Karate Kid Remake

Wer es noch nicht wusste: Der 80er-Teenie-Hit Karate Kid wurde neu verfilmt. Jackie Chan übernimmt die Rolle des Lehrmeisters, und Will Smiths Sohn Jaden die des Schülers. Kann man mögen, muss man nicht.

Ich will gar nicht wie so viele die Remake-Flut Hollywoods verdammen, die in den letzten Jahren aufgekommen ist. Denn so schlecht viele von ihnen auch sein mögen, das Prinzip ist ja gar nicht so verkehrt: Tolle Geschichten werden für eine neue Generation von Zuschauern aufbereitet, die andere Sehgewohnheiten haben als die Fans der alten Filme. Ganz zu schweigen davon, dass sich Jugendliche von heute nur schwer mit Walkmen und Co. identifizieren können. Im “besten” Falle werden die Leute durch die Remakes auf die Originale aufmerksam. Auch wenn Charaktere wie Pat Moritas Mr. Miyagie natürlich einfach unkopierbare Klassiker sind. “Auftragen, polieren!” :-)

Mal schauen, ob das Ganze irgendwann wie bei Fußball- oder Rennspielen läuft…immer wieder gleicher Inhalt und neue Form. Dann gibs quasi jedes Jahrzehnt einen neuen Karate Kid…Karate Kid 2010, Karate Kid 2020…wie bei Shakespeare Klassikern. Ein Klassiker zeichnet sich schließlich dadurch aus, dass sein Inhalt immer wieder kopiert und in neue Gestalt gebracht wird. Karate Kid erging das ja schließlich schon in den 80ern so. Ja, ich rede mit dir, “Karate Tiger”!

Der Trailer des heutigen Karate Kid:

Spoony you Basterd!

Über einen Monat keine neuen Einträge…das soll sich bald ändern. Ein paar Reviews liegen noch in der Schublade. Bis dahin aber erstmal eine aktuelle Entdeckung:

Das Problem mit dem Nachmachen ist, wenn das Nachgemachte nachgemacht ist, weiß man nicht mehr, ob man sich freuen oder ärgern soll. Ich tendiere zum ersteren. Im Klartext: Die Idee mit den Filmplakatphotoshoppen hab ich natürlich von Spoony geklaut. Dass der nun zufällig das gleiche Poster ausgesucht hat wie ich zuvor, freut mich dann natürlich (immerhin gibs von dem Film auch noch ca. ein Dutzend andere Motive). Auch wenn ich im direkten Vergleich sehe: Mein Kopf ist doch etwas zu groß geraten und die Schrift passt nicht zu 100%…dafür ist der Kopf dreckiger. Bastard!

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Still a lot to learn…

District 9

district-9-posterOkay, ich bin mit gemischten Gefühlen ins Kino gegangen. Auf der einen Seite wusste ich, dass District 9 eine Art Überraschungshit ist, mit dem keiner gerechnet hatte. Quasi ein Underdog aus Südafrika, aber dennoch in kostspieliger Optik, wobei das Budget immerhin um die 30 Millionen Dollar betragen hat. Möglich gemacht hat das Peter Jackson, der einen Kurzfilm des Regisseurs Neill Blomkamp gesehen hatte und ihm daraufhin das Geld für die Umsetzung eines größeren Films zur Verfügung gestellt hat. Herausgekommen ist dann ein Science Fiction Film mit Aliens, der eigentlich ein Gleichnis auf die Apartheid darstellt. Das klang soweit alles sehr nett für mich, bis ich schließlich aber kurz vor wenigen Tagen dann einige sehr negative Kritiken gesehen habe. Der Film sei überbewertet, zusammengeklaut und sehr plakativ in seinen Anspielungen auf die Rassenprobleme in Südafrika. Man kann sagen, ich habe mir wirklich Sorgen gemacht, dass der Film nicht die willkommene Abwechslung im Alien-Einheitsbrei wird, die ich mir erhofft hatte.

Der Film erzählt in einem pseudodokumentarischen Stil, wie vor 20 Jahren ein großes Raumschiff über Johannesburg aufgetaucht ist, dessen Insassen dann in einem abgesperrten Distrikt der Stadt zusammengepfercht wurden und dort bis zum heutigen Tag leben. Entsprechend realer Slums leidet der Distrikt unter Gewalt, Armut und Polizeiwillkür. Generell wird den Aliens eine große Abneigung durch die Bevölkerung und auch dem Staat entgegengebracht. Nigerianer betreiben Schmuggelhandel und Prostitution, die Regierungsbehörden erforschen die Waffen der Aliens und führen medizinische Experimente durch.

district9Soweit das durchaus originelle Szenario, welches der Film zeichnet. Die eigentliche Story soll hier nicht allzu stark verraten werden. Grob geht es darum, dass der Regierungsmitarbeiter Wikus van de Merve gezwungenermaßen die Seiten wechselt und sich in District 9 vor seinen ehemaligen Arbeitgebern verstecken muss. Dabei lernt er den Außerirdischen Christopher Johnson  und dessen Kind kennen und muss mit diesen gegen die Verfolger zusammenarbeiten.

Zunächst einmal die Punkte, die mir an District 9 sehr gut gefallen haben. Da wäre zum einen natürlich die originelle Idee. Klar, etablierte Aliens unter Menschen gab es auch schon in Men in Black, aber hier wirkt das Szenario um einiges realistischer. Schließlich geht es hier auch um ein Actiondrama, nicht um eine Komödie. Ich bin dem Film sehr dankbar, dass er nicht zu sehr im Pathos versinkt. Leicht hätte die Story im Kitsch landen können: Bei Spielberg wären die Aliens herzensgut und missverstanden gewesen, Wikus hätte sich vom Alienhasser zum Superfreund der Außerirdischen gewandelt. Alles schon hundertmal da gewesen. District 9 behält eine angenehme Ernsthaftigkeit bei, bei der sogar Wikus alles andere als ein strahlender Held ist, aber auch kein cooler Antiheld. Er ist anfänglich ein unsympathischer Wicht, der sich unter zunehmend extremen Bedingungen zu beweisen hat, ohne am Ende wirklich als Sieger hervorzugehen. Jede Figur handelt nach den eigenen Interessen, sei das Sadismus, Machtgewinn oder nur die Rettung der eigenen Haut.

district_9_advertising-1Das Look and Feel des Films ist sehr angenehm. Handkamera scheint in Hollywood in den letzten Jahren stark in Mode gekommen zu sein, wird hier aber zum Glück nicht zu exzessiv eingesetzt. Stattdessen wurde ein sehr passender Mix aus Dokumentarbildern und klassischen Filmeinstellungen gefunden, der das Ganze äußerst realistisch wirken lässt, als wäre man mitten im Geschehen. Leichte Unschärfen, Wackler, Zooms etc., die oft nervig wirken könnten, sind gut eingesetzt. Besonders effektiv ist diese Methode, wenn sie mit digitalen Effekten kombiniert wird. Animierte Außerirdische, die in klassischen Filmbildern immer zu einem gewissen Grad künstlich sind, wirken durch die Amateurkamera glaubhaft: Wenn das Bild nicht inszeniert ist, können es die Aliens auch nicht sein. Ich glaube noch nie hat mich ein Film so sehr vergessen lassen, dass die Aliens nicht wirklich mit den Menschen interagieren. Danke, WETA! Das sieht nach sehr viel mehr als den verwendeten 30 Millionen Dollar aus.

Für Splatterfans gibt es auch einige Dinge, die sehr unterhaltsam daherkommen. Die Waffen sind teilweise einfach amüsant over the top. Da werden abgefeuerte Kugeln einfach per Magnetfeld in einem Ball gesammelt, und auf die Angreifer zurückgeschossen. Da dienen Schweine als Projektile. Menschen zerplatzen bei einem Treffer einfach wie Seifenblasen. Ein Alien tritt einem zudringlichen Polizisten mal eben den Arm ab. Es gibt jede Menge „Autsch!“-Momente, die einen bei Laune halten.

district9_feature_screen2Wo Licht ist, gibt es auch Schatten. In diesem Fall sind das zu aller erst die bösen Menschen in dem Film. Ich weiß, Menschen sind oft böse, aber hier sind die Bösen schon unrealistisch grausam. Die Wissenschaftler blocken jedwede Kommunikation mit den Aliens ab, nutzen sie als lebendige Zielscheiben, verweigern sich jeglicher Vernunft, die sie auch selbst einfach sehr viel weiter bringen würde. Obwohl etabliert wird, dass die Menschen die Sprache der Außerirdischen, abfällig Schrimps genannt, verstehen können und umgekehrt, werden Kommunikation, Argumente etc. einfach ignoriert. Mir ist klar, dass die Situation beim Thema Rassenhass tatsächlich so unglaublich sein kann. Völkermord wie in Ruanda z.B. lässt sich von außen nur schwer nachvollziehen, aber District 9 driftet hier leider etwas in comicartige Bösartigkeit ab. Und wo ist die internationale Staatengemeinschaft? Es wird zwar angedeutet, dass die Behörden nach außen darauf achten, nicht zu viele Aliens umzubringen, aber im Großen und Ganzen wirkt es so, als könnten die südafrikanischen Behörden mit den Außerirdischen machen was sie wollen, ohne dass es den Rest der Welt kümmert. Das mag auf Schwarze und Weiße zutreffen, aber nicht auf Menschen und Aliens. Ich bin mir nicht ganz sicher ob dass sogar eine gewollte Übertreibung ist, um noch stärker auf die Probleme in Südafrika und anderen Teilen der Welt aufmerksam zu machen. Generell gibt es sehr viele Kleinigkeiten des Szenarios, die mir erst hinterher als Gemeinsamkeit mit dem Thema Rassenhass aufgefallen sind. Zu nennen wäre da der verpönte Sexualverkehr zwischen Menschen und Aliens. Oder die Stigmatisierung eines Menschen, der sich mit einer Art Virus infiziert und somit automatisch zu einem restlichen, minderwertigen Abschaum gezählt wird: Stichwort Aids. Oder das unfaire, brutale Vorgehen der Polizei gegen die Aliens, die zwangsumgesiedelt werden sollen. Sie werden geschuppst, geschlagen, erschossen ohne überhaupt zu wissen, was vor sich geht. Man könnte sicherlich noch viele weitere, interessante Parallelen finden.

district-9-20090511011811346_640wAlles im allen ist District 9 sehr empfehlenswert. Nicht nur, weil mich das eigentliche Thema in Filmen sehr berührt: Wie wenig ist das Leben in gewissen, realen Milieus wert (siehe auch Filme wie Blood Diamond oder Lord of War teilweise)? Die Story ist originell, schwer vorhersehbar, bietet etwas andere Heldenfiguren und präsentiert sich in einem aufregenden Look. Es gibt kurzweilige Action, Realismus trotz Aliens und viele WTF-Momente. Wer etwas schleimige, insektoide Aliens und einige abgetrennte Gliedmaßen und dergleichen nicht sehen kann, muss sich ab und zu die Augen zuhalten. Gut ist der Film trotzdem. Gut und ungewöhnlich.

Pro.

Quentin Tarantino: Inglourious Basterds

Tarantino hat einen WWII-Film gemacht. Also: Pulp Fiction mit Nazis? Auf jeden Fall außergewöhnlich.

inglourious_basterds_plakat_2Die Story einmal kurz erwähnt, falls sie jemand noch nicht kennen sollte: Aldo Rayne (Brad Pitt) schart einen Haufen Soldaten um sich, um ins von den Nazis besetzte Frankreich zu gehen und dort Nazis umzubringen. Derweil sorgt der Soldatenheld Frederick Zoller (Daniel Brühl) dafür, dass im Kino der getarnten Jüdin Shosanna Dreyfus (Mélanie Laurent) die Premiere der Verfilmung seiner Heldentaten stattfinden soll, inklusive aller hohen Nazi-Tiere samt Hitler. Nicht nur Raynes Bastarde wollen das Kino dabei in die Luft jagen, sondern auch Shosanna, welche noch eine Rechnung mit den Nazis offen hat: SS-Standartenführer Hans Landa (Christoph Waltz) hat Jahre zuvor ihre Familie ermorden lassen.

Krieg geht anders

Zunächst einmal: Das ist KEIN Action-Film. Es gibt so gut wie keine großartigen Schießereien. Wenn sie auftauchen, dann nur kurz und plötzlich. Und das ist gut so. Der Film besteht, Tarantino-typisch, aus langen, intensiven Dialogen. Die sind mal dramatisch, mal unheimlich komisch. Wie man das erwarten kann. Die große Leistung des Films ist, dass er sich von allen anderen Filmen über den 2. Weltkrieg abhebt. Es geht nicht darum, möglichst detailgetreu die Geschehnisse von damals zu verdeutlichen oder packend den Krieg zu inszenieren. Es geht darum, die Emotionen und Wunschvorstellungen aus heutiger Sicht zu bedienen. Die Nazis werden nicht dämonisiert. Die Amerikaner nicht glorifiziert. Und trotzdem sind ihre Charaktere grotesk überzeichnet: Die Bastarde wollen den Nazis in den Arsch treten, wie es wohl jeder gerne tun würde. Und die Führungsriege der Nazis ist so übertrieben böse, das sie einfach der Lächerlichkeit preisgegeben sind. Der Film erlaubt, ähnlich wie „Der große Diktator“ oder „Mein Führer“, sich vom Ballast der Geschichte zu befreien und ein ungezwungenes Verhältnis zum Thema aufzubauen. Und doch gibt es da diese kleinen Nuancen, die Tarantino vom Vorwurf der Schwarzweißmalerei befreien: Da gibt es den Nazi, der gerade Vater geworden ist. Oder Zoller, der zunächst als charmanter, bescheidener Held in Erscheinung tritt und schließlich doch zur Bedrohung wird, wenn er nicht bekommt, was er will. Das macht die Figuren glaubwürdig.

Charakter(e)

Stichwort Figuren: Christoph Waltz ist GÖTTLICH in diesem Film. Völlig zu Recht hat er die goldene Palme von Cannes gewonnen und hat meiner Meinung nach einen Oscar für seine Interpretation von Hans Landa verdient. Dieser SS-Führer, genannt „Judenjäger“, ist ein eigenwilliger Analytiker, emotional wie kalt, humorvoll wie ernst, geduldig. Sein nuancenreiches Spiel fasziniert in jedem Moment und überstrahlt alle anderen Charaktere. Er ist eindeutig der Star des Films. Wo er auftaucht, kann die Maskerade der Verschwörer nicht lange Bestand halten. Jeder ist ihm ausgeliefert. Er ist ein Spezialist, der seine Fähigkeiten losgelöst von der Ideologie der Nazis verstanden wissen will. Er macht dem Zuschauer Angst und in anderen Augenblicken bringt er ihn zum Lachen. Chuzpe!

An zweiter Stelle ist Mélanie Laurent zu nennen. Ihre Shosanna ist stark, wütend und doch kontrolliert. Sie lässt sich nicht vom Charme Zollers umgarnen, sie hält ein minutenlanges Gespräch mit dem Mörder ihrer Familie aus um erst nach seinem Abgang die Fassung zu verlieren. Sie ist schön und sie ist ein Racheengel. Und an ihr sieht man, wie oberflächlich Uma Thurmanns Verkörperung dieser Figur in „Kill Bill“ war.

Der Rest des Casts macht seinen Job solide. Brad Pitt ist sympathisch direkt wie Tyler Durden in „Fight Club“, Til Schweiger guckt in die Gegend und darf zum Glück auch nicht mehr machen, Daniel Brühl ist mal wieder er selbst. August Diehl gibt als SS-Mann mal wieder seine Paraderolle, aber verblasst natürlich gegen Christoph Waltz übermächtiger Präsenz. Achja, Diane Krüger: Ist langweilig und überfordert.

Filmkunst in your face

Tarantino hat wie selten zuvor seine großen Vorbilder perfekt kopiert. Allen voran ist hier Sergio Leone zu nennen: Die Szenen sind lang und wirken dennoch nur durch Dialog und Blicke sehr bedrohlich. Und so lang, wie sich die Spannung aufbaut, so schnell wird sie am Ende auch wieder aufgelöst. So beginnt der Film mit einer einzigen langen Szene, in der Hans Landa einen französischen Milchbauern besucht, ihn zu seiner Familie beglückwünscht, um ein Glas Milch bittet, in Ruhe seine Akten herausnimmt, seine Pfeife ansteckt. Beiläufig wandert die Kamera nach unten und offenbart die jüdische Familie, die sich unter den Dielen versteckt. Das ist Hitchcock at his best, das ist Leone wie bei der ähnlichen Anfangsszene von „The Good, the Bad and the Ugly“. Vielen Szenen ist dieses bedrohliche Katz-und-Maus-Spiel mit den Nazis gemein, welches sich um scheinbar harmlosen Small Talk herum abspielt. Und doch gehen diese Bedrohungen stets mit Humor einher. Man fühlt sich selten wie in einem Drama, sondern stets in einem unterhaltenen Film. Unzählige Momente, in denen das ganze Kino gelacht hat. Zum Glück macht Tarantino nicht den Fehler, den die vielen Pulp-Fiction-Kopisten gemacht haben: Er übertreibt nicht mit vermeintlich coolen Effekten. Nichtmal Blenden sind mir aufgefallen. Er lässt seinen Figuren Raum zum Atmen, er schneidet hart, er wählt gute Bildausschnitte, den Rest machen die Charaktere. Umso effektiver ist es dann, wenn er den Film an wenigen Stellen dann unerwartet doch noch mit eingekritzelten Namen, Splitscreens und ungewöhnlicher Musik unterlegt. Tatsächlich ging jedes mal ein amüsiertes Raunen durch die Kinositze, wenn z.B. mal eben bei Erwähnung der Name eines Bastards in übergroßen Pulp Fiction Lettern auf der Leinwand erscheint und für eine Minute dessen Hintergrundgeschichte erläutert wird. Tarantino mischt seine Filme einfach perfekt und weiß: Zuviel des Guten ist schlecht.

Zur Story

Filmisch super, Charaktere fein, kann man da noch was bemängeln? Ich weiß einfach nicht warum, aber irgendwie kann ich mich nicht ganz mit der Story anfreunden. Die Neuschreibung der historischen Ereignisse ist natürlich super. Die Anspielungen und die Symbolik, dass das Kino dritte Reich zu Fall bringt, ebenfalls. Prinzipiell ist auch die Unterteilung in 5 Kapitel, die dann tatsächlich auch fast nur 5 große Szenen zeigen, sehr beeindruckend und geht in Richtung Kammerspiel (ohne dessen Staubigkeit, versteht sich). Aber ähnlich wie es Spoony gesagt hat: Es sind zuviele Charaktere, deren einzelne Hintergrundgeschichten nicht genug gezeigt wird. Die Konsequenz: Entweder man sollte Figuren entfernen. So sind die namensgebenden Bastarde eigentlich für den Storyverlauf völlig unerheblich. Man hätte ebenso einen ausführlicheren Film über Shosanna machen können. Umgekehrt würde das genauso gelten, auch wenn ich die Bastarde für weniger interessant halte. AintItCoolNews schlägt alternativ vor, dass man den Film noch länger hätte machen sollen: Man will einfach mehr von jeder der Figuren wissen. Ich wäre wohl eher für erstere Variante, da der Film trotz seiner genialen Szenen doch teilweise Längen hatte. Meist waren das allerdings auch die Szenen, in denen Christoph Waltz nicht dabei war. Es könnte aber auch sein, dass der Film ohne das Hin- und Herspringen von den Bastarden und Shosanna an Fahrt verlieren würde. Humor (Bastarde) und Drama (Shosanna) – sie scheinen einander zu bedingen, um das Beste aus beiden Welten präsentieren zu können.

Fazit

Nun, dieses Review scheint in genau umgekehrter Reihenfolge abzulaufen. Das hat aber auch seine Gründe: Ich möchte wirklich nicht durch mein innkonkretes Unbehagen was die Story angeht den Film herab werten. Immerhin ist das ein Tarantino-Film und sowas lebt von einzelnen Szenen. Diese sind toll umgesetzt, im Dialog superb und schauspielerisch MEINGOTTGEBTWALTZDENOSCAR. Ich hätt mir ab und zu etwas mehr Tempo gewünscht, aber man muss einfach den Hut ziehen vor der großartigen Inszenierung von Tarantino.

Ich glaub, das ist der beste Tarantino-Film. Und ich bin selbst überrascht, das zu sagen. So sehr ich auch alle anderen seiner Werke mag, irgendwie ist dieser einfach intensiver. Und trotz der comicartigen Groteske irgendwie sein erwachsenster Film. Ernsthaftigkeit schwächt hier Coolness nicht ab, sondern macht es zu etwas Besonderem. Einfach glorreich.

Pro.

Horst Schlämmer – Isch kandidiere

Ich habe gestern „Horst Schlämmer – Isch kandidiere“ gesehen. Über den Inhalt muss man wohl nicht mehr viele Worte verlieren: Hape Kerkelings Kunstfigur Schlemmer ist penetrant, verzweifelt, entschlossen – und will Bundeskanzler werden. Schluss mit den Zeiten, in denen er als stellvertretender Chefredakteur des Grevenbroicher Tagesblatt die undankbaren Arbeiten zu erledigen hat, Horst ist zu Größerem berufen. Im Gespräch mit verschiedenen Politikern merkt er: „Die kochen auch nur mit Wasser. Was die nicht können, das kann ich auch!“ Weisse Bescheid.

Der Rest des Films ist Wahlkampf, wie man ihn sich nur wünschen kann, nämlich sehr unterhaltsam. Ich möchte hiermit mal klarstellen, wie extrem unlustig und nervtötend ich Alexendra Kamp als potentielle First Lady finde. Aber alles andere ist pures Gold wert: Schlemmer ist in seiner arroganten Naivität näher am Menschen dran als die vermeintlich klügeren Politiker. Die demaskieren sich nämlich in diesem Film selbst, indem sie versuchen, ihn als Wahlwerbung zu nutzen. Da wird dem Bürger alias Schlemmer immer schön nach dem Mund geredet und sogar eine Rechnung wie 18+6=22 für Wahr verkauft. Bürger trifft Politiker…trifft Bushido. Der Film ist ein Clash der Kulturen, ganz ohne das Land verlassen zu müssen. Schlemmer ist ein Chamäleon, passt sich an jeden potentiellen Wähler an, das hat er sich bei den Großen richtig abgeschaut: Nimm einen Rapsong mit Bushido auf, singt Kirmesschlager auf Volksfesten. Und gerade durch seine plumpe Umsetzung dieser Taktik zeigt er die Lachhaftigkeit moderner Politik auf. Ein großer Spaß!

Pro.

Inglorious Basterds

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Nichtmal mehr eine Woche! Der Hype kann losgehen, das Kribbeln im Bauch wächst. Wird es blöd, wie die Kritiken vor Monaten meinten? Oder toll, wie die Kritiken zur Zeit meinen? Da bei Tarantino ohnehin eher sein Stil unterhält und nicht zwangsläufig die Geschichte, geh ich mal von einem großen Kinovergnügen aus. Klar wird da nur mit schwarzweißer-Farbe gemalt. Aber Kino soll ja nicht nur Lebensweisheiten transportieren. Popcornkino gern, solange es in diesem Stil serviert wird!

Pro.

Illuminati

angelsNö, ich habe Dan Browns Bücher nicht gelesen, Thriller sind nicht meine Welt. Zudem werden Verschwörungstheorien irgendwann ziemlich austauschbar und der ganze religiöse Schwurbel um den Vatikan als Setting ändert daran auch nichts. Mag sein, dass sich die Bücher auch ohne Megainhalt gut lesen lassen, so ähnlich wie die Twilight-Saga. Die hab ich wiederum gelesen, aber den Film nicht gesehen. Egal. Jetzt soll es um Illuminati gehen.
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Conan der Barbar

4010324021687Abteilung: Filme, mit denen ich aufgewachsen bin.

Unter-Abteilung: Filme, die eigentlich mies sind, aber eigentlich auch Klassiker und deswegen eigentlich doch gar nicht so mies sein können…oder doch?

Ich rede nicht etwa von Mad Max II, der gestern gen Mitternacht noch kurz am heimischen Fernseher dahin blechelte, sondern von einer anderen Stilikone. Eine, die ihren Hauptdarsteller ebenso bekannt machte und genau wie das postapokalyptische Gibson-Vehikel ein ganzes Genre aus der Taufe hob: Conan der Barbar. *grunz*
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