• http://blog.yodahome.de yodahome

    Naja, die Logik geht mir mal gar nicht auf. Sicher hat Google die Verantwortung, aber nicht für die Interpretation Dritter von automatisch generierten Wortfolgen. Spon schreibt: „Googles Algorithmen spiegeln nicht eine objektive Realität wider, sie wählen aus. Sie wurden mit einer bestimmten Vorstellung davon programmiert, was relevant ist, was wichtig sein könnte, welche Faktoren man wie einbezieht.“
    Zumal jeder Mensch mittels subjektiver Wahrnehmung aus der objektiven Realität auswählt (aber eben unbewusst). Ich hoffe inständig, dass das Gericht mittels sachkundiger Experten Einblick in den Algorithmus nehmen konnte um zu der Behauptung zu kommen, sonst wüsste ich nicht, wie diese Begründung zustande komme soll. Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass die Programmierer bei Google mal eben nebenbei ein moralisches Wertesystem in ihre Software einbauen.

  • tomhartig

    Das ist mir auch nicht ganz klar geworden, was das Gericht damit meint. Aber die Behauptung, Google würde da gewisse Werte bevorzugen, die zu diesem Problem beitragen, hab ich jetzt einfach mal ignoriert.
    Davon unabhängig ist sowas wie so häufig eine Sache der Abwägung von Schaden und Nutzen. Ich kann schon nachvollziehen, dass sich „Name+Betrug“ als Suchvorschlag rufschädigend auswirkt, selbst wenn das auch anders interpretiert werden kann und häufiger wird. Allerdings frage ich mich auch, inwiefern ein klarer Hinweis neben den Vorschlägen ausgereicht hätte der deutlich macht, wie der Vorschlag zustande kommt.
    Btw glaube ich durchaus, dass ein Programmierer für die Folgen seines Programms verantwortlich ist, auch wenn der Content per Algorithmus generiert wird. Natürlich nicht vorher, aber wenn „Mist“ ensteht, muss der auch weggemacht werden. Und wenn Schaden ensteht weil ein wesentlicher Teil der Nutzer den Content „falsch“ interpretiert, dann kann man nicht einfach sagen „Die Menschen sind schuld, können wir nix machen, Pech gehabt.“

    Das Gericht hat ja Google nicht grundsätzlich verboten die Funktion anzubieten. Google soll sich lediglich verantworten, falls sich jemand beleidigt fühlt. Ob das dann im konkreten Fall als Rufschädigung durchgeht, ist ja immer noch Sache des Gerichts.

  • http://blog.yodahome.de yodahome

    <> Naja, doch, kann man imho schon, weil dem Algorithmus ja kaum Böswilligkeit unterstellt werden kann und schon jedem Nutzer klar sein sollte, dass Auto-Suggest keine semantisch oder inhaltlich korrekten Aussagen trifft. Was natürlich nicht heißt, dass Google nicht verantwortlich ist für alles was sein Algorithmus anrichtet. Nur hier entsteht der Schaden ja eben nicht durch den Algorithmus sondern wenn überhaupt dann durch mangelnde Medienkompetenz.