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	<title>Moosbett &#187; Musik</title>
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		<title>Tocotronic &#8211; Schall &amp; Wahn</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Jan 2010 19:27:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tomhartig</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Schall und Wahn]]></category>
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		<description><![CDATA[
Ich bin verliebt. In die Töne. In Tocotronics neues Album „Schall und Wahn“. 9/10 gut und gerne. Ich habe eine Weile daran gedacht, jeden Song hier in Moosbett auseinander zu interpretieren. Doch im Grunde verweigern sich die Lieder wie so oft zuvor eindeutigen Zuordnungen. „Schall und Wahn“ setzt die Richtung fort, die die Band seit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><img class="aligncenter size-full wp-image-713" title="Schall und Wahn Cover" src="http://tomhartig.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/01/51wjS4zEq2L.jpg" alt="51wjS4zEq2L" width="500" height="449" /></p>
<p style="text-align: justify;">Ich bin verliebt. In die Töne. In <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tocotronic" target="_blank">Tocotronics</a> neues Album „Schall und Wahn“. 9/10 gut und gerne. Ich habe eine Weile daran gedacht, jeden Song hier in Moosbett auseinander zu interpretieren. Doch im Grunde verweigern sich die Lieder wie so oft zuvor eindeutigen Zuordnungen. „Schall und Wahn“ setzt die Richtung fort, die die Band seit K.O.O.K. eingeschlagen hat: Romantische Poesie verbunden mit musikalischem Exzess. Alles ist irgendwie zu groß, um erfasst zu werden. Kitschig und doch schön. Testosteron könnte nicht weiter entfernt sein.</p>
<p style="text-align: justify;">Interessanterweise tauscht das Album mit „Kapitulation“ die Rollen. Während ich dort die Texte sehr einladend und die Musik zu Weilen etwas abweisend empfand, mag ich mir hier weniger Gedanken um einen übergeordneten Sinn hinter dem (wunderschön) Gesungenen machen und einfach den Klang genießen. Das geht schon mit dem mächtigen Opener „Eure Liebe tötet mich“ los, was man gut und gerne als „Hi Freaks“ 2 verstehen kann, quasi eine direkte Anrede an den Fan(atiker). Da bildet sich gegen Ende des 8Minüters ein so unglaubliche Klangsturm, es zieht einem die Socken aus. Ähnlich davontragend ist auch das Ende des Albums, wo das süße „Gift“ von Geigen verabreicht wird.</p>
<p style="text-align: justify;"><img class="alignright size-medium wp-image-714" style="margin-left: 10px; margin-right: 10px;" title="Tocotronic" src="http://tomhartig.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/01/D6A884B76381D811B3E4594AC7B22-234x300.jpg" alt="D6A884B76381D811B3E4594AC7B22" width="234" height="300" />Neben den „üblichen“ tollen Liedern im Tocotronic-Stil stechen 3 Lieder heraus: „Stürmt das Schloss“ ist das „Sag alles ab“ von „Schall und Wahn“, schnell, kurz, aggressiv. Die Abkürzung SDS wird immer wieder auf die gleichnamige Studenten-Gruppe aus den 60ern bezogen, funktioniert aber im Liedkontext mit dem durch das Textheft beigefügte D ebenso als Aufruf an alle Castingverlierer, ihre eigene Band zu gründen. „Im Zweifel für den Zweifel“ ist eine ausschließlich von Akustik-Gitarre vorgetragene Absage an alle Sicherheiten. „Bitte oszillieren Sie“ (zwischen den Polen Bumms und Bi) ist dann ein einziger (toller) Witz. Es macht den tocotronischen Humor aus, im Dschungel von Philosophie und Querverweisen auch mal albern zu sein: Ping Pong ohne Hierarchie! Es versteht sich von selbst das wie so oft mit „Macht es nicht selbst“ das schlechteste Lied zur Single-Auskopplung herangezogen wurde.</p>
<p style="text-align: justify;">Natürlich können Kritiker wieder das gleiche sagen wie immer: Arrogante Künstlerschnösel, die zusammenhangslose Wortfetzen ausspucken. Und diese Frisuren! Und dieses schwule Gejammer! Muss ja nicht jeder mögen. Und wozu sich für seinen Musikgeschmack verteidigen? Alles hat seinen Wert für irgendjemanden. Egal ob das nun Lady Gaga für einen Teenie ist oder diese unzugänglichen Herren von Tocotronic für mich. „Schall und Wahn“ wird mich wieder einige male durch die Straßen begleiten und jeden Song in verschiedenen Situationen anders interpretieren lassen. Musik und Text, die die Gedanken anregen und neue Standpunkte zur Welt veranlassen, darauf kommt es doch vor allem an. Man muss sich ja an nichts klammern, da oszilliere ich doch lieber.</p>
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		<title>Muse: The Resistance</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Sep 2009 13:15:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tomhartig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Muse]]></category>
		<category><![CDATA[New Prog]]></category>
		<category><![CDATA[Pro]]></category>
		<category><![CDATA[The Resistance]]></category>

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		<description><![CDATA[Muse sind zurück, das neue Album nennt sich „The Resistance“. Mein Verhältnis zur Band ist wie ihr Stil: ziemlich ambivalent. Man könnte sagen, Muse haben das Genre New Prog gerade zu mitbegründet. Ihr Durchbruch Origin of Symmetry war geradezu bombastische Tragik, ein Weltuntergang aus Chaos und Klavier, irgendwie nicht von dieser Welt. Ich habe das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Muse_%28Band%29" target="_blank"><img class="size-medium wp-image-618 alignleft" title="muse-the-resistance" src="http://tomhartig.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/muse-the-resistance-300x295.jpg" alt="muse-the-resistance" width="247" height="242" />Muse</a> sind zurück, das neue Album nennt sich „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/The_Resistance" target="_blank">The Resistance</a>“. Mein Verhältnis zur Band ist wie ihr Stil: ziemlich ambivalent. Man könnte sagen, Muse haben das Genre <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/New_Prog" target="_self">New Prog</a> gerade zu mitbegründet. Ihr Durchbruch Origin of Symmetry war geradezu bombastische Tragik, ein Weltuntergang aus Chaos und Klavier, irgendwie nicht von dieser Welt. Ich habe das daher immer gerne Space Rock genannt. Das letzte Album, Black Holes and Revelations, hat dann ziemlich die Gemüter gespalten: Die einen freuten sich, dass Muse sich eher poppigeren, zugänglicheren Strukturen geöffnet haben. Es gab weniger Brüche, der Sound war von undurchschaubaren Verzerrungen befreit, wurde zunehmend elektronisch dominiert. Andere verurteilten diese Simplifizierung. Wo war das Geniale, das Übermenschliche geblieben? Musik, die einen träumen lässt und sich zugleich wie ein wildes Tier den Gehörgängen zu entziehen versucht? Ich fand die alten Alben bewundernswert, hatte aber immer mehr Spaß mit Black Holes and Revelations. Auch wenn das ab und zu wieder zu simpel war und ich mich dann lieber vom Chaos überwältigen lies.</p>
<p style="text-align: justify;">The Resistance ist das fehlende Bindeglied zwischen der Vergangenheit und der Zukunft, und bietet trotzdem eine eigene Qualität. Man könnte auch sagen, Muse wollen es allen Recht machen. Für die Dancefloors gibt es die erste Singleauskopplung Uprising, bei der der Titel Programm ist und somit einen guten Einstieg ins Album bietet.</p>
<p style="text-align: justify;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="350" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/RYq_BQ79ZZ0" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="350" src="http://www.youtube.com/v/RYq_BQ79ZZ0"></embed></object></p>
<p style="text-align: justify;">Das Titelstück Resistance kombiniert ein sphärisches Klavier, queen-artige Chöre und Bombastrock. Ein gutes Beispiel für das ganze Album: Jeder kriegt seins und muss sich fragen, ob es mit dem Rest harmoniert. Undisclosed Desires kommt komplett ohne Gitarren daher und wirkt, als wollten Muse mal ein RnB-Song aufnehmen. Daher kommt das Ganze etwas eintönig daher, auch wenn der Sound angenehm brutzelt und von einem Ohr zum anderen wandert. Muse haben hier erstmals ihr Album selbst produziert und die Liebe zur klanglichen Perfektion ist dem ganzen Album anzuhören.</p>
<p style="text-align: justify;">Wer nach diesem kleinen Durchhänger die Deckung fallen lässt, ist den United States of Eurasia hilflos ausgeliefert. Das entführt uns zunächst mit einem intimen, hollywoodschen Klavier in die 50er Jahre, überrascht uns wieder mit Queen, geht in ein bombastisches Oriental über (Lawrence of Arabia, I‘m loving it!), bringt ein imaginäres Stadion zum Mantraruf „EuraSIA!“ um sich schließlich zu einem Klavierstück von Chopin zu beruhigen und von Disney-esken Chören nach Hause gebracht zu werden. Großes Kino!</p>
<p style="text-align: justify;">Es folgt die Hymne Guiding Light. Die klingt leider ziemlich gewollt, erinnert stark an U2 und dümpelt viel zu lange ohne Abwechslung vor sich hin. Wie ein Starlight ohne die hookige Melodie. Ich weiß nicht, ob es am enttäuschenden Guiding Light liegt, aber Unnatural Selection haut mich dann wieder von den Socken. Von Anfang an prescht der Groove los wie zu besten New Born Zeiten. Gerade wenn man meint, es fehle an Abwechslung, nimmt der Song das Tempo heraus und eine schwer atmende Gitarre quält sich durch das Nichts und wird von Matthew Bellamy langsam zur ewigen Ruhe gesungen. Und dann, wenn alles schläft, prescht wieder dieser Groove nach vorne, Bellamy fordert: I want the truth! Und ein fast schon zu böse klingendes Riff macht den Deckel zu. Fein fein!</p>
<p style="text-align: justify;">MK Ultra präsentiert sich als ziemlich bedeutungslos. Es hört sich komplett nach Muse an, hat aber kein einziges, originelles Element. Der Sounds brutzelt wieder angenehm, aber gerade auch das gewollt kraftvolle Ende ist gerade dies nicht. Muss man nichts zu sagen. I belong to you (mon cœur s&#8217;ouvre à ta voix) ist nicht spektakulär, aber sympathisch. Das Klavier entführt uns diesmal subtil nach Sizilien, ein Blubberbass klettert schelmisch die Tonleiter rauf und runter, während wir uns langsam vom Lagerfeuer wegbewegen und zu einem Tänzchen unter dem Sternenzelt wechseln. Bellamy gibt sich redlich Mühe seine Stimme zu dehnen, während sein angenehmes Vibrato langsam Gesellschaft von einer leisen Oboe bekommt, die uns wieder an das Lagerfeuer zurückführt. Höfischer Ball und mediterrane Folklore: Eine ungewöhnliche, aber funktionierende Kombination.</p>
<p style="text-align: justify;">Wir kommen zum sinfonischen Abschluss des Albums, nämlich zur dreigeteilten Symphonie Exogenesis. Die Overture erinnert zunächst an Synthie-Experimentierlaune, wird dann aber auch wieder von der dreckigen Gitarre in den wilden Westen des Andromedanebels entführt. Das hat schon bei Knights of Cydonia funktioniert und kommt diesmal subtiler daher. Nett. Cross-Pollination lässt uns teilhaben, wie ein Klavier einen Vogel durch das Weltall begleitet, er steigt in Planetentäler hinab, umrundet Sternennebel und gerät urplötzlich in den Gerichtshof des intergalaktischen Rates: Hier geht es um nicht weniger als das Schicksal des Universums: Spread our codes to the stars / You must rescue us all / Tell us / tell us your final wish / We will tell it to the world. Wie erfahren nicht, wie die Entscheidung ausfällt, der Klaviervogel entführt uns wieder in die Weiten des Alls. Redemption ist das Ende und ist der Neubeginn. Jede Taste des Klaviers schlägt Wellen, breitet sich aus in Raum und Zeit. Streicher erwachsen aus dem Nichts, werden lauter.</p>
<p style="text-align: justify;">Let&#8217;s start over again  Why can&#8217;t we start it over again?<br />
Just let us start it over again<br />
And we’ll be good  This time we’ll get it&#8230;  We&#8217;ll get it right<br />
It&#8217;s our last chance to forgive ourselves</p>
<p style="text-align: justify;">Langsam tragen die Streicher das Klavier hinfort.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich mag das Album. Auch wenn einige Songs nur durchschnittlich sind für Muse, so kombinieren sie doch die Dinge aus Origin of Symmetry und Black Holes and Revelations die ich mochte und lassen das weg, was ich weniger mochte. Die Songs wühlen einen auf, lassen einen in einem Moment die Fäuste in den Himmel strecken und im anderen wohlig die Augen schließen und träumen. Inspirierend. Pure Muse.</p>
<p style="text-align: justify;">Pro.</p>
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		<title>Neue Green Day Single</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Apr 2009 08:46:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tomhartig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Green Day]]></category>
		<category><![CDATA[Kontra]]></category>
		<category><![CDATA[Nickelback]]></category>
		<category><![CDATA[Punk]]></category>
		<category><![CDATA[Rock]]></category>

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		<description><![CDATA[Punk Rock scheint tatsächlich ein Altersphänomen zu sein. Als Teenager genießt man die rebellische Attitüde, die trotzdem mit jede Menge Spaß verknüpft ist und meist weichgespült genug, um trotzdem leicht ins Ohr zu gehen. Mitsingen kann jeder, wenn laut genug aufgedreht wird. Dann fängt man (hoffentlich) irgendwann an, seinen musikalischen Horizont zu erweitern, schnuppert in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><font size="2">Punk Rock scheint tatsächlich ein Altersphänomen zu sein. Als Teenager genießt man die rebellische Attitüde, die trotzdem mit jede Menge Spaß verknüpft ist und meist weichgespült genug, um trotzdem leicht ins Ohr zu gehen. Mitsingen kann jeder, wenn laut genug aufgedreht wird. Dann fängt man (hoffentlich) irgendwann an, seinen musikalischen Horizont zu erweitern, schnuppert in komplexere Musikformen oder stöbert zumindest abseits des Geschmacks der Clique oder der *keuch* Charts.</p>
<p>Das heißt nicht, dass man Punk Rock mit zunehmenden Alter automatisch schlecht finden muss. Ein guter Song bleibt ein guter Song. Aber es ist ein Unterschied ob man so etwas fabriziert, oder einfach nur das Genre mit 08/15-Songwriting bedient. Ich rede von der Single-Auskopplung des kommenden Albums &#8220;21st Century <em>(edit:)</em>Breakdown&#8221; von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Green_Day">Green Day</a>: &#8220;Know Your Enemy&#8221;. Die Big-Brother-Überwachungsstaat-Anklage mag für die junge Zielgruppe seine Daseinsberechtigung haben, bestimmte Thematiken sollte man ja jeder neuen Generation nahebringen, egal wie alt das Thema ist. Aber das Lied hat vom Musikalischen her wirklich gar nichts zu bieten&#8230;Strophe und Refrain sind fast nicht zu unterscheiden, fast jede Zeile des Liedes klingt gleich, die Bridge kommt wo sie kommen muss und ist absolut uninspiriert und irgendwie von den eigenen Songs zusammengeklaut?</p>
<p>Ein Erfolg wird es wohl trotzdem wieder werden, weil radiotauglich und Bombast-Rebellentum und so. Punk und Charts lassen sich halt doch verbinden. Was <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nickelback">Nickelback</a> dem Rock, das ist Green Day dem Punk Rock. Klar, das American Idiot Album und einige andere Songs fand ich klasse, aber die waren auch besser und ich jünger. Vielleicht bin ich &#8220;einfach zu alt für diesen Scheiß&#8221;:</p>
<p><!-- Smart Youtube --><span class="youtube"><object width="425" height="355"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/V2VRq0_cETQ&amp;rel=1&amp;color1=d6d6d6&amp;color2=f0f0f0&amp;border=&amp;fs=1&amp;hl=en&amp;autoplay=&amp;showinfo=0&amp;iv_load_policy=3&amp;showsearch=0&amp;hl=de&amp;fs=1" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><embed wmode="transparent" src="http://www.youtube.com/v/V2VRq0_cETQ&amp;rel=1&amp;color1=d6d6d6&amp;color2=f0f0f0&amp;border=&amp;fs=1&amp;hl=en&amp;autoplay=&amp;showinfo=0&amp;iv_load_policy=3&amp;showsearch=0&amp;hl=de&amp;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" width="425" height="355" ></embed><param name="wmode" value="transparent" /></object></span></p>
<p>Kontra.</font></p>
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		<title>Alt und gewohnt</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Mar 2009 18:02:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tomhartig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Elmo]]></category>
		<category><![CDATA[Emo]]></category>
		<category><![CDATA[Generation]]></category>
		<category><![CDATA[Hip Hop]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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		<description><![CDATA[Was ist eigenlich aus dem Emo-Bashing geworden? Ist die neue Jugendkultur schon wieder so gewönlich, dass man nicht mehr darüber spricht? Ist alles gesagt? Oder geht es nur mir so? Befinden wir uns grade in so einer Zwischenphase bevor die neueste Verrücktheit der jüngsten Generation aufkommt? Wenn der Trend der Trends wie gewohnt weitergeht, dürfte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><font size="2">Was ist eigenlich aus dem Emo-Bashing geworden? Ist die neue Jugendkultur schon wieder so gewönlich, dass man nicht mehr darüber spricht? Ist alles gesagt? Oder geht es nur mir so? Befinden wir uns grade in so einer Zwischenphase bevor die neueste Verrücktheit der jüngsten Generation aufkommt? Wenn der Trend der Trends wie gewohnt weitergeht, dürfte es diesmal die 9-11-Jährigen treffen. Und wann <span style="text-decoration:line-through;">kommt eigentlich das neue Linkin Park Album</span> kommen eigentlich die ersten Emo-Hop-Bands, wo doch kleine Emomädchen immer so gern mit Hoppern zusammen sind? Aber vermutlich hab ich da keine Ahnung von, so als alter Knacker.</font></p>
<p><!-- Smart Youtube --><span class="youtube"><object width="425" height="355"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/W7IxliAPjAk&amp;rel=1&amp;color1=d6d6d6&amp;color2=f0f0f0&amp;border=&amp;fs=1&amp;hl=en&amp;autoplay=&amp;showinfo=0&amp;iv_load_policy=3&amp;showsearch=0&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;color1=0x3a3a3a&amp;color2=0x999999" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><embed wmode="transparent" src="http://www.youtube.com/v/W7IxliAPjAk&amp;rel=1&amp;color1=d6d6d6&amp;color2=f0f0f0&amp;border=&amp;fs=1&amp;hl=en&amp;autoplay=&amp;showinfo=0&amp;iv_load_policy=3&amp;showsearch=0&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;color1=0x3a3a3a&amp;color2=0x999999" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" width="425" height="355" ></embed><param name="wmode" value="transparent" /></object></span></p>
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		<title>Polarkreis 18 in Concert</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Feb 2009 09:35:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tomhartig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Konzert]]></category>

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		<description><![CDATA[20.02.09 Factory Magdeburg &#8211; Ich war dabei. Ich bin nicht unbedingter Fan von Polarkreis 18, kannte nur von 1-2x hören ihr erstes, selbstbetiteltes Album und hatte mitbekommen, dass diese eigentliche Indie-Pathos-Band wie ausversehen auf Platz 1 der deutschen Charts gelandet ist, Stichwort &#8220;Allein Allein&#8220;. Nun traute ich mich im Vorfeld schon kaum zu erzählen, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>20.02.09 Factory Magdeburg</strong> &#8211; Ich war dabei. Ich bin nicht unbedingter Fan von <a href="http://profile.myspace.com/index.cfm?fuseaction=user.viewProfile&amp;friendID=55565991">Polarkreis 18</a>, kannte nur von 1-2x hören ihr erstes, <a href="http://www.amazon.de/Polarkreis-18/dp/B000LXGRZ8">selbstbetiteltes Album</a> und hatte mitbekommen, dass diese eigentliche Indie-Pathos-Band wie ausversehen auf Platz 1 der deutschen Charts gelandet ist, Stichwort &#8220;<a href="http://www.amazon.de/Allein-Premium-Single-Polarkreis-18/dp/B001HMJNT4/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=music&amp;qid=1235225908&amp;sr=1-1">Allein Allein</a>&#8220;. Nun traute ich mich im Vorfeld schon kaum zu erzählen, dass ich auf ein Konzert dieser Band ginge, immerhin galten sie, auch gerade nach dem zweiten Platz beim Bundesvision Song Contest, als Bravo-Hype. Ich wurde mit großen Augen angeguckt und für eins der tausenden 14-jährigen Emomädchen gehalten, die ich beim Konzert auch zu treffen fürchtete.</p>
<p><span id="more-51"></span></p>
<p>Zunächstmal, liebe Verantwortliche: Es ist äußert beknackt auf die Eintrittskarten 21 Uhr zu schreiben, wenn die Vorband schon 20 Uhr (oder früher?) loslegt. Wir waren zwar pünktlich ne Stunde vorher da, da war die (miese, weil unoriginelle und ewig gleichklingende) Vorband namens &#8220;<a href="A Heart Is An Airport">A Heart Is An Airport</a>&#8221; bereits am rumsäuseln (Marke &#8220;Sunrise Avenue&#8221;). Das Publikum war licht und starr. Nunja, immerhin bekommt man gute Plätze, wenn die Masse der Leute erst um 21 Uhr rum eintrudelt. Die bestand glücklicher(und komischer)weise sowohl aus jungen Indie-Mädchen als auch 30-50jährigen, die wohl wegen der o.g. Single reingeguckt haben. <em>Oder sollten diese Menschen am Ende doch gar guten Geschmack haben? Nein das kann nicht sein!</em></p>
<p>Dann der Mainact. Geile Show, das muss man sagen. Viel Licht, viel Schatten, viele Keyboards. Tolle Moves, ständiger Instrumentenwechsel, tolle Kostüme, hatte teilweise was von der Blue-Men-Group was die Performance angeht. Das Gesicht des Sängers strahlte die ganze Zeit als gäbs nix Schlechtes auf der Welt und sein Gesang schwebte irgendwo zwischen Traum und Himmel. Wirklichkeitsverschiebung hoch 10, wenns auch gegen Ende etwas an Puste verlor. Aber auch nett, wenn der Sänger mal eben durchs Publikum geht und von hinten weitersingt, auch ohne Mikro. Außerdem war er barfuß unterwegs und Linksträger, wie meine Begleitung bemerkte, aja. Bei dem klebrigen Boden in der Factory sicher kein Spaß. Als letztes Lied das obligatorische &#8220;Allein Allein&#8221;, mit starkem Mitsingfaktor in der ganzen Halle, was sein muss, muss wohl sein. Zugabe 2 Lieder, davon ein(?) Cover (&#8220;Such a shame!&#8221;), geht in Ordnung.</p>
<p>Fazit: Erwartungsgemäß live sehr mitreißend und toll inszeniert, wenn auch nicht allzu abwechslungsreich. Sollte man mal gesehen haben.</p>
<p>Folgender Autritt ausm Schauspielhaus Dresden, leider ohne die tollen, aktuellen Kostüme:</p>
<p><!-- Smart Youtube --><span class="youtube"><object width="425" height="355"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/4jEoYqPd10Q&amp;rel=1&amp;color1=d6d6d6&amp;color2=f0f0f0&amp;border=&amp;fs=1&amp;hl=en&amp;autoplay=&amp;showinfo=0&amp;iv_load_policy=3&amp;showsearch=0&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0&amp;color1=0x2b405b&amp;color2=0x6b8ab6&amp;border=1" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><embed wmode="transparent" src="http://www.youtube.com/v/4jEoYqPd10Q&amp;rel=1&amp;color1=d6d6d6&amp;color2=f0f0f0&amp;border=&amp;fs=1&amp;hl=en&amp;autoplay=&amp;showinfo=0&amp;iv_load_policy=3&amp;showsearch=0&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0&amp;color1=0x2b405b&amp;color2=0x6b8ab6&amp;border=1" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" width="425" height="355" ></embed><param name="wmode" value="transparent" /></object></span></p>
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		<title>Bundesvision Song Contest 2009</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Feb 2009 08:45:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tomhartig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wiedereinmal jährt sich Stefan Raabs Gegenentwurf zum Eurovison Song Contest aka Grand Prix de Eurovision de Chanson. 16 Bundesländer, 16 Bands und jede Menge gute Stimmung. Muss auch, schließlich hat man die Sendung lieber auf Freitag den 13. gelegt statt auf den Valentinstag. Weshalb auch viele verwundert waren, warum denn so eine typisch Samstagabendshow nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wiedereinmal jährt sich Stefan Raabs Gegenentwurf zum Eurovison Song Contest aka Grand Prix de Eurovision de Chanson. 16 Bundesländer, 16 Bands und jede Menge gute Stimmung. Muss auch, schließlich hat man die Sendung lieber auf Freitag den 13. gelegt statt auf den Valentinstag. Weshalb auch viele verwundert waren, warum denn so eine typisch Samstagabendshow nicht am Samstagabend lief.</p>
<p>Ich geb zu, ich hab erst bei der Hälfte eingeschaltet, Schillerstraße war dann doch irgendwie interessanter. Erster Beitrag: &#8220;Fotos&#8221; (mein erstes Live-Konzert! Naja, sie waren Vorband). Klang flach, was aber eher am Sound als am Lied lag. Die nächsten Bands wurden leider nicht besser, von einigen Lichtblicken wie Polarkreis 18 und Peter Fox mal abgesehen. Was mich zu drei Haupteindrücken des gestrigen Abends bringt:</p>
<p><span id="more-102"></span></p>
<p>1. Es scheint in Deutschland keine Originale mehr zu geben. Mit wenigen Ausnahmen konnte man jeder Band auf einen Schlag ein Bandvorbild zuordnen. Seed, Deichkind, Beatles&#8230;von den unzähligen JungGenerationRockScheiß ganz zu schweigen (Hallo Angela&#8217;s Park! Hallo Sachsen-Anhalt! Ich glaub ich zieh weg!). Auftritt, Stil, Kostümierung&#8230;einfach frech und schlecht kopiert.</p>
<p>2. Eigentlich war fast klar, das Peter Fox gewinnt (und Polarkreis 18 den 2. Platz absahnt), schon im Vorfeld. Ebenso wie klar war, dass in den Vorjahren Juli, Seed, Jan Delay oder Subway to Sally gewinnen. Weil fast immer 1-2 schon längst berühmte und beliebte Bands antreten, gegen die dann die ganzen Newcomer keine Chance haben. Ist das schlimm? Nö. Denn Raab meinte mal in einem Interview, dass es ihm darum ginge, die jungen deutschen Musiker zu fördern. Und das tut er ja mit dem Wettbewerb auf jedenfall, unabhängig davon, wer am Ende nun auf dem 1. Platz landet. Ohne diese Headliner würden sich die Show ja nun auch viel weniger Leute angucken. Und davon hätten die Teilnehmer auch wieder nichts.</p>
<p>3. Die Bundesländer dürfen für sich selber abstimmen. Schlimm? Nö, denn weil das fast jedes Bundesland macht, hat auch keiner nen Nachteil (außer die Ehrlichen&#8230;nochmal hallo Sachsen-Anhalt! Ich glaub ich zieh wieder her!). So gewinnt dann halt der, der am meisten 10 Punkte kassiert.</p>
<p>Musikalisch fand ich vieles Mist, einiges ganz okay (Olli Schulz per se, Peter Fox und Polarkreis 18 gingen auch i.O., Sven van Thom soweit ichs mitbekommen hab). Das Gerede der Bands in den kurzen Promo-Videos sollte man aber meistens am besten ignorieren. Weiterer Vorteil der Show: Wir werden uns mal wieder bewusst was es so für Bundesländer in Deutschland gibt und was man damit assoziieren kann (&#8220;In Rheinland-Pfalz gibt es viele Burgen.&#8221; Yeah!). Also erfüllt die Sendung glatt noch einen Bildungsauftrag, Wahnsinn.</p>
<p>Kann man sehen, muss man nicht, aber schön, dass wir drüber geredet haben.</p>
<p>P.S. Zu den Moderatoren: Raab ist routiniert, Johanna gehört in die Tonne.</p>
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		<title>Tocotronic &#8211; Luft</title>
		<link>http://tomhartig.de/wordpress/tocotronic-luft</link>
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		<pubDate>Thu, 05 Feb 2009 08:49:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tomhartig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Interpretation]]></category>
		<category><![CDATA[Luft]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Text]]></category>
		<category><![CDATA[Tocotronic]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Faullenzerhymne? Meditationslyrik? Belohnung für harte Arbeit? Angst vor Veränderungen? Alles in „Luft“ vom Album „Kapitulation“ von Tocotronic enthalten:

Luft
Die Luft ist so nutzlos um mich herum
So schön vergeht jetzt ein Millenium
Schon die ersten beiden Zeilen sprechen mit dem Kapitulations-Konzept: Die Schönheit des Negativen. Mit Ignoranz werden selbstverständliche Dinge wie die Luft betrachtet, nicht gesehen, wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Faullenzerhymne? Meditationslyrik? Belohnung für harte Arbeit? Angst vor Veränderungen? Alles in „Luft“ vom Album „Kapitulation“ von Tocotronic enthalten:</p>
<p><span id="more-106"></span></p>
<p><strong>Luft</strong></p>
<p><strong>Die Luft ist so nutzlos um mich herum<br />
So schön vergeht jetzt ein Millenium</strong></p>
<p>Schon die ersten beiden Zeilen sprechen mit dem Kapitulations-Konzept: Die Schönheit des Negativen. Mit Ignoranz werden selbstverständliche Dinge wie die Luft betrachtet, nicht gesehen, wie notwendig sie sind, da man so gut wie nie ohne sie auskommen muss. Doch diese einseitige, subjektive Betrachtungsweise wird mitnichten verurteilt, sie wird genossen: Trotz oder gerade wegen der Sinnlosigkeit der Luft vergeht die Zeit, eine Ära, das Millenium schön. Dass sie damit endet muss damit nichteinmal gemeint sein.</p>
<p><strong>Ja ich habe heute nichts gemacht<br />
Ja meine Arbeit ist vollbracht</strong></p>
<p>Ja, eine Antwort auf eine Frage, einen Vorwurf, den wir uns vorstellen müssen. Entsprungen der Leistungsgesellschaft: Wie bitte, du liegst hier rum, erfüllst deine Pflichten nicht, kümmert dich um so etwas unwichtiges wie Luft? Die Antwort zeigt keine Reue, die persönliche Arbeit ist vollbracht:</p>
<p><strong>Ich atme nur</strong></p>
<p>Es fragt sich nun, ist das Atmen, das Existieren, das Bewusstwerden die fragliche Arbeit? Das Auseinandersetzen mit den oben genannten, selbstverständlichen Dingen, die wir so oft ignorieren? Oder ist es das Durchatmen nach der gemachten Arbeit, der verdiente Lohn? Die Hingabe zum Nutzlosen als Zuckerstück für die Knüppelei mit den Aufgaben, die das Leben so stellt?</p>
<p><strong>Genau wie jetzt nur ein bisschen anders wird es sein<br />
Sei schlau und kleb die Bilder ein<br />
Ja ich habe heute nichts gemacht<br />
Ja meine Arbeit ist vollbracht<br />
Ich atme nur</strong></p>
<p>Es geht also um Veränderungen und Erinnerungen. Dinge vergehen, bleiben nur über Metaphern wie dem Fotoalbum für längere Zeit im Gedächtnis. Diese Veränderungen werden nicht sehr positiv betrachtet, weshalb der wiederholte Refrain nun schon wirkt, als würde sich das lyrische Ich gezielt gegen eine erneute Arbeit wehren. Diese Zeilen ergeben vor allem im Folgenden Sinn:</p>
<p><strong>Und jetzt weiter im Text<br />
Neue Fehler warten<br />
Steine liegen auf dem Weg<br />
Ich leg sie rüber in den Garten</strong></p>
<p>Und jetzt weiter im Text: Auch wenn man sich gerne in der Lethargie verlieren möchte, so ist es notwendig, seinen Standpunkt zu verdeutlichen um dies zu legitimieren: Das geforderte zukünftige Handeln trägt Missgriffe in sich, Steine liegen auf dem Weg. Ein Sprichwort sagt, man solle Brücken aus diesen Steinen bauen, hier werden sie nur aus dem Weg gelegt: Die Fehler der Zukunft werden nicht als Chance begriffen, sie werden höchstens gemieden.</p>
<p><strong>Ich warte bis es dunkel ist<br />
Und ich seh die Schatten fliegen<br />
Ich warte bis es dunkel es<br />
Das Nutzlose wird siegen<br />
Das Nutzlose bleibt liegen<br />
Also züchte ich mir Staub<br />
Entschuldigung das hab ich mir erlaubt</strong></p>
<p>Warten, nichts tun. Andere agieren lassen, Schatten werfen lassen. Die Sinnlosigkeit im Handeln, gerade durch die erwähnten, zwangsläufigen Fehler lassen den triumphieren, der sich dieser Aufgabe verwehrt: Wer keinen Nutzen hat, der ist niemandem etwas schuldig. Und wer niemandem etwas schuldig ist, der kann niemanden enttäuschen. Wer nicht kämpft, hat schon verloren? Unsinn: Wer nicht kämpft, kann nur gewinnen. Diese These ist natürlich höchst provokativ, aber die eine oder andere Überlegung wert und unterwirft sich nicht ganz dem konformativen Leistungsprinzip der Gesellschaft. Staubzüchten ist dabei eine wohlwollende, aktive Umschreibung des eigentlich passiven Nichtstuns: Ganz klar ist Nichtstun eine Tätigkeit, für die man sich scheinbar entschuldigen muss, auch wenn man sich dafür entschieden hat: Der Hohn in dieser Aussage ist nicht zu übersehen, das lyrische Ich ist überzeugt von der Richtigkeit seines Handelns.</p>
<p><strong>Und jetzt weiter im Text<br />
Neue Wege gehen<br />
Ich weiß ich werde jetzt<br />
Jedem zu Verfügung stehen<br />
Ich gehe wenn der Tag beginnt<br />
Und ich seh die Schatten fliegen<br />
Ich gehe wenn der Tag beginnt<br />
Das Nutzlose wird siegen<br />
Das Nutzlose bleibt liegen<br />
Also laufe ich durchs Laub<br />
Entschuldigung das hab ich mir erlaubt </strong></p>
<p>Und so wird die Verweigerung aufgelöst, die vorherigen Strophen werden zu einer Episode, einem endlichen Gefühl, welches jeder einmal durchmacht um sich früher oder später davon zu lösen. Die Lethargie wird ersetzt durch Tatendrang! Ich gehe neue Wege, und wenn noch soviele Steine darauf liegen! Wer will etwas von mir, ich stelle mich ihm! Die Schatten fliegen, ich bin das Licht! Und auch wenn das Nutzlose bestehend bleibt wie totes, sinnentleertes Laub: Ich durchschreite es, lasse es hinter mir. Entschuldigt meinen Sinneswandel, den hab ich mir erlaubt.</p>
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		<title>Tocotronic &#8211; Imitationen</title>
		<link>http://tomhartig.de/wordpress/tocotronic-imitationen</link>
		<comments>http://tomhartig.de/wordpress/tocotronic-imitationen#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 01 Feb 2009 08:51:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tomhartig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Interpretation]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Text]]></category>
		<category><![CDATA[Tocotronic]]></category>

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		<description><![CDATA[Offizielles Musikvideo zum Lied
Vorab: Meine Bemerkungen stellen lediglich persönliche Gedankengänge zum Liedtext dar und haben natürlich kein Anspruch auf Vollständigkeit, insofern es eine solche bei Interpretation überhaupt geben kann. Interessanterweise hielt ich &#8220;Imitationen&#8221; von Anfang an für ein waschechtes Liebeslied, bis mich jemand verwundert darauf ansprach, wie ich denn darauf käme. Dazu im Folgenden mehr.

Imitationen
Imitationen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://de.youtube.com/watch?v=CX9PKpGxAgs">Offizielles Musikvideo zum Lied</a></p>
<p>Vorab: Meine Bemerkungen stellen lediglich persönliche Gedankengänge zum Liedtext dar und haben natürlich kein Anspruch auf Vollständigkeit, insofern es eine solche bei Interpretation überhaupt geben kann. Interessanterweise hielt ich &#8220;Imitationen&#8221; von Anfang an für ein waschechtes Liebeslied, bis mich jemand verwundert darauf ansprach, wie ich denn darauf käme. Dazu im Folgenden mehr.</p>
<p><span id="more-110"></span></p>
<p><span style="text-decoration:underline;"><strong>Imitationen</strong></span></p>
<p><strong>Imitationen von dir<br />
Befinden sich in mir<br />
Imitationen von dir<br />
Verbünden sich mit mir</strong></p>
<p>Ich habe von der Intimitäts-Theorie &#8220;Bei sich sein im anderen&#8221; gehört, dies scheint das Gegenteil darzustellen. Der andere ist in mir, bzw. eine Imitation von ihm. Verliebte würden vermutlich von &#8220;Er/Sie geht mir nicht aus dem Kopf&#8221; reden, man müsse ständig an den anderen denken. Das Ebenbild des Anderen ist in mir, dies könnte auch bedeuten, ich gleiche dem anderen. Ich sehe uns nicht als etwas Divergentes, sondern als etwas Gemeinsames. Das Wort Imitation löst die offensichtliche Unmöglichkeit physisch eins zu sein, so denn es sich denn beim Du um einen Menschen handelt (geht man nicht davon aus, bieten sich viele weitere Interpretationen an). Dass diese Imitationen (wohlbemerkt: Plural) sich mit dem lyrischen Ich &#8220;verbünden&#8221;, sehe ich als positive Wertung des Prozesses an. Die Wortwahl wiederum ist vermutlich dem militärischen Konzept des Albums &#8220;Kapitulation&#8221; zuzuschreiben.<br />
Die Strophe beschreibt also grob gesagt, wie die Vereinigung zunächst fremder Facetten (einer Person?) mit der eigenen Identität vollzogen wird.<br />
Beispiel: Ich passe mich dem Menschen an, den ich liebe.</p>
<p><strong>Berühren und begleiten mich<br />
Sagen es gibt kein wahres Ich<br />
Verspüren und bereuen nichts<br />
Spucken den Leugnern ins Gesicht</strong></p>
<p>Die Liebe als Verführer? Die Erlösung durch Selbstaufgabe: ein Bild, welches sich durch das ganze Album zieht. Die Anpassung an andere ist so angenehm und befreiend, dass man seine eigene Identität aufgeben möchte. Wir bilden uns ein, es hätte kein &#8220;wahres Ich&#8221; gegeben, wir seien so, wie uns das beruhigende Gefühl der Gemeinsamkeit verspricht. Wie sehr verteidigt man nicht auch in einer Verliebtheit die Gemeinsamkeiten mit dem Partner gegenüber anderen und &#8220;leugnet&#8221; Kommentare wie &#8220;Du hast dich verändert&#8221;? Diese Selbstaufgabe wird zunächst nicht bereut oder auch nur wahrgenommen, wenn auch oft hinterher umso mehr.</p>
<p><strong>Dein gut ist mein gut<br />
Dein schön ist mein schön<br />
Dein wahr ist mein wahr</strong></p>
<p>Man sieht die Dinge also mit den Augen des anderen, bejaht dessen Aussagen, findet schön, was er schön findet. Spätestens jetzt ist die Selbstaufgabe vollkommen, man kann kein eigenes Urteil mehr bilden.</p>
<p><strong>Imitationen von dir<br />
Wiederholen sich in mir<br />
Imitationen von dir<br />
Klopfen an die Tür</strong></p>
<p><strong>Und leise reden sie mir ein<br />
Du musst nicht du selber sein<br />
Und leise reden sie mir ein<br />
Wir werden dich von dir befreien</strong></p>
<p><strong>Dein schlecht ist mein schlecht<br />
Dein schlimm ist mein schlimmm<br />
Dein schlimm ist mein ganz schlimm</strong></p>
<p>Interessanterweise handelt es sich bei diesen drei Absätzen um fast inhaltslgeiche Wiederhohlungen der drei Absätze davor. Während dort jedoch die Imitationen als eine Art Befreiungsfront erscheinen, werden sie zunehmend konspirativ. Nicht der Kampf gegen außenstehende Leugner wird gefochten, sondern gegen die eigene Identität, von der sie das lyrische Ich &#8220;befreien&#8221; wollen, als wäre es unanehmbar. Sie reden ein, sie überzeugen, sie überwältigen. Sie sind gekommen, klopfen an die Tür, doch wollen dich hinauswerfen. Dieser negative Aspekt der Vereinahmung durch Andere wird im dritten Absatz durch eine Umkehrung vom Guten zum Schlechten betont: Was du schlecht findest, muss ich auch schlecht finden. Ich habe nicht Mitgefühl mit dir, sondern ich übernehme einfach dein Gefühl.</p>
<p><strong>Du bist so viel gereist<br />
Im Zickzack durch die Zeit<br />
Nirgendwo wo du bleibst<br />
Manchmal nur durch Träume treibst<br />
Fast durch die ganze Welt<br />
Bist du zu mir bestellt<br />
Fast durch die ganze Welt<br />
Bist du zu mir bestellt</strong></p>
<p>Eine interessante Umkehrung des Abhängigkeitsverhältnisses: Du, dessen Imitationen ich in mir trage, in den ich vielleicht verliebt bin, du bist zu mir &#8220;bestellt&#8221;, ohne Wahlmöglichkeit. Hattest in der Welt keinen Sinn, warst rastlos, in Träumen versunken. Bist du mich gefunden hast und dich in mir (Imitationen!) widerspiegeln kannst. Diese Passage erweckt tatsächlich Mitleid mit dem &#8220;Du&#8221; und relativiert die Passiv/Aktiv-Konstruktion der beiden Protagonisten. Im Liebesbeispiel: Der Geliebte kann nichts dafür, dass er geliebt wird, auch nicht, wenn er davon profitiert.<br />
Da das lyrische Ich die Zeilen formuliert, können sie natürlich auch subjektiv ausgelegt werden, als eine Art Besitzanspruch: Du wurdest nur dazu geschaffen damit ich dich lieben kann. Diese einseitige Betrachtungsweise würde jedoch wiederum die Abhängigkeit des Erzählers betonen. Wenn er sich ganz dem anderen ergibt und dessen Identität annimmt: Was bleibt dann, wenn dieser ihn zurückweist?</p>
<p><strong>Dein gut ist mein gut<br />
Dein schön ist mein schön<br />
Dein wahr ist mein wahr<br />
Dein schlecht ist mein schlecht<br />
Dein schlimm ist mein schlimmm<br />
Dein schlimm ist mein ganz schlimm</strong></p>
<p>Nocheinmal die Wiederholung der positiven und negativen Aspekte, die zeitgleich mit der Selbstaufgabe für einen anderen (alternativ: eine Sache) auftreten. Selbstverständlich kann beides insgesamt als erstrebenswert erachtet werden oder eben abgelehnt werden.</p>
<p>Auch wenn ich wie gesagt das Lied von jeher als Liebeslied gesehen habe (die persönlichen Identifizierungsprozesse springen wohl bei diesem Thema augrund der starken Bedeutung immer als erste an), könnte man es wie erwähnt auch auf andere Bereiche übrtragen (Aufgabe der eigenen Meinung, Übernahme von gesellschaftlichen Überzeugungen etc.).</p>
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