenden Text:</p>
<blockquote><p>Einheitstag 2030: Bundespräsident Mohammed Mustafa ruft die Muslime auf, die Rechte der Deutschen Minderheit zu wahren.</p></blockquote>
<p>Innerhalb kürzester Zeit regte sich das halbe dt. Internet auf: „Hetze! Rassismus! Wie kann ein öffentlich-rechtlicher Intendant so etwas verbrechen?“ Reiter schob schnell nach, es handle sich bei dem Text um einen Witz, welcher zuvor auch schon als Bild in einer Zeitung zu sehen war. Reaktion: Der Reiter mache also rassistische Witze.<span id="more-1049"></span></p>
<p>Und ich musste mich fragen: Bin ich ein Islamhasser, weil ich die Aufregung nicht nachvollziehen kann? Zugegeben: Die Gegenüberstellung von Muslimen (Religion) und Deutschen (Nationalität) ist grundsätzlich falsch. Dieses Bild hängt eh schon zu stark in den Köpfen der Leute fest und sollte nun wirklich nicht bestärkt werden. Die Verwendung des Namens „Mohammed Mustafa“ ist auch kritisch, weil er wie ein Klischee-Name klingt, den sich eben ein deutscher Nichtmuslim ausdenkt, wenn er an Muslime denkt. Aber: Darum geht es doch gar nicht?</p>
<p>Der Witz, wie ich ihn zumindest begreife, verbindet zwei aktuelle Reizthemen miteinander: Die Angst vieler Menschen vor einer Übervölkerung (sic!) durch Muslime sowie den Umgang eines Landes mit einer Minderheit. Wie viele gute Witze nutzt er die Mittel der Übertreibung, um die Absurdität der Debatte offenzulegen: Es kann doch nicht darum gehen, welche Religion die bessere ist. Oder welche Kultur. Solche Positionen sind vollkommen austauschbar, wenn man an Werte wie Religions- und Meinungsfreiheit glaubt. Und deswegen ist es völlig egal, ob nun in 20 Jahren eine muslimische Mehrheit über eine christliche Minderheit debattiert oder umgekehrt. Eine sehr liberale Position, wie ich finde.</p>
<p>Vielen Leuten ist das scheinbar nicht egal. Weil viele Leute Vorurteile haben und Angst vor Überfremdung, ist es offensichtlich sehr heikel, über eine solche unaufgeregt, z.B. in Witzform, zu reden. Ist Reiter dafür verantwortlich, wie andere seinen Witz interpretieren? Meiner Meinung nach macht der Witz aus der Perspektive von Islamkritikern gar keinen Sinn, weil der Inhalt „Bald gibt es mehr Muslime als Nicht-Muslime“ gar keinen Witz enthält. Trotzdem sind viele der Meinung, dass das die Intention des Textes war: Angst vor Muslimen schüren. Liberale Menschen sehen in einem Szenario mit muslimischer Mehrheit automatisch ein dargestellte Bedrohung? Das ist, als würde man dem Film „Deep Impact“ Rassismus vorwerfen, weil er einen schwarzen Präsidenten zeigt. Natürlich will der Film damit die Ängste der Rednecks schüren, alles klar.</p>
<p>Anderes Beispiel:</p>
<p>Partei A sagt zu einem Muslim „Du bist ein Muslim.“</p>
<p>Partei B sagt: „Oooooh hast du was gegen Muslime? Zur Zeit wird überall über Muslime gelästert, du musst also ein Muslimhasser sein, wenn du darüber sprichst ohne dich von sowas zu distanzieren! Du nennst ihn Muslim, also willst du ihn offensichtlich beleidigen!“</p>
<p>Die Thematisierung von Religionszugehörigkeit ist also eine Beleidigung. Hallo? Das ist natürlich sehr überspitzt dargestellt, aber solche Tendenzen sind hier erkennbar. Das ist genauso absurd wie wenn Menschen extreme Homophobie an den Tag legen um ihre unterdrückte Homosexualität zu bekämpfen. Nach dem selben Prinzip sehen einige Leute meiner Meinung nach in Reiters Text eine negative Wertung vom Islam, nur weil er ein Szenario mit starkem Islam enthält. Weil sie insgeheim selbst diese Szenario nicht mögen, aber das nicht mit ihrer ach so liberalen Position vereinbaren können.</p>
<p>Ich kenne Herrn Reiter und seine politische Einstellung nicht und ich will auch nicht behaupten, seine Intention bei diesem Text zu kennen. Oder dass der Witz unglaublich gut oder nicht missverständlich sei. Nur hat sich mir sein Text scheinbar deutlich anders dargestellt als vielen anderen. Das erinnert mich an eine hervorragende South Park Folge:</p>
<p>Die Stadtflagge von South Park zeigt eine Gruppe weißer Menschen, die einen Schwarzen aufhängen. Es entsteht eine große Debatte darüber, dass die Flagge rassistisch sei und geändert werden müsse. Am Ende stellt sich heraus, dass die Kinder, die Pro-Flagge sind, gar nicht wahrgenommen haben, dass die Hautfarben eine Rolle spielen sollen. Dies wurde nur von den Kritikern in der Vordergrund gehoben. Chef-Koch sagt: „Unser fanatischer Anti-Rassismus hat uns zu Rassisten gemacht!“. Die Flagge wird trotzdem geändert, der Schwarze hängt weiterhin, aber die Menschenmasse besteht nun aus allen möglichen Farben.</p>
<p>Es geht nicht darum, alle gleich zu machen. Es geht darum, Unterschiede zu akzeptieren.</p>
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		<title>Thilo und sein Hobby</title>
		<link>http://tomhartig.de/wordpress/thilo-und-sein-hobby</link>
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		<pubDate>Fri, 27 Aug 2010 16:36:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tomhartig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Eva Herman]]></category>
		<category><![CDATA[Thilo Sarrazin]]></category>

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		<description><![CDATA[Manchmal braucht man Pausenclowns. Gerade im Sommer. Da kommen einem politische Witzfiguren gerade recht, die sich mit populistischer Hirngrütze lächerlich machen und die Medien und die Bevölkerung auf den Prüfstein legen. Die Menschen sind nämlich trotz allem öffentlichen Anschein nach meist doch zu einem gewissen grad fremdenfeindlich. Es folgt eine Kurz(!)zusammenfassung zum Thema Thilo Sarrazin. <a href="http://tomhartig.de/wordpress/thilo-und-sein-hobby">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p style="text-align: center;"><a href="http://tomhartig.de/wordpress/thilo-und-sein-hobby"><img class="aligncenter size-full wp-image-1023" title="sarrazin2 Kopie" src="http://tomhartig.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/08/sarrazin2-Kopie.jpg" alt="Bartvorschlag" width="555" height="150" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Manchmal braucht man Pausenclowns. Gerade im Sommer. Da kommen einem politische Witzfiguren gerade recht, die sich mit populistischer Hirngrütze lächerlich machen und die Medien und die Bevölkerung auf den Prüfstein legen. Die Menschen sind nämlich trotz allem öffentlichen Anschein nach meist doch zu einem gewissen grad fremdenfeindlich. Es folgt eine Kurz(!)zusammenfassung zum Thema Thilo Sarrazin. <span id="more-1004"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Eigentlich wollte ich ja ein Video zu dem Thema schneiden, aber ich bin faul. Also hier nur der angedachte Text dazu:</p>
<p style="text-align: justify;">Das ist der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Thilo_Sarrazin" target="_blank">Thilo</a>.</p>
<p style="text-align: justify;">
<div class="mceTemp mceIEcenter" style="text-align: center;">
<dl id="attachment_1006" class="wp-caption aligncenter" style="width: 590px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://tomhartig.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/08/ThiloSarrazin.jpg"><img class="size-full wp-image-1006   " title="Thilo Sarrazin" src="http://tomhartig.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/08/ThiloSarrazin.jpg" alt="Thilo Sarrazin" width="580" height="386" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd" style="text-align: center;">Ich mag diese Zwischenstufe zwischen Rot und Braun.</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">Der Thilo ist Politiker bei der SPD. Er hat aber auch schon bei der Deutschen Bahn gearbeitet, war Finanzsenator in Berlin und ist jetzt im Vorstand der Deutschen Bundesbank.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Thilo hat aber auch Hobbys. Zum Beispiel beschäftigt er sich gern mit Ausländern. Das sind für ihn wohl Menschen, die nicht seit mindestens 1000 Jahren oder so in Deutschland leben. Nach welchen Grenzen er da geht, weiß man nicht genau.</p>
<p style="text-align: justify;">
<div class="mceTemp mceIEcenter" style="text-align: center;">
<dl id="attachment_1007" class="wp-caption    aligncenter" style="width: 590px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://tomhartig.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/08/grenzen.jpg"><img class="size-full wp-image-1007" title="grenzen" src="http://tomhartig.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/08/grenzen.jpg" alt="Deutsche Grenze 1933 bis 1945" width="580" height="420" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd" style="text-align: center;">Dieses Bild hat nichts mit Herrn Sarrazin zu tun. Ehrlich.</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">Der Thilo mag nicht, wenn Ausländer dumm sind. Deswegen sollen nur die klugen Ausländer nach Deutschland. Die dürfen sich dann auch vermehren. Aber nur, wenn dabei keine Kopftuchmädchen rauskommen. <a href="http://www.n24.de/news/newsitem_5478712.html" target="_blank">Die mag der Thilo nämlich nicht so gern.</a></p>
<p style="text-align: justify;">Andere Menschen mögen Thilos Hobby nicht so gern. Sie sagen, er sei fremdenfeindlich. Stimmt ja gar nicht, sagt der Thilo. Ich hab da Zahlen für. Ganz tolle Statistiken. Und die lügen ja nicht.</p>
<p style="text-align: justify;">Böse Menschen kommen jetzt und sagen: Thilo, die Zahlen hast du dir nur ausgedacht. Stimmt, sagt der Thilo. <a href="http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/33007" target="_blank">Wenn es keine Zahlen gibt, muss man die halt erfinden.</a> Und solange keiner was anderes beweisen kann, ist das dann die Wahrheit.</p>
<p style="text-align: justify;">Seine Kollegen von der SPD machen sich Sorgen um Thilo. Sie glauben, in einer anderen Partei hätte er mehr Spaß. <a href="http://german.irib.ir/nachrichten/politik/item/114566-zentralrat-der-juden-raet-sarrazin-zum-npd-eintritt?utm_source=twitterfeed&amp;utm_medium=twitter&amp;utm_campaign=Net+News+Global&amp;utm_term=Net+News+Global&amp;utm_content=News+von+Net+News+Global" target="_blank">Auch der Zentralrat der Juden rät dem Thilo</a>: Mensch, geh doch zur NPD! Die haben alle das gleiche Hobby wie du.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Thilo hat jetzt ein Buch geschrieben. „Deutschland schafft sich ab: Wie wir unser Land aufs Spiel setzen.“ Wen er mit dem „Wir“ meint, weiß man nicht so genau. Vermutlich die klugen Urdeutschen. Denn Thilo hat erkannt: Ausländer sind ungebildet und vererben ihre Doofheit an die Kinder. Was kann man da auch machen, Thilo? Richtig: Grenzen zu. Sag uns aber dann bitte nochmal, welche Grenzen, ja? <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,713730,00.html" target="_blank">Der NPD gefällt das Buch auch.</a></p>
<p style="text-align: justify;">
<div class="mceTemp mceIEcenter" style="text-align: center;">
<dl id="attachment_1008" class="wp-caption     aligncenter" style="width: 339px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://tomhartig.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/08/Traumschiff.jpg"><img class="size-full wp-image-1008" title="Traumschiff" src="http://tomhartig.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/08/Traumschiff.jpg" alt="Hitlers Traumschiffe" width="329" height="475" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd" style="text-align: center;">Das ist ernsthaft der erste Google-Bild-Treffer wenn man nach dem Titel von Sarrazins Buch sucht.</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">Lieber Thilo, danke für deine Offenheit. Viel Spaß weiterhin mit deinem Hobby. Frag mal die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eva_Herman" target="_blank">Eva</a>, die will sicher auch mal mit dir spielen. Vielleicht könnt ihr ja zusammen ein Buch schreiben? Ich freu mich drauf. Ein bisschen Spaß muss sein.</p>
<p style="text-align: justify;">
<div class="mceTemp mceIEcenter" style="text-align: center;">
<dl id="attachment_1009" class="wp-caption       aligncenter" style="width: 590px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://tomhartig.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/08/evaherman.jpg"><img class="size-full wp-image-1009" title="evaherman" src="http://tomhartig.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/08/evaherman.jpg" alt="Hat auch Hobbys." width="580" height="428" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd" style="text-align: center;">Eva. Hat auch Hobbies.</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">Edit: <a href="http://www.zeit.de/gesellschaft/2010-08/sarrazin-bildung-faktencheck?page=all" target="_blank">Guter Artikel in der Zeit über Sarrazins Verdrehung von Tatsachen</a></p>
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		<title>Kruzifix in Schulen</title>
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		<pubDate>Sat, 01 May 2010 16:08:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tomhartig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Aygül Özkan]]></category>
		<category><![CDATA[Bayern]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[CSU]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>
		<category><![CDATA[Jesus]]></category>
		<category><![CDATA[Kreuz]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich bin wie immer einige Tage zu spät, möchte aber gern trotzdem meinen Senf zur Kruzifix-Debatte beitragen, ausgelöst von Niedersachsens neuer Sozialministerin Aygül Özkan. <a href="http://tomhartig.de/wordpress/kruzifix-in-schulen">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Ich bin wie immer einige Tage zu spät, möchte aber gern trotzdem meinen Senf zur Kruzifix-Debatte beitragen, ausgelöst von Niedersachsens neuer Sozialministerin Aygül Özkan (die, man glaubt es kaum, von der CDU kommt).</p>
<p><span id="more-839"></span></p>
<p>Zunächst mal: Kreuz- und Kopftuchdebatte sind zwei unterschiedliche Themen. Das eine ist ein stetig präsentes Glaubensbekenntnis der Institution Schule, das andere ein persönliches Glaubensbekenntnis eines einzelnen Menschen. Ich finde, ein Schüler oder Lehrer sollte seiner eigenen Religion in zumutbarem Maße Ausdruck verleihen dürfen. Dazu zählen Kreuze am Hals ebenso wie ein Kopftuch. Im besten Falle weckt das Neugier für das „Andere“ und regt eine bildende Debatte an zwischen Lehrern und/oder Schülern. Eine Ablehnung des Kopftuchs als Symbol der Religion des Islam ist eine Ablehnung der Religion an sich. Von Burkhas rede ich gar nicht, diese fallen schon allein wegen der eingeschränkten Kommunikationsmöglichkeiten aus dem Schulalltag heraus.</p>
<p>Kruzifixe in Schulen, gerne. Wenn dann aber auch Davidsterne, Buddha-Figuren usw. daneben hängen. Kruzifixe sind wie der Internet Explorer: Wenn ich den von Anfang an mitgeliefert bekomme, tendiere ich dazu, ihn zu behalten. Wenn ich die Wahl habe, bin ich quasi im Zugzwang mich zu informieren bzw. das Ganze zu ignorieren, ich nehme nicht einfach hin, was mir vorgesetzt wird. Es hat nichts mit Religionsfreiheit zu tun wenn ich einem Menschen von Kindesbeinen an sage „Das Christentum ist der Weg“ und ihm dann irgendwann die Wahl lasse. Dann wird er sich nämlich für das Christentum „entscheiden“, weil er es gewohnt ist.</p>
<p>Natürlich kann man eine Einflussnahme nicht verhindern. Die meisten Eltern beeinflussen ihr Kind in Glaubensfragen. Wer in einem katholischen Dorf aufwächst, wird vermutlich katholisch. Diese unvermeidliche Tendenz bedeutet aber nicht, dass man sie auch dort fördern sollte, wo man sie kontrollieren könnte. Wenn schon die Eltern keine unabhängige Sicht auf die Welt vermitteln können, dann sollte sich doch zumindest die Schule darum bemühen, neutral zu sein. Was ist das für ein Witz, wenn (überhaupt) der Lehrer die unterschiedlichen Religionen vorstellt, während über seinem Kopf der liebe Herr Jesus auf die Schüler blickt?</p>
<p>Das einzige einigermaßen plausible Argument, was ich von CDU, CSU und Co. höre, ist in etwa folgendes: Man befinde sich in einem christlich geprägten Kulturraum und dürfe der Lebenswelt seiner Bewohner nicht unnötig zuwider handeln. Ist verständlich, dass sich etablierte Systeme angegriffen fühlen, wenn von außen jemand kommt und sie ändern will. Nun komme ich und sage: Früher lebten hier auch Heiden. Götzenanbeter. Whatever. Wer bestimmt denn, was die ursprüngliche, richtige Kultur eines Kulturraums ist? Das ist übelster Konservatismus. „Das IST hier so, und deswegen darf es nicht ANDERS sein.“ Boing. Umso geschlossener eine Gemeinschaft ist, umso verschlossener ist sie gegenüber anderen Menschen. „Ihr“ nehmt „uns“ das Kreuz nicht weg. Man grenzt sich ab, man nimmt für sich in Anspruch, Recht gegenüber anderen Menschen zu haben. Leidtragende sind die Kinder, die sich nicht frei entscheiden können. „Wir sind hier ein christliches Land, und deswegen erziehen wir unsere Kinder christlich.“ Ihr seid nur DESHALB ein christliches Land, weil ihr von euren Eltern christlich erzogen wurdet. Merkt ihr eigentlich den Fehler in diesem Gedankengang?</p>
<p>Ich will den Teufel nicht an die Wand malen. Es ist nicht unglaublich schlimm, wenn in einer Schule ein Kreuz hängt. Das mag einen sehr geringen Anteil an der Entwicklung eines Menschen haben. Davon geht die Welt nicht unter. Aber in einer Grundsatzdebatte ist es einfach nicht haltbar, dass die eine Religion in der Schule verankert sein darf und eine andere nicht. Entweder alle, oder keine. Staatliche Schulen müssen neutral sein, sonst ist die Trennung zwischen Staat und Religion hinfällig. Wobei sich das einige Unionler vermutlich wünschen würden. Bayern ist ja nicht wegen der gesunden Bergluft zum Großteil katholisch. Das Kreuz in der Schule ist Folge UND (eine kleine) Ursache dafür.</p>
<p>P.S. Die Zitate sind nicht konkret, sie spiegeln nur die von mir wahrgenommene Geisteshaltung einiger Pro-Kreuz-Argumentler wider. Natürlich gibt es genügend Anhänger des Kreuzes, die das Thema differenzierter betrachten. Erlebe ich nur eben seltener.</p>
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